Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Konferenz " Biocatalysis in the Food and Drinks Industries"

10.09.2004


Biokatalysatoren als Motor der Lebensmittelindustrie

... mehr zu:
»Biotechnologie »Enzym

Von der Cola light bis zum Käse: Ohne Enzyme wäre die Lebensmittelherstellung in der heutzutage notwendigen Menge und Qualität gar nicht mehr möglich. Als Biokatalysatoren können sie Kosten senken, vermeiden unerwünschte Nebenprodukten, ermöglichen nachhaltige Produktionsprozesse und sind gesundheitlich absolut unbedenklich. Auch wirtschaftlich spielen sie eine immer wichtigere Rolle, da Enzyme in den nächsten Jahren einen Wachstumsmarkt darstellen. Ihre viel versprechende Zukunft sind Thema der zweiten internationalen Konferenz "Biocatalysis in the Food and Drinks Industries" an der Universität Hohenheim vom 19. - 22. September 2004.

Die so genannte "Weiße Biotechnologie" ist der Überbegriff der Konferenz, zu der die Universität Hohenheim rund 90 Teilnehmer aus 24 Nationen erwartet. Die Konferenz wendet sich sowohl an akademisches als auch wirtschaftliches Fachpublikum.


"Enzyme sind Stoffe aus Aminosäuren, die von allen Zellen ob Mensch oder Mikroorganismus gebildet werden. Sie haben deshalb den Vorteil, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind" erklärt Professor Lutz Fischer vom Lehrstuhl für Biotechnologie der Universität Hohenheim. So trennen mikrobielle Enzyme den Traubenzucker für Sportler aus Kartoffelstärke ab oder ersetzen das Kälberlab aus den Mägen geschlachteter Rinder in der Käseproduktion. "Der Verbraucher wünscht so viel Käse, dass wir gar nicht genug Kälber schlachten könnten, wie zur Produktion benötigt würden", sagt Professor Fischer. Auch der weltweite Bedarf an Zitronensäure könne ohne Produktion durch Biokatalysatoren nicht ansatzweise gedeckt werden, da Zitronen allein nicht genug Inhaltsstoffe bieten, um die Menschheit zu versorgen.

Gegenüber der klassischen Chemie bietet die Biotechnologie einige Vorteile. "Enzyme wirken selektiv, das heisst, dass sie im Normalfall nur einen chemischen Prozess ohne Nebenwirkung verrichten." Ein weiterer Vorteil ist die Anwendbarkeit von Enzymen bei unterschiedlichen Temperaturen. So ist es möglich, Enzyme bereitzustellen, die nur im Kühlschrank wirken und andere, die erst in heißem Kochwasser arbeiten. Mit Hilfe von Enyzmen können auch Inhaltsstoffe in verschieden Produkten nachgewiesen werden, so daß sie in der Lebensmittelkontrolle eine wichtige Rolle spielen.

Themen der Konferenz werden unter anderem funktionelle Inhaltsstoffe, neue Produktionsprozesse sowie maßgeschneiderte Enyzme sein. "Letztendlich wünscht der Verbraucher Lebensmittel, die gut schmecken, gesundheitsfördernd und haltbar sind, und auch gut aussehen", sagt Fischer. "All diese Eigenschaften kann man durch die Mithilfe von Enzymen erzielen und weiter verbessern." Auch wirtschaftlich gilt die "Weiße Biotechnologie" als Wachstumsmarkt: Zwischen zehn und zwanzig Prozent schätzt die Unternehmensberatung McKinsey das Wachstumspotential der Branche bis 2010 ein.

Programm der Tagung und weitere Informationen unter www.biocatalysis-hohenheim.com

Florian Klebs | idw

Weitere Berichte zu: Biotechnologie Enzym

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise