Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltkongress für Kinder- und Jugendpsychiatrie

27.04.2004


Vom 22. bis zum 26. August 2004 findet in Berlin der 16. Weltkongress der International Association for Child and Adolescent Psychiatry and Allied Professions (IACAPAP) statt. Organisiert wird er vom international renommierten Direktor der Marburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie Präsident der IACAPAP, Prof. Helmut Remschmidt.

... mehr zu:
»IACAPAP »Jugendpsychiatrie

Der Kongress, zu dem sich bislang über tausend Teilnehmer aus 47 Ländern angemeldet haben, steht unter dem Motto: "Facilitating Pathways - Care, Treatment and Prevention in Child and Adolescent Mental Health" (Erleichterung von Lebenswegen - Versorgung, Behandlung und Prävention von seelischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter).

"12 bis 14 Prozent aller Kinder weltweit, so zeigen epidemiologische Studien, weisen seelische Auffälligkeiten auf", erklärt Remschmidt. "Fünf Prozent sind absolut behandlungsbedürftig." Neben umweltbedingten Faktoren für seelische Erkrankungen wie der sozialen Umgebung treten auch genetische Ursachen immer mehr in den Fokus der Forschung. Erhebliche Fortschritte haben sowohl die psychotherapeutische als auch die medikamentöse Behandlung psychischer Störungen gemacht.


Das Themenspektrum der Konferenz reicht von den Fachgebieten Kinder- und Jugendpsychiatrie, Genetik, Neurologie und Neuropsychologie bis hin zu den Krankheitsbildern Autismus, hyperkinetisches Syndrom, Schizophrenie und Epilepsie, um nur einige der bekanntesten Stichworte zu nennen. Zwei Symposien werden von der Wissenschaftlergruppe "Group of Rome" abgehalten, die sich speziell mit den Auswirkungen von Krieg und Terrorismus auf Kinder beschäftigt.

In der in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts gegründeten IACAPAP haben sich wissenschaftlich und klinisch tätige Kinder- und Jugendpsychiater sowie Angehörige verwandter Berufe weltweit zusammengeschlossen. Sie versteht sich als Dachorganisation aller nationalen wissenschaftlichen Fachgesellschaften, die sich für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen einsetzen.

Hintergrund:

Rund fünfzig Prozent der Weltbevölkerung sind Kinder und Jugendliche. Deren Situation verschärft sich zunehmend. Kriege, Krankheiten und widrige soziale Lebensumstände set-zen viele von ihnen schon früh traumatischen Erfahrungen aus. Die international agierende IACAPAP versteht sich als Anwalt von Kindern und Jugendlichen in seelischen Notsituationen. Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO bringt sie ihre Kompetenz und Erfahrung ein, um weltweit die Etablierung medizinischer und psychologischer Hilfseinrichtungen zu unterstützen.

Die Arbeit der IACAPAP setzt auf verschiedenen Ebenen an. "Zunächst einmal kommt es darauf an, die Dinge zu benennen und das Bewusstsein für die oft katastrophalen Folgen von Umwelt und Erkrankungen auf die seelische Gesundheit der Kinder zu wecken", so IACAPAP-Präsident Remschmidt. Darauf aufbauend entwickelt die Organisation einfache und auch in ärmeren Ländern schnell umsetzbare Handlungsstrategien. So sollen statt ausgebildeter Ärzte angeleitete Gesundheitshelfer erste Diagnosen stellen und Behandlungsschritte einleiten. Ebenso muss für traumatisierte Kinder ein sicherer Rahmen - zum Beispiel eine Pflegefamilie oder regelmäßiger Schulbesuch - geschaffen werden.

"Die nächste Stufe sind Ärzte oder Psychologen, die präzisere Diagnosen stellen, Krankheiten medikamentös oder auch psychotherapeutisch behandeln können", erklärt Remschmidt. Schließlich unterstützt die IACAPAP den Aufbau spezialisierter, wissenschaftlich arbeitender Institutionen, wie sie etwa in den USA und Europa zum Teil bereits gut etabliert sind. Diese können die häufigsten seelischen Erkrankungen kompetent und erfolgreich behandeln.

Auf dem IACAPAP-Weltkongress wird sich das Interesse der Teilnehmer auf alle therapeutischen Interventionen konzentrieren. Unter ihnen spielen, neben der Psychotherapie, auch Medikamente eine wesentliche Rolle. Aber auch neue diagnostische Methoden wie die modernen bildgebenden Verfahren (Computertomographie, Magnetresonanztomographie und Positronenemissionstomographie) werden eingehend behandelt. Sie versprechen neue Erkenntnisse in der Ursachenforschung bei seelischen Erkrankungen.

Über die folgenden Internet-Adressen erreichen Sie die IACAPAP-Kongress-Homepage, die IACAPAP-Homepage, den Lebenslauf von Prof. Helmut Remschmidt sowie das Marburger Untersuchungs- und Forschungsprogramm zum Asperger-Syndrom.

Thilo Körkel | idw
Weitere Informationen:
http://www.iacapap-berlin.de
http://www.med.uni-marburg.de/d-einrichtungen/kjp/personal/remschm/kurzlebenslauf.html
http://www.kjp.uni-marburg.de/asperger/index.php

Weitere Berichte zu: IACAPAP Jugendpsychiatrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin
24.02.2017 | TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF)

nachricht Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie
24.02.2017 | Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie