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Erziehung zu Toleranz in Schule, Beruf und Familie stärkt die Zivilgesellschaft

07.06.2004


Regionalkonferenz am 7./8. Juni in Thüringen zum Aktionsprogramm "Jugend für Toleranz und Demokratie" der Bundesregierung



Das Aktionsprogramm der Bundesregierung "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" stärkt die Zivilgesellschaft gegen rechtsextreme Tendenzen. Allein in Thüringen wurden seit dem Jahr 2001 232 regionale Projekte gefördert. Von der Vielfalt der erfolgreichen Projekte überzeugten sich die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Marieluise Beck, und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Christoph Matschie bei der Thüringer Regionalkonferenz zum civitas, entimon und xenos die Programme im Aktionsprogramm, die am 7. und 8. Juni 2004 in Erfurt stattfindet. Die Regionalkonferenz ermöglicht die Vernetzung der vielfältigen Projekte und Projektträger in Thüringen und den fachbezogenen Austausch.



Die beiden Parlamentarischen Staatssekretäre unterstrichen die Bedeutung sowohl der außerschulischen als auch der schulischen Bildung für die Stärkung der Zivilgesellschaft. Die Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, Marieluise Beck, hob hervor: "Die beste Strategie gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ist eine demokratische Kultur, in der Toleranz und Weltoffenheit zum gesellschaftlichen Selbstverständnis zählen. Rechtsextreme Ideologien haben in einer gefestigten Zivilgesellschaft keine Chance, auf fruchtbaren Boden zu fallen."

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Christoph Matschie, betonte: "Entscheidend ist, dass Kinder und Jugendliche durch ihre Eltern, im Kindergarten und in der Schule Wertschätzung und Vertrauen erfahren. Wer frühzeitig für sich und andere Verantwortung übernimmt, begegnet seinem Mitmenschen und anderen Kulturen mit Offenheit und Respekt. Selbstbewusste Kinder und Jugendliche, die gelernt haben konstruktiv mit Ängsten und Konflikten umzugehen, sind weniger anfällig für Intoleranz und Gewalt."

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt mit den Programmen "Demokratie lernen und leben" und "Unsere Schule..." die Entwicklung einer demokratischen Schulkultur; die Programme werden in Kooperation mit den Ländern getragen. Eine Schule mit demokratischer Schulkultur bringt Kindern und Jugendlichen Wertschätzung und Vertrauen entgegen und gibt ihnen frühzeitig die Chance, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Mit dem Aktionsprogramm "Jugend für Toleranz und Demokratie gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus", das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2001 initiiert wurde, werden Projekte unterstützt, die auf eine Stärkung der demokratischen Jugendkultur abzielen. Mit dem umfassenden Programm wird demokratisches Verhalten und ziviles Engagement gestärkt und Toleranz und Weltoffenheit gefördert. Es werden zivilgesellschaftliche Basisinitiativen gefördert, die sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagieren.

Überblick

Das Programm "Jugend für Toleranz und Demokratie" besteht aus drei Teilen:
"civitas" fördert ausschließlich in den ostdeutschen Ländern mobile Beratungsteams, Beratungsangebote für Opfer rechtsextremer Gewalt und Maßnahmen zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen in den Gemeinden.
"entimon" unterstützt Toleranz stärkende und präventiv wirkende Projekte der politischen (Jugend-)Bildung, des interkulturellen Dialogs sowie lokale Netzwerke.
"xenos Leben und Arbeiten in Vielfalt", gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, verknüpft arbeitsmarktbezogene Qualifizierungsmaßnahmen mit Aktivitäten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Die Programmverantwortung liegt hier beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, das hier mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eng kooperiert.

Seit 2001 wurden bundesweit bereits 3.625 Projekte, Initiativen und Maßnahmen gefördert. Allein in Thüringen wurden bislang 232 Projekte mit einer Gesamtsumme von über 7,94 Millionen Euro gefördert, davon:

177 in dem Programm civitas, das entspricht einer Fördersumme von 3,99 Millionen Euro
44 in dem Programm entimon, das entspricht einer Fördersumme von 1,1 Millionen Euro und
11 in dem Programm xenos mit einer Fördersumme von 2,85 Millionen Euro aus ESF-Mitteln.

Bis 2006 sollen in den Programmen insgesamt 182,4 Millionen Euro von der Bundesregierung und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung gestellt werden, davon für civitas 44,1 Millionen Euro, für entimon 63,3 Millionen Euro und für xenos etwa 75 Millionen Euro. Die Website www.bmfsfj.de/waktiv-gegen-hass.de bietet aktuelle Informationen sowie eine Regionaldatenbank der geförderten Projekte aus den Programmen civitas, entimon und xenos.

| BMBF
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

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