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Vorstellung des UNESCO-Weltberichts „Bildung für alle 2003/04“

08.12.2003


Der zweite UNESCO-Weltbericht „Bildung für alle“ 2003/04 (Education for All - EFA) wird am 11. Dezember 2003 im Pressesaal des Bundespresseamtes Bonn vorgestellt. Im Mittelpunkt des Berichts stehen Geschlechterdisparitäten im Bildungswesen.



In vielen Entwicklungsländern sind Mädchen und Frauen nach wie vor stark benachteiligt. Der Report untersucht auch die Lage im Hinblick auf die weiteren EFA-Ziele bis 2015: frühkindliche Betreuung, Grundschulbildung, Lernangebote für Jugendliche, Erwachsenen-Alphabetisierung und Bildungsqualität.

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Über 100 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule; hinzu kommt eine große Zahl von Schulabbrechern. Weltweit sind etwa 862 Millionen Erwachsene Analphabeten, zwei Drittel davon Frauen. Erstmals wird im neuen EFAWeltbericht mittels des „EFA Development Index (EDI)“ für 94 Länder dargestellt, wo sie im EFA-Prozess stehen. Für die meisten Industrieländer, darunter auch Deutschland, liegt keine Bewertung vor, da nicht alle Daten verfügbar sind und die meisten dieser Länder keinen nationalen EFA-Mechanismus entwickelt haben. Den höchsten EDI erreicht Italien mit 0,990, gefolgt von Polen (0,989) und Estland (0,987), den niedrigsten Niger mit 0,439 hinter Guinea-Bissau (0,462) und Burkina-Faso (0,469). Die Chancengleichheit der Geschlechter in der Bildung bleibt ein schwer erreichbares Ziel für 54 Länder, darunter 16 Länder in Afrika südlich der Sahara. Mädchen sind auch in Pakistan, Indien und China weiterhin stark benachteiligt. Der Report stellt auch viele gute Beispiele vor. Christopher Colclough, Direktor des EFA Global Monitoring Report Teams der UNESCO: „In die Bildung von Mädchen zu investieren ist der beste Weg, dass zukünftige Generationen auch Zugang zu Bildung erhalten.“

Der regelmäßig erscheinende Weltbericht „Bildung für alle“ wird im Auftrag der UNESCO von einem unabhängigen internationalen Expertenteam angefertigt, das u.a. vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt wird. Der EFA-Report ist Teil des follow-ups des Weltbildungsforums in Dakar 2000, bei dem sich 164 Länder verpflichtet haben, sechs Ziele für „Bildung für alle“ bis zum Jahr 2015 zu erreichen.

An die Präsentation des Berichtes schließt sich ein Pressefachgespräch mit Experten an: Christopher Colclough (Direktor des EFA Global Monitoring Report Teams der UNESCO) erläutert die neuesten Resultate auf dem Weg zum Entwicklungsziel Bildung für alle. Staatssekretär Erich Stather (BMZ) berichtet über den Beitrag der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur Verringerung der weltweiten Bildungskluft. Dr. Traugott Schöfthaler, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, stellt dar, dass EFA auch ein Thema für Deutschland ist. Dr. Adama Ouane, Direktor des UNESCO-Instituts für Pädagogik in Hamburg, und Rupert Maclean, Direktor des UNESCO-Berufsbildungszentrums UNEVOC in Bonn, stellen ihre Beiträge zum EFA-Programm vor.

Dieter Offenhäußer | UNESCO
Weitere Informationen:
http://www.unesco.de

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