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Fünfte Internationale Konferenz der Tieftemperaturchemie

01.09.2004


Das kalte Gedächtnis der Moleküle



Vom 7. bis zum 10. September 2004 findet in Berlin die "Fünfte Internationale Konferenz der Tieftemperaturchemie" statt. Tagungsorte sind der Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin, Garystr. 35, 14195 Berlin, und das Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft, Ihnestr. 16-20.

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Tiefe Temperaturen haben große Bedeutung in der Atmosphären- und Klimaforschung, denn die oberen Schichten der Atmosphäre sind sehr kalt. Auch Astrophysiker sind auf den Forschungsfortschritt in der Tieftemperaturchemie angewiesen, da die heißen Sterne im Weltall die Minderheit ausmachen.

Die Konferenz bringt 113 Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete aus 13 Nationen mit einem gemeinsamen Interesse an chemischen und physikalischen Prozessen bei tiefen Temperaturen zusammen. So treffen zum Beispiel Laserphysiker, die chemische Reaktionen auf der Zeitskala von einigen Femtosekunden (10-15 sek) analysieren, auf Experten der Nanowelt. Die Laserphysiker begnügen sich nicht nur mit dem analysieren der Reaktionen, sondern kontrollieren inzwischen sogar die Reaktionen durch komplex geformte Laserpulse. Der Berliner Sonderforschungsbereich 450 "Analyse und Steuerung ultraschneller photoinduzierter Reaktionen", dem die Freie Universität als Sprecherhochschule vorsteht, bildet ein Kompetenzzentrum in dieser Disziplin. Damit die Kontrolle gelingt, müssen die Ausgangsmoleküle ihr "Gedächtnis" möglichst lange behalten. Da kalte Moleküle ein besseres "Gedächtnis" haben als heiße, muss man die chemischen Reaktionen oft bei extremer Kälte durchführen. Ebenso sind tiefe Temperaturen vorteilhaft in der Nano-Physik: Die mikroskopische Molekülbewegung wird bei Kälte gehemmt. So kann man z. B. mit winzigen Nadeln einzelne Moleküle auf einer Oberfläche manipulieren und beobachten. Weitere Schwerpunkte der Konferenz bilden makroskopische Quantensysteme aus gefrorenem Wasserstoff und flüssigem Helium.

In der Schule lernt man, dass Edelgase keine chemischen Bindungen eingehen. Finnischen Forschern ist es trotzdem gelungen, mit den Edelgasen Argon, Krypton und Xenon Moleküle bei tiefen Temperaturen herzustellen. An dieser Stelle eröffnen sich vollkommen neue Perspektiven z.B. für die organische Chemie. Welche das genau sind, wird ein weiterer Gegenstand des Fachaustausches sein.

Die Konferenz zur Tieftemperaturchemie wurde 1994 in Russland ins Leben gerufen und wird nach Stationen in Japan, den USA und Finnland zum ersten Mal in Deutschland abgehalten.
Die Wissenschaftler aus Russland und der Ukraine werden aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation ihrer Heimatinstitutionen finanziell besonders unterstützt. So konnten die Organisatoren über zwanzig Wissenschaftler aus diesen Ländern zum Besuch der Konferenz gewinnen. Sponsoren sind die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Freie Universität Berlin, die wissenschaftliche Abteilung der US Air Force sowie die Firmen Leybold Vacuum und VTS Createc.

Nähere Informationen: Markus Gühr, Institut für Experimentalphysik der FU,
Tel.: 030/ 838 56233, -53052, E-Mail: markus.guehr@physik.fu-berlin.de und im Internet.

Hedwig Görgen | idw
Weitere Informationen:
http://www.physik.fu-berlin.de/ltc5

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