Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovative Vernunft – ein kritischer Diskurs über die Zukunft der Produktionswirtschaft

21.09.2004


Trotz Sparkurs und Strukturreformen ist die wirtschaftliche Lage in Deutschland nach wie vor angespannt. Die anhaltende Konjunkturschwäche, das geringe Wirtschaftswachstum und die hohe Arbeitslosigkeit werden mehr und mehr zur Belastung für die Gesellschaft. Gerade jetzt sind Innovationen besonders im wichtigsten Sektor der deutschen Wirtschaft, der Produktion, gefragt. Das XI. Produktionstechnische Kolloquium (PTK 2004) vom 28. bis 29. September 2004 will zum 100-jährigen Jubiläum des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der Technischen Universität Berlin Zukunftsperspektiven der Produktionswirtschaft aufzeigen. Unter dem Motto »Innovative Vernunft – ein kritischer Diskurs über die Zukunft der Produktionswirtschaft« werden an den zwei Veranstaltungstagen mehr als 300 Vertreter aus Politik, Industrie und Wissenschaft aktuelle produktionstechnische Themen diskutieren und gemeinsam Entwicklungspfade zu neuen Geschäftsfeldern und Arbeitsplätzen durch produktionstechnische Forschung und Lehre identifizieren.


Wachstumsstarke Wirtschaftsstrukturen, ein flexibles und leistungsorientiertes Bildungssystem sowie die Entfaltung individueller Leistungsfähigkeit und Kreativität sind Grundvoraussetzungen, um den Arbeitsmarkt in Deutschland wieder zu beleben. Vor allem in der Entwicklung neuer Technologien liegt ein enormes Potenzial für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen im 21. Jahrhundert. In ihrem Eröffnungsvortrag betont Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, dass die schnelle Integration neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, zum Beispiel aus der Lasertechnik, den Informations- und Kommunikationswissenschaften oder der Nanotechnologie, in neueste Produktionstechnik maßgeblich über die Wettbewerbsfähigkeit vieler Industriebranchen entscheide. Forschung für die Produktion leiste so einen unverzichtbaren Beitrag zu mehr Wachstum und Beschäftigung in Deutschland.

Dabei kommt es darauf an, Wachstum qualitativ, innovativ und nachhaltig zu gestalten. Die technologischen Möglichkeiten dazu seien in Deutschland vorhanden, sagt Joachim Milberg, Präsident von acatech – Konvent für Technikwissenschaften der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und Aufsichtsratsvorsitzender von BMW. Er fordert einen gesellschaftlichen Klimawechsel »mit mehr unternehmerischer Kraft und Freiheit, Freude und Begeisterung an Naturwissenschaft und Technik, visionärer Kraft und Strategiekompetenz, und vor allem Vertrauen«.


Noch ist die Produktion mit rund 8,2 Millionen Beschäftigten der wichtigste Sektor der deutschen Wirtschaft. Viele Unternehmen verlagern jedoch zunehmend ihre Produktionsstätten und damit ihre Arbeitsplätze ins Ausland. Weil das Geld knapp ist, sparen sie außerdem am FuE-Budget. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, sieht zukünftig sowohl die Industrie als auch den Staat in der Pflicht, gemeinsam die Ausgaben für die Forschung auf die von der EU geforderten drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis zum Jahr 2010 zu steigern. Höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung bewirken nachweislich ein höheres Wirtschaftswachstum, wie internationale Studien belegen. Der Weg von den Erkenntnissen der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung und die industrielle Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung sei jedoch zu lang, so Bullinger. Wirtschaft und Wissenschaft müssten noch mehr als bisher gemeinsam Visionen von Produkten und Produktionen für die Märkte von morgen entwickeln und sie auch konsequent umsetzen.

»Ob sich Unternehmen diesen Herausforderungen stellen, ist heute nicht mehr eine Frage unternehmerischer Entscheidungsfreiheit, sondern vielmehr überlebenswichtige Notwendigkeit.« sagt Eckart Uhlmann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der Technischen Universität Berlin. Einmal erworbene Marktführerschaft sei kein Garant für zukünftigen Erfolg. Um ihre Zukunft zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen, müssen Unternehmen innovative Produkte mit hoher Funktions- und Dienstleistungsintegration entwickeln. Dafür sind Spitzentechnologien der produktionstechnischen Forschung unumgänglich. Uhlmann: »Ob neue Werkstoffe, Werkzeuge, Fertigungsverfahren, Maschinen oder Prozessketten – die produktionstechnische Forschung muss mit multidisziplinären Ansätzen und integrierten Lösungen die Entwicklung der Produktionswirtschaft auch in Zukunft aktiv vorantreiben.«

Das Produktionstechnische Kolloquium wird alle drei Jahre von den beiden Instituten im Produktionstechnischen Zentrum Berlin organisiert. IWF und IPK arbeiten hier gemeinsam an innovativen Lösungen für Technologie und Management des industriellen Fabrikbetriebs. Das detaillierte Programm der diesjährigen Veranstaltung sowie Informationen zur Anmeldung finden Sie im Internet. Journalisten können sich kostenlos für beide Veranstaltungstage anmelden.

Claudia Schiebold | Fraunhofer IPK
Weitere Informationen:
http://www.ptk2004.de

Weitere Berichte zu: Fabrikbetrieb IPK Produktionswirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"
19.02.2018 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics