Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Expertentagung zur Leukämiebehandlung, Krebsforschung und Immunologie

15.01.2004


Neue Methoden im Kampf gegen Leukämie und bösartige Tumoren


Auf Schloss Elmau treffen sich internationale Experten der Leukämiebehandlung, Krebsforschung und Immunologie, vom 22. bis 24. Januar 2004, zum 6. Internationalen Symposium der Universität München gemeinsam mit dem GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, um neue Wege der Behandlung mit immunologischen Methoden zu diskutieren.

Bei der Konferenz werden neue Wege aufgezeigt, wie "innate immunity" mit natürlichen Killerzellen (NK) und NK-ähnlichen T-Zellen stimuliert werden kann, und wie die "adaptive immunity" gegen Leukämie- und Gewebe-spezifische Merkmale gerichtet werden kann. Besonderer Wert wird auch auf die Vermeidung eines Abschaltens der Immunreaktion gegen Leukämie durch natürliche Toleranzmechanismen gelegt. Schließlich wird über neue Möglichkeiten berichtet, mit Antikörpern, d.h. gegen immunologische Merkmale gerichtete Serumbestandteile, T-Lymphozyten auf die Leukämie- und Tumorzellen zu lenken.


Die Therapieprinzipien haben sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Früher versuchte man, mit Bestrahlung und Chemotherapie die Leukämie auszuschalten und die Blutbildung des Patienten mit einem möglichst gut verträglichen Knochenmarktransplantat herzustellen. Heute setzt man auf die Immunreaktion der übertragenen Zellen gegen die Leukämie bzw. den Tumor. Es werden zum Teil gewisse Unterschiede der Gewebeverträglichkeit des Patienten in Kauf genommen, um eine starke Reaktion gegen die Leukämie zu erhalten. Ziel ist es, eine Toleranz des Transplantates gegenüber den gesunden Geweben zu erzielen und die Zellen des Spenders gegen die Leukämie zu richten. Die in München entwickelte Methode einer Therapie in zwei Schritten hat sich international bewährt. Dabei wird zunächst ein Chimärismus, d.h. ein Überleben der Blutbildung des Spenders beim Patienten, hergestellt, der eine Gewebetoleranz des Patienten gegenüber dem Spender bewirkt. Nach wenigen Monaten kann die immunsuppressive Therapie abgesetzt werden und der Chimärismus bleibt bestehen. Danach werden Zellen (Lymphozyten) des Spenders übertragen, die gegen die Leukämie immunologisch reaktiv sind. Die Methode hat mehrere Vorteile: die neu übertragenen Zellen des Spenders können sich im Patienten ausbreiten, ohne vom Immunsystem des Patienten abgestoßen oder durch immunsuppressive Mittel unterdrückt zu werden; sie sind mit der Leukämie vorher noch nicht in Kontakt gekommen und gegenüber der Leukämie nicht tolerant ; geringe Unterschiede in der Gewebeverträglichkeit genügen, um die Reaktion der übertragenen Spenderlymphozyten gegen die Leukämie zu stimulieren. Während die Methode bei langsam verlaufender Leukämie, Lymphom und Myelom recht gut funktioniert, versagt sie häufig bei rasch verlaufender, akuter Leukämie. Hier werden neue Wege zur Stimulation der Immunreaktion erforscht. Gewebehormone (Zytokine) und aktivierte Stimulatorzellen, sog. Dendritische Zellen, können die Reaktion anstoßen und verstärken. Die transfundierten Lymphozyten können im Rahmen eines angeborenen Reaktionsmusters ("innate immunity") oder mit einer erlernten Reaktionsweise ("adaptive immunity") gegen die Leukämie vorgehen.

Die Experten sehen Anlass zur Hoffnung, dass die Therapie mit den neuen Methoden bald auch bei rasch verlaufenden, akuten Leukämien und bösartigen Tumoren Erfolge zeigt.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Jochem Kolb
Hämatopoetische Zelltransplantation
Med. Klinik III, Klinikum der Universität- Grosshadern
GSF- Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Mobile: 0171-4566378

Gertrud Aßmann | idw

Weitere Berichte zu: Immunologie Krebsforschung Leukämie Leukämiebehandlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?
23.04.2018 | Technische Universität Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics