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Bundesentwicklungsministerin und KfW Entwicklungsbank stellen 8. Evaluierungsbericht vor

08.11.2004


74 Prozent der Projekte erfolgreich


Am 05. November stellte die unabhängige Evaluierungsabteilung der KfW Entwicklungsbank gemeinsam mit Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und KfW-Vorstandsmitglied Wolfgang Kroh in Frankfurt den 8. Evaluierungsbericht "Entwicklung finanzieren - Wirkungen messen" vor. "Das Ergebnis liegt bei einer aktuellen Erfolgsquote von 74 Prozent, nach dem Mittelvolumen sogar bei fast vier Fünfteln", sagte Prof. Dr. Hans-Rimbert Hemmer, Leiter der Evaluierungsabteilung. Der Bericht beinhaltet die Ergebnisse der Schlussprüfungen der Projekte und Programme, die die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Entwicklungsländern durchführt. Insgesamt umfasst der diesjährige Bericht 127 in den Jahren 2002 und 2003 abschließend evaluierte Vorhaben mit einem Fördervolumen von rund 1,2 Mrd. EUR.

"Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, ob Entwicklungszusammenarbeit wirkt. Denn das rechtfertigt unsere Arbeit", betonte Wieczorek-Zeul. "Deshalb halte ich es für sehr erfreulich, dass der weitaus größte Teil der evaluierten Programme und Projekte so positive Ergebnisse hat. Aber damit dürfen wir nicht die Hände in den Schoß legen, sondern wir müssen alles tun, damit wir diese Erfolgsquote halten oder steigern." Die sogenannte Ex-Post-Evaluierung dient 3 - 5 Jahre nach Abschluss des Projekts der Überprüfung, ob die erwarteten entwicklungspolitischen Wirkungen der Projekte auch eingetreten sind und ob sie einen nachhaltigen Entwicklungsprozess angestoßen haben. "Die Evaluierungsabteilung hält uns einen ehrlichen Spiegel vor. Für unsere tägliche Arbeit brauchen wir die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der Vergangenheit, denn sonst können wir nichts dazulernen", sagte Kroh.


"Gute Entwicklungszusammenarbeit zeichnet sich nicht dadurch aus, dass sie jegliches Risiko meidet, denn risikolose Vorhaben können unsere Partner beziehungsweise der private Sektor häufig auch ganz alleine durchführen. Gute Entwicklungszusammenarbeit zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie die Partner bei der Bewältigung solcher Entwicklungsengpässe unterstützt, die sie eben nicht allein bewältigen können: durch Rat, Finanzmittel und Risikopartnerschaft", betonte Kroh.

Es wurden unter anderem Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, Elektrizitätswirtschaft sowie im Finanzsektor geprüft. Von den 127 Vorhaben sind 94 oder 74 % entwicklungspolitisch erfolgreich. 23 Projekte sind trotz positiver Wirkung nicht mehr ausreichend, 10 Projekte sind unzureichend. Kein Projekt ist völlig gescheitert. "Insgesamt ist das ein sehr erfreuliches Ergebnis, zumal es leicht über dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre liegt", kommentierte Kroh das Ergebnis.

Vor vier Jahren wurde die unabhängige, direkt dem Vorstand unterstellte Evaluierungsabteilung unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Rimbert Hemmer eingerichtet. Die KfW Entwicklungsbank zeichnet sich national wie international dadurch aus, dass sie besonders harte Erfolgskriterien anlegt. Die Erfolgsbeurteilung erfolgt anhand von sechs Kategorien von 1 bis 6. Anders jedoch als es die Vergabe von Schulnoten nahe legen würde, wird Note 4 trotz nennenswerter entwicklungspolitischer Wirkungen nicht mehr zu den erfolgreichen Projekten gezählt.

Schwerpunktthema des 8. Evaluierungsberichts sind die sogenannten Social-Marketing-Vorhaben zur Prävention der Immunschwächekrankheit HIV/AIDS. "Social Marketing" bedeutet mit kommerziellen Marketingstrategien für soziale Ziele zu werben. In der HIV/Aids-Prävention ist das Ziel, die Menschen über die Risiken der Infektion aufzuklären und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu schützen beziehungsweise ihr Sexualverhalten zu ändern. Vor allem die Benutzung von Kondomen steht dabei Mittelpunkt. Wichtigstes Ergebnis der Auswertung ist, dass wir der Pandemie nicht hilflos gegenüber stehen. Mit Social-Marketing-Vorhaben kann durch Prävention und Verhaltensänderungen ein wirkungsvoller Beitrag zur Eindämmung von HIV/AIDS geleistet werden. Dies ist umso wichtiger, als die Immunschwächekrankheit HIV/AIDS in den letzten Jahren zu einem der größten Entwicklungshemmnisse herangewachsen ist, dessen Dimension weit über die menschliche Tragödie von Einzelschicksalen hinausreicht. Sie macht wichtige Entwicklungserfolge der letzten Jahrzehnte, wie ein erhöhtes Schulangebot, eine bessere Gesundheitsversorgung und höhere landwirtschaftliche Erträge wieder zunichte.

Barbara Wieland | KfW
Weitere Informationen:
http://www.kfw-entwicklungsbank.de

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