Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tagung: „Willensfreiheit als interdisziplinäres Problem“

07.06.2004


Haben wir einen freien Willen? ...und können Neurowissenschaftler das experimentell feststellen?

... mehr zu:
»Neurowissenschaft

Eine spannende Auseinandersetzung verspricht die Tagung “Willensfreiheit als interdis-ziplinäres Problem” am 11. und 12 Juni an der Universität Kassel, wenn dort neurowissenschaft-liche und psychologische Befunde einerseits auf traditionelle philosophische Positionen ande-rerseits treffen. Es geht um nicht weniger als eine Antwort auf die Frage, ob sich über die Exis-tenz eines freien menschlichen Willens experimentalwissenschaftlich entscheiden lässt.

Das Problem der Willensfreiheit gehört in der Philosophiegeschichte spätestens seit Aristoteles zum festen Themenbestand. Speziell von Anhängern des metaphysischen Materialismus wurde die Fähigkeit zu freien Willensentscheidungen alles in allem verleugnet. Diese Annahme hat sich in der Gegenwart noch verschärft. Zum einen ist die Kenntnis der neuronalen Strukturen, die sich auf Willenshandlungen beziehen, aufgrund von Untersuchungen des menschlichen Gehirns mit so genannten bildgebenden Verfahren immens angewachsen. Zum anderen haben psycho-logische Untersuchungen unbewusster psychischer Strukturen gezeigt, dass es für eine »freie« Entscheidung, wenn überhaupt, nur sehr wenig Spielraum geben könne. Angesichts dieser Be-funde weisen Philosophen nach wie vor nachdrücklich darauf hin, dass eine Widerlegung der Sphäre freier Entscheidung zu fatalen ethischen und juridischen Konsequenzen führen würde. Viele unter ihnen sind außerdem der Meinung, dass die Annahme eines freien Willens von expe-rimentalwissenschaftlicher Seite her gar nicht angefochten werden könne.


Zur Klärung der Zentralfrage der Tagung werden zunächst Gerhard Roth (Bremen) und Ferdi-nand Hucho (Berlin) als Neurowissenschaftler sowie Thomas Goschke (Dresden) und Matthias Willmann (Kassel) als Psychologen einschlägige Befunde präsentieren, die der Annahme eines freien Willens entgegenstehen. In einem zweiten Schritt werden von wissenschaftstheoretischer und wissenschaftshistorischer Seite aus Erhard Oeser (Wien), Michael Pauen (Magdeburg) und Kristian Köchy (Kassel) die empirischen Befunde einer kritischen Prüfung unterziehen. Die Frage, inwieweit Neurowissenschaft und Psychologie in formaler Hinsicht kompatibel sind, wird in ei-nem dritten Schritt von dem Neuroinformatiker Heinrich Werner (Kassel) und dem Philosophen und Physiker Martin Norwig (Kassel) untersucht. Die erkenntnistheoretische Dimension des Problems wird aus unterschiedlichen Perspektiven von Bettina Walde (Mainz), Heinz Eidam (Kas-sel) und Frank Hermenau (Kassel) thematisiert, woran sich die Untersuchung der Kompatibilität von Stufen- und Netzmodellen von Dirk Stederoth (Kassel) anschließt. Abschließend wird Ansgar Beckermann (Bielefeld) sich nochmals dem Problem von Freiheit und neuronaler Determiniert-heit annehmen.

Tagung: “Willensfreiheit als interdisziplinäres Problem”, Universität Kassel, Interdisziplinäre Ar-beitsgruppe Philosophie, 11./12. Juni, Gießhaus, Mönchebergstr. 5.

Infos:
Universität Kassel,Fachbereich 01
Dr. Dirk Stederoth
Tel (0561) 804 3614 / 804 3546 (Sekr.)
E-mail: d.stederoth@uni-kassel.de

Dr. Dirk Stederoth | Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Berichte zu: Neurowissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise