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"Banken im Umbruch" - 9. Handelsblatt-Jahrestagung

05.08.2004


Banken zwischen Tradition und Zukunft.



Deutsche Banken und Sparkassen denken zunehmend über Fusionen nach, nicht zuletzt angesichts der zunehmenden Dominanz der US-Institute auf den internationalen Finanzmärkten. „Wir werden mit organischem Wachstum unsere Marktposition weiter substanziell verbessern. Die großen Konsolidierungsschritte in den USA stellen aber für die meisten europäischen Banken eine neue Herausforderung dar,“ stellte der Deutsche Bank-Chef Dr. Josef Ackermann in einem Handelsblatt-Interview Anfang Mai fest. Fusionen, Wachstumsstrategien und die europäische Bankenindustrie sind auch die Themenschwerpunkte der 9. Handelsblatt-Jahrestagung „Banken im Umbruch“ (8./9. September 2004, Frankfurt). 20 Referenten der Finanzwelt werden auf dem Branchentreff über die Zukunft der Banken diskutieren.



Josef Ackermann geht auf der Handelsblatt-Jahrestagung auf die Wachstumsstrategien der Deutschen Bank ein und stellt die Erfolgsfaktoren im globalen Wettbewerb vor: „Fokus auf Wachstum“ lautet sein Motto. Dr. Dietrich Hoppenstedt (Präsident des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes) sieht die Sparkassen als Garant für Wettbewerb und Kundennähe und wird die Bedingungen dafür auf der Banken-Tagung erläutern. Nach Hoppenstedts Einschätzung wird auch die ab Mitte 2005 auslaufende Haftung der öffentlichen Hand nichts an der Flächenpräsenz der Sparkassen und ihrer Ausrichtung auf den Mittelstand ändern.

Über die Rolle der Landesbanken im europäischen Finanzsektor spricht Dr. Thomas Fischer, Vorstandsvorsitzender der WestLB, und geht dabei unter anderem auf die Wettbewerbspositionen der Landesbanken ein. Weiterhin stellt Fischer Modelle erfolgreicher Verbundstrukturen im öffentlichen Bankensektor vor.

Dr. Rolf- E. Breuer, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, sieht dringenden Reformbedarf im Bankwesen und stellt fest, dass ein zukunftsfähiges Bankensystem in Deutschland nur möglich sei, wenn der Staat sich mehr zurückziehe und das Regionalprinzip beseitigt werde. Diese Forderungen hatte auch der Internationale Währungsfonds IWF erhoben und auf die Wettbewerbsschwäche im deutschen Bankenmarkt hingewiesen. In seinem Vortrag geht Breuer vor allem auf die Kennzeichen eines zukunftsfähigen Bankensystems ein.

„Innovation ist, wenn der Markt ‚Hurra’ schreit.“ – Unter diesem Titel wird Hans W. Reich, Sprecher des Vorstandes der KfW Bankengruppe, über Wege zum Wirtschaftswachstum sprechen und wie speziell die Kreditwirtschaft die Innovationstätigkeit fördern könne: „Innovationen gehören zu den wesentlichen Triebkräften einer Volkswirtschaft,“ betont Reich. „Und bei der Innovationstätigkeit gilt ganz besonders: Stillstand ist Rückstand.“

Als Vertreterin der Citibank konnte Sue Harnett, Vorsitzende des Vorstandes, als Referentin gewonnen werden. Sie trat im Mai diesen Jahres die Nachfolge von Christine Licci an. Harnett geht in ihrem Vortrag auf veränderte Anforderungen und Wünsche der Privatkunden an Banken ein: „In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld geht es darum, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen: gleichzeitig die Kosten runter und die Leistungen für den Kunden raufzufahren. Das schaffen wir mit industrialisierten Strukturen und ganzheitlicher Beratung. So helfen wir den Kunden bei der finanziellen Planung ihrer Zukunft und der Erfüllung ihrer Träume,“ erläutert Harnett gegenüber dem Veranstalter. Ein Schwerpunkt ihrer Rede auf der Handelsblatt-Jahrestagung lautet: „Changes becomes challenges: New demands customers have on banking”.

SAP-Vorstandssprecher Prof. Dr. Henning Kagermann spricht auf der Handelsblatt-Jahrestagung über die Industrialisierung im Bankgeschäft. „Die Banken befinden sich in einem intensiven Industrialisierungsprozess. SAP hat sich hierauf mit seiner innovativen Banking-Plattform rechtzeitig ausgerichtet,“ erklärt Kagermann.

Wertschaffende Wachstumsstrategien sind die Erfolgsfaktoren für die Banken der Zukunft; davon ist Thomas Eichelmann, Senior Partner und Mitglied des Executive Committee von Roland Berger Strategy Consultants, überzeugt: „Die Ertragslage deutscher Banken hat sich im 1. Quartal 2004 verbessert, so dass der durchschnittliche Return on Equity der privaten Großbanken von circa minus einem Prozent im Vorjahr auf rund neun Prozent stieg. Ein Wiederaufstieg in die Champions League erfordert jedoch einen Return on Equity von mindestens 15 Prozent, wofür neben eiserner Kostendisziplin eine nachhaltige Wachstumsstrategie zu verfolgen ist.

“Über die Sonderstellung Deutschlands im europäischen Retailmarkt referiert Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Postbank. Er benennt Erfolgsfaktoren in einem anspruchsvollen Umfeld und erläutert, warum Insourcing ein neues Geschäftsfeld sein könne.

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Oliver Wichert
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Handelsblatt und Wall Street Journal EuropeDas Handelsblatt, gegründet 1946, ist die größte Wirtschafts- und Finanzzeitung in deutscher Sprache. Rund 200 Redakteure, Korrespondenten und ständige Mitarbeiter rund um den Globus sorgen für eine aktuelle, umfassende und fundierte Berichterstattung. Handelsblatt hat laut AWA 2002 die Reichweite um 40.000 auf derzeit 650.000 Leser gesteigert. Für Entscheider zählt die börsentäglich erscheinende Wirtschafts- und Finanzzeitung heute zur unverzichtbaren Lektüre.

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Seit 1993 führt Handelsblatt in Kooperation mit der EUROFORUM Deutschland GmbH Handelsblatt-Veranstaltungen durch, die sich als Foren für den Informationsaustausch mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik verstehen. Seit 2002 tritt The Wall Street Journal Europe als Kooperationspartner bei ausgewählten, internationalen Handelsblatt-Veranstaltungen auf.

Claudia Büttner | EUROFORUM Deutschland GmbH
Weitere Informationen:
http://www.banken-im-umbruch.de
http://www.euroforum.de/presse/banken

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