Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Molekulare Wirkungsmechanismen von Nährstoffen

25.03.2004


Zuckerkrankheit, Fettsucht, Knochenbau, Lebensalter: Wie Vitamine, Fette und Spurenelemente die Aktivität unserer Gene beeinflussen - das ist der Titel des Mosbacher Kolloquium der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V. zu molekularen Wirkungsmechanismen von Nährstoffen.



Das 55. Mosbacher Kolloquium der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V. findet vom 1. - 3. April 2004 in Mosbach (Baden) statt. Unter dem Thema How nutrients influence gene activity diskutieren rund 300 Teilnehmer aus neun europäischen Ländern und den USA über molekulareWirkungsmechanismen von Nährstoffen. Dies soll zum besseren Verständnis der Auswirkungen unserer Ernährung im gesunden wie im kranken Organismus beitragen.

... mehr zu:
»Biochemie »GBM »Molekularbiologie


"Hmmm, es schmeckt mir doch gleich viel besser, seitdem ich weiß, wie gesund meine Schokolade ist mit den enthaltenen Vitaminen und Mineralstoffen", so tönt es aus der Radiowerbung. Über den Sinn oder Unsinn von Nahrungsbestandteilen und Ergänzungsstoffen wird viel diskutiert. Für die Ernährungsindustrie ist die Werbung mit Inhaltsstoffen ein wichtiges Thema. Doch was bewirken einzelne Nahrungsbestandteile spezifisch in unserem Körper? Von einer wachsenden Zahl von Nahrungsbestandteilen ist bekannt, wie sie in den einzelnen Körperzellen Signale vermitteln und die Aktivität von Genen beeinflussen. Die neuesten Erkenntnisse zu diesen molekularen Wirkmechanismen und ihren Auswirkungen im gesunden wie im kranken Organismus werden auf dem 55. Mosbacher Kolloquium der GBM Anfang April vorgestellt. Organisiert wird die Tagung von Regina Brigelius-Flohé, Abteilungsleiterin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung, Potsdam-Rehbrücke und Josef Köhrle, Direktor des Instituts für Experimentelle Endokrinologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Verbindung von Grundlagenforschung und medizinischer Anwendung

"Mit der Programmauswahl bringen wir Top-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Molekular- und Entwicklungsbiologie, der Ernährungswissenschaft und Hormonforschung mit Mitarbeitern aus der klinisch-pharmakologischen Anwendungsforschung zusammen", so Regina Brigelius-Flohé. "Die Themenkombination soll helfen, die Wirkungsweise von Nahrungsbestandteilen besser zu verstehen, und ihre Nutzung zur Prävention von Krankheiten abschätzen zu können."

Vitamine, Fette, Spurenelemente

Die Bedeutung von Vitamin A und D beim Wachstum und der Differenzierung von Zellen ist lange bekannt. Erst mit der Erkenntnis, dass sie an sogenannte nukleäre Rezeptoren im Zellkern binden und so die für ihre Funktion entscheidenden Gene aktivieren, wurde aber die Wirkungsweise dieser Vitamine klar. In speziellen Vorträgen steht für Vitamin A die Funktion in der Embryogenese und Organentwicklung, für Vitamin D der Calcium-Stoffwechsel und die Knochenentwicklung im Vordergrund.

Fett ist der wichtigste Energielieferant unserer Nahrung. Änderungen in der Zusammensetzung von Nahrungslipiden ("Fetten") führen aber auch zur Beeinflussung anderer normaler Vorgänge der Zellfunktion. Die Entdeckung von Regelkreisen mit nukleären Rezeptoren, die fettlösliche Wirkstoffe binden, hat eine neue Dimension in der Erforschung der Rolle von Lipiden in der zellulären Regulation eröffnet. Störungen dieser Regelmechanismen können z.B. zu Adipositas (Fettsucht), Typ 2 Diabetes oder Atherosklerose führen.

Zum Thema Spurenelemente steht z.B. ein Vortrag zum Einfluss von Selenmangel auf Spermien auf dem Programm. Ein anderer Beitrag über den Mechanismus der Bildung Molybdän-abhängiger Proteine erläutert die essentielle Rolle des Schwermetalls Molybdän für unserer Körper. Störung in der Bildung Molybdän-abhängiger Proteine führen zu schweren neurologischen Ausfällen und frühem Tod.

Nahrung und Lebenserwartung

Der letzte Tag steht im Zeichen des Nutrient-sensing, also von Mechanismen zur Steuerung des Zellwachstums in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot. Ein heißer aktueller Punkt dabei ist u.a. die caloric restriction. Kalorienreduzierung hat bei Labortieren zur Verlängerung der Lebenserwartung geführt. Die Analyse der Gene, deren Aktivität unter reduzierter Kalorienzufuhr verändert ist, wird zeigen, ob und wie die Lebenserwartung auch bei Menschen durch die Nahrungsaufnahme zu beeinflussen ist.

Feodor Lynen-Vorlesung durch Björn Vennström

Höhepunkt der Tagung ist die Feodor Lynen-Vorlesung, die dieses Jahr Björn Vennström vom Karolinska Institut aus Stockholm hält. Er wird anhand seiner Arbeiten über Schilddrüsenhormonrezeptoren (Thyroidrezeptoren) die Verbindung zwischen nukleären Rezeptoren und essentiellen Spurenelementen wie z.B. Iod knüpfen.

Eine Posterpräsentation mit Forschungsarbeiten von Nachwuchswissenschaftlern sowie eine Industrieausstellung runden die Veranstaltung ab. Weitere Informationen und das Detailprogramm finden sich im Internet.

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V. ist mit etwa 5500 Mitgliedern aus Hochschulen, Forschungsinstituten und der Industrie die große wissenschaftliche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Biochemie, Molekularbiologie und Molekularen Medizin in Deutschland. Die GBM fördert Forschung und Lehre der Biochemie und molekularen Biologie und die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Biotechnologie und Medizin und deren Verbreitung in der Öffentlichkeit.
Das Mosbacher Kolloquium ist seit 1950 die alljährliche internationale Frühjahrstagung der Gesellschaft, auf der sich Biochemiker, Molekularbiologen und Mediziner verschiedener Fachdisziplinen treffen, um die neuesten Entwicklungen eines aktuellen Spezialthemas zu diskutieren.

Weitere Informationen:
Dr. Jörg Maxton-Küchenmeister,
Geschäftsstelle der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V.
Mörfelder Landstr. 125, D-60598 Frankfurt a.M.
Tel.: 069 - 660 567-12
E-Mail: maxton@gbm-online.de

Wolfgang Müller M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.gbm-online.de

Weitere Berichte zu: Biochemie GBM Molekularbiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle

17.08.2017 | Energie und Elektrotechnik

Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen

17.08.2017 | Verfahrenstechnologie

Fernerkundung für den Naturschutz

17.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz