Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Mikrooptik-Konferenz an der Universität Jena

18.08.2004


Nicht nur wegen ihrer makrooptischen Schönheit - "Jena vor uns im lieblichen Tale", wie es 1926 Gottfried Benn formulierte -, sondern vor allem wegen der hier konzentrierten mikrooptischen Expertise ist die Saalestadt vom 1.-3. September Anziehungspunkt für Optikexperten aus drei Kontinenten. Sie treffen sich zur 10. "Microoptics Conference 2004 (MOC’04)" an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Erstmals findet die Konferenz auf Vorschlag der Schirmherren von der Japanischen Gesellschaft für Angewandte Physik nicht in Fernost, sondern im deutschen "Optics Valley" statt.


Aus Jena kommt diese nur 0,4 mm dünne Kamera, die während der Mikrooptik-Konferenz präsentiert wird. (Foto: IOF)



"Das ist für uns eine Ehre und zeigt, dass die Arbeiten der Jenaer Wissenschaftler auf diesem Fachgebiet internationale Anerkennung genießen", sagt Prof. Dr. Wolfgang Karthe vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF). Sowohl er als auch sein Kollege Prof. Dr. Andreas Tünnermann, der in Personalunion das IOF und das Institut für Angewandte Physik (IAP) der Universität Jena leitet, sind seit vielen Jahren international gesuchte Partner auf dem Gebiet der Mikro- und Nanooptik.

... mehr zu:
»Feinmechanik »IOF


Schon ein Blick in die Liste der wissenschaftlichen Vorträge bestätigt die Kooperationsfreudigkeit der am Standort Jena angesiedelten Forschungseinrichtungen und Unternehmen und die Breite der Themenpalette. Sie reicht von Ergebnissen aus der mikro- und nanooptischen Grundlagenforschung über neue Herstellungsverfahren optischer Bauelemente bis hin zu anwendungsreifen optischen Systemen. So stellen die IOF-Forscher auf der Konferenz ihre 0,4 Millimeter dünne Kamera vor, die die Welt durch 16.000 Mikro-Linsen sieht. Um diese ultraflache Optik zu konstruieren, haben sie Anleihen aus der Natur genommen und technisch das Facettenauge eines Insekts nachempfunden.

Auch die Physiker der Universität haben für eine ihrer Neuentwicklungen einem Insekt tief in die Augen geschaut. Sie nutzen den Mottenaugen-Effekt, um Bauteile für optische Elemente zu entspiegeln. Bei vielen Nachtfaltern haben die Linsen der Facettenaugen eine mikroskopisch feine Noppenstruktur, die antireflektierend wirkt. So geht kein Licht "verloren" und im Unterschied zum Katzenauge wird auch kein verräterisches Licht zurückgeworfen. "Versieht man Oberflächen mit Strukturen, die kleiner als die verwendete Wellenlänge des Lichtes sind, wird die Reflexion vermindert", erklärt Prof. Tünnermann. Seine Gruppe stellt eine neue Technik vor, mit der solche Mikrostrukturen auf kleinste unebene optische Bauelemente aufgebracht werden können. Weitere Beiträge während des Kongresses beschäftigen sich mit Mikro-Laserquellen, photonischen Kristallen, Wellenleitern, ultraschnellen optischen Phänomenen oder optischer Signalübertragung.

Da anstatt der üblichen 80 Beiträge in diesem Jahr mehr als 180 eingereicht wurden, gibt es neben den 15 regulären Plenar- und eingeladenen Hauptvorträgen sowie 60 Kurzvorträgen noch zwei Postersitzungen, in denen ausgezeichnete Beiträge präsentiert werden. Ergänzt wird die Konferenz durch eine umfangreiche Industrieausstellung, an der sich 16 Firmen und Institutionen beteiligen und eine Ausstellung von Digitalkameras japanischer Hersteller.

Als eines der Konferenz-Highlights gilt der Plenarvortrag von Prof. Dr. Kenichi Iga. Der Geschäftsführende Direktor der Japanischen Gesellschaft für die Verbreitung der Wissenschaft gibt einen historischen Überblick über 35 Jahre Mikrooptik. Der Nestor der japanischen Optoelektronik-Gemeinde ist auch Begründer und Hauptakteur des "MicroConcerts". Traditionell wird die MOC mit einem Kammermusik-Konzert beschlossen, zu dem sich diesmal musizierende Wissenschaftler aus Japan, Weimar und Jena zusammenfinden werden. Die Öffentlichkeit ist herzlich zum Konzert eingeladen, das am 3. September um 17.30 Uhr in der Aula des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1) stattfindet. Es erklingen Werke von Mozart, Händel, Bach und Yasushi Akutagawa.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Tünnermann
Institut für Angewandte Physik der Universität Jena
Tel.: 03641 / 807201
andreas.tuennermann@iap.uni-jena.de

Prof. Dr. Wolfgang Karthe
Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik
Tel.: 03641 / 807250
wolfgang.karthe@iof.fraunhofer.de

Organisation:
Dr. Brigitte Weber
Tel.: 03641 / 807440
E-Mail: brigitte.weber@iof.fraunhofer.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Feinmechanik IOF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil
14.12.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF
13.12.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten