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Volkskrankheit Karies - Neueste Forschungsergebnisse auf Marburger Tagung

25.06.2004


Auf der europäischen Tagung der European Organization for Caries Research (Orca) werden neueste Forschungserkenntnisse präsentiert, unter anderem: Real-Time-Verfahren zur Messung der Schädlichkeit von Nahrungsmitteln, erneuter Anstieg des Kariesbefalls bei Schulkindern und bessere Präventionsmaßnahmen.



Wie zerstören saure Drops die Zähne? Warum steigt der Kariesbefall bei Schulkindern wieder an? Wie lässt sich die kariesfördernde Wirkung von Nahrungsmitteln schnell und effektiv bestimmen? Themen wie diesen widmet sich die 51. Jahrestagung der ORCA (European Organization for Caries Research, Europäische Arbeitsgemeinschaft für Kariesforschung) an der Philipps-Universität Marburg. Sie findet statt vom 30. Juni bis zum 3. Juli 2004. Neueste Untersuchungsergebnisse werden von Forschern aus ganz Europa, aber auch den USA, Südamerika, Russland und Asien vorgestellt.

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Zu den Highlights gehört unter anderem die Vorstellung eines digitalen Telemetriesystems für die Real-Time-Messung des pH-Werts in der Zahnplaque. Hiermit lässt sich die Säureproduktion von Bakterien in der Zahnplaque messen, was wiederum Aufschluss über die Schädlichkeit bestimmter Nahrungsmittel für die Zähne gibt.

Dass Schulkinder wieder mehr unter Karies leiden, zeigt eine Studie aus der Schweiz. Nach einem Rückgang des Kariesbefalls stiegen die Zahlen in den vergangenen zehn Jahren wieder an. Der Grund: Kinder von Zuwanderern haben wesentlich mehr Karies als Schweizer Kinder.

Aminfluorid oder Natriumflorid? Patienten, die eine feste kieferorthopädische Klammer tragen, weisen häufig ein erhöhtes Kariesrisiko auf. Sie sollten sich an Zahnpasten mit Aminfluorid und Zinnfluorid halten. Neue Untersuchungen zeigen, dass diese Plaque und Kariesentwicklung besser reduzieren als Substanzen mit Natriumfluorid.

Außerdem: Saure Drops mit hohem erosiven Potential für die Zähne. Diabetes als Risikofaktor für Karies. Fluoridgaben per Salz, Milch oder Tabletten möglich.

Überblick über die vorgestellten Forschungsergebnisse:
- Kariesepidemiologische Untersuchungen (speziell über die Verbreitung der Zahnkaries in verschiedenen Ländern und Bevölkerungsgruppen)
- Mikrobiologie / Zahnplaque (zur Wirkung verschiedener Bakterien in Zahnplaque)
- Klinische Studien zur Wirksamkeit präventiver Maßnahmen
- Fluoride (neue in-vitro-Studien)
- Kariesrisikobestimmung und Ernährung
- Demineralisation, Erosion und andere Zahnhartsubstanzverluste, die nicht durch Karies bedingt sind
- kariesdiagnostische Verfahren

In der Europäischen Arbeitsgemeinschaft für Kariesforschung ORCA mit Sitz in der Schweiz sind rund 300 Wissenschaftler aus Europa, aber auch den USA, Südamerika, Russland und Asien zusammengeschlossen. Die 1953 gegründete wissenschaftliche Fachgesellschaft fördert die Forschung auf dem Gebiet der Zahnkaries und verwandten Themen, evaluiert wissenschaftliche Forschungsergebnisse und unterstützt deren Umsetzung in die Praxis. Ihre zweimonatlich erscheinende Zeitschrift "Caries Research" gehört auf zahnmedizinischem Gebiet zu den Zeitschriften mit der weltweit höchsten Zitierrate (impact factor) in wissenschaftlichen Publikationen. Die diesjährige ORCA-Tagung findet nun bereits zum dritten Mal an der Philipps-Universität Marburg statt.

Thilo Körkel | idw
Weitere Informationen:
http://www.orca-caries-research.org
http://www.orca-caries-research.org/congress_2004/index.html

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