Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmals Weltkongress für biomedizinische Alkoholforschung in Deutschland

27.09.2004


Ab Mittwoch tagt der 12. Weltkongress für Biomedizinische Alkoholforschung der "International Society for Biomedical Research on Alcoholism (ISBRA) erstmals in Deutschland. Nach Stationen in Yokohama und San Francisco treffen sich mehr als 600 Suchtexperten aus aller Welt vom 29. September bis zum 2. Oktober in Heidelberg und Mannheim, um sich auf den neuesten Stand der Forschung zu bringen und um sich interdisziplinär auszutauschen.



Prof. Dr. Karl Mann, Tagungspräsident und Deutschlands einziger Ordinarius für Suchtforschung wird den Kongress am Mittwoch Nachmittag in der Alten Aula in Heidelberg eröffnen. Das vielfältige wissenschaftliche Programm wird von Donnerstag bis Samstag im Congress Center im Rosengarten Mannheim fortgeführt.



Im Rahmen des Kongresses wird die gesamte Palette der modernen Alkoholforschung vorgestellt. Die Grundlagenforschung liefert neue Erkenntnisse über die Angriffsstelle von Alkohol an Zellmembranen (site of action), die eine rezeptorähnliche Funktion haben und damit völlig neue Wege zum Verständnis und der Beeinflussbarkeit der Alkoholwirkung eröffnet. Ein Plenarvortrag sowie eine Reihe von Symposien beschäftigen sich mit den neuesten Befunden zur Genetik des Alkoholismus, insbesondere zum genetisch-bedingten Risiko der Entwicklung von Abhängigkeit und/oder Folgeschäden. Bildgebende Verfahren wie Kernspintomographie und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) haben in den letzten Jahren wesentliche Erkenntnisse zu Veränderungen der Struktur und Funktion des Gehirns bei Alkoholpatienten geliefert. Mittels funktioneller Bildgebung kann heute der Grad der Rückfallgefährdung von Patienten dargestellt werden, so dass hieraus unmittelbar individuelle Therapiemaßnahmen abgeleitet werden können. Die Therapie von Menschen mit Alkoholproblemen war vor etwa 10 Jahren fast ausschließlich psychotherapeutisch orientiert. Auch in diesem Bereich haben sich wesentliche Fortschritte ergeben, insbesondere in einer Verkürzung und stärkeren Fokussierung der Therapie. Hierzu werden die Ergebnisse einer neuen britischen Studie vorgestellt. Diese Studie an mehr als 700 Patientinnen und Patienten hat auch interessante Daten zur Gesundheitsökonomie des Alkoholismus geliefert, die während des Kongresses in einem Plenarvortrag vorgestellt wird. Den vielleicht therapeutisch bedeutsamsten Schritt in den letzten Jahren hat die Pharmakotherapie des Alkoholismus gemacht. Eine ganze Reihe von Substanzen, die auf den bei Alkoholikern veränderten Neurotransmitterstoffwechsel im Gehirn eingreifen, wurde getestet. Es zeigte sich, dass insbesondere zwei Substanzen zuverlässig die Anzahl der Rückfälle verringern und die Abstinenzzeiten verlängern können. Die in Deutschland eingeführte Substanz Acamprosat wurde ganz aktuell im August 2004 auch in den USA zugelassen.

Die internationale Forschung der letzten Jahre hat unser Wissen um die Entstehung und Behandlung von Alkoholabhängigkeit und schädlichem Alkoholgebrauch revolutioniert. Vor allem in den USA wird die Alkohol- und Drogenforschung auch finanziell voran getrieben: die Forschungsausgaben auf diesem Gebiet betragen jährlich 1,5 Milliarden US Dollar. Zum Vergleich: die Deutsche Forschungsgemeinschaft hatte für alle wissenschaftlichen Programme im Jahr 2003 insgesamt 1,3 Milliarden Euro an Fördergeldern zur Verfügung.

Dr. med Marina Martini | idw
Weitere Informationen:
http://isbra2004.de
http://www.zi-mannheim.de

Weitere Berichte zu: Alkoholforschung Plenarvortrag

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017
28.04.2017 | Deutsche Gesellschaft für Immunologie

nachricht Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru
28.04.2017 | InfectoGnostics - Forschungscampus Jena e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie