Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster sichtbarer Venustransit seit über 100 Jahren

25.05.2004


Zum letzten Mal fand dieses Naturschauspiel 1882 statt und erst im Jahr 2247 wird es wieder von Deutschland aus in voller Länge zu beobachten sein: der Venustransit. Am 8. Juni 2004 besteht nun die einmalige Chance von Jena aus zu betrachten, wie der innere Nachbarplanet der Erde vor der Sonnenscheibe herzieht. Dieses Spektakel ist so ungewöhnlich, weil die Himmelskörper selten in der dafür notwendigen Achse stehen. Der kommende Transit dauert von 7.20 bis 13.23 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit.



Um den Venustransit nicht nur mit bloßem Auge zu betrachten, lädt das Astrophysikalische Institut mit Universitäts-Sternwarte Jena (Schillergässchen 2-3) die interessierte Öffentlichkeit ein. Auf dem Dach der Sternwarte werden besonders präparierte Teleskope aufgestellt, die von 7.20-13.30 Uhr eine kostenlose Beobachtung ermöglichen - falls das Wetter mitspielt. Wenn Schulklassen teilnehmen möchten, sollten sie sich unter Telefon 03641 / 947501 anmelden. Jeweils zur vollen Stunde wird ein allgemeinverständlicher Kurzvortrag angeboten. An der Aktion sind neben der Jenaer Universität auch die Thüringer Landessternwarte in Tautenburg und die Volkssternwarte Urania Jena e. V. beteiligt.



Die Venus umkreist die Sonne innerhalb der Erdbahn in nur 225 Tagen. Am Himmel kann man unseren Nachbarplaneten deshalb nur kurz vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang beobachten. Alle 584 Tage überholt der flinke Planet die Erde auf der Innenbahn. "Ein solches Überholmanöver wird auch als ,untere Konjunktion’ bezeichnet", erläutert Prof. Dr. Ralph Neuhäuser. "Da aber die Venusbahn um ca. 3° gegenüber der Erdbahn geneigt ist", so der Direktor der Jenaer Universitäts-Sternwarte weiter, "führt nicht jede untere Konjunktion auch zu einem Venustransit".

Ein solcher Transit war im letzten Jahrhundert kein einziges Mal sichtbar. In diesem Jahrhundert wird er in Ansätzen auch am 6. Juni 2012 zu sehen sein. 2012 endet der Transit aber bereits in den frühen Morgenstunden kurz nach Sonnenaufgang. Daher ermöglicht nur der Transit am 8. Juni 2004 eine komplette Betrachtung seines rund sechsstündigen Weges vor der Sonnenscheibe entlang. "Die Venusscheibe wird so groß erscheinen, dass man sie schon mit bloßem Auge erkennen kann", sagt Prof. Neuhäuser. "Aber man sollte nie ohne geeignete Filter in die Sonne schauen, da Erblindung oder schwere Augenschäden die Folge sein können", rät der Jenaer Astrophysiker zur Nutzung von Spezialbrillen wie bei der Betrachtung der Sonnenfinsternis, so genannte SoFi-Brillen.

Die Teleskope der Sternwarte sind entsprechend behandelt, so dass eine Schädigung des Auges ausgeschlossen ist. "Wir sind optimistisch, dass wir dieses Mal besseres Wetter als beim Merkurtransit im letzten Jahr haben werden", hofft Neuhäuser. "Die Erfahrungen, die wir dabei gesammelt haben, werden auf jeden Fall unseren Besuchern zugute kommen, die sich dieses einmalige Naturschauspiel ansehen möchten", lädt er alle Interessierten herzlich ein.

Kontakt:

Prof. Dr. Ralph Neuhäuser
Astrophysikalisches Institut mit Universitäts-Sternwarte Jena
Schillergässchen 2-3, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 947500
Fax: 03641 / 947502
E-Mail: rne@astro.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.astro.uni-jena.de
http://www.exoplanet.de

Weitere Berichte zu: Naturschauspiel Neuhäuser Venustransit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung
26.09.2017 | Technische Universität Darmstadt

nachricht Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle
26.09.2017 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie