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Leibniz-Preisträger Manfred Strecker - Universität Potsdam

05.12.2003


Prof. Dr. Manfred Strecker von der Universität Potsdam erhält den höchstdotierten deutschen Förderpreis



Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute die Preisträger im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der DFG für das Jahr 2004 bestimmt. Elf Wissenschaftler werden mit dem höchstdotierten deutschen Förderpreis ausgezeichnet. Unter ihnen ist auch Professor Dr. Manfred Strecker (48) vom Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam. Prof. Dr. Manfred Strecker gehört im Bereich der Geowissenschaften zu den Pionieren, die das Wechselspiel zwischen Tektonik, Klima und Oberflächenprozessen untersuchen.

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Professor Manfred Strecker forscht und lehrt seit 1995 am Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam. Hier untersuchen er und seine Mitarbeiter in Kooperation mit weiteren geowissenschaftlichen Instituten langfristige Veränderungsprozesse im Erdmantel und im Klima der Erde. Ein wesentliches Ziel dieser Forschungen ist es, aus den gewonnenen Erkenntnissen Informationen zur Entstehung von Erdbeben zu gewinnen.

Der Festkörper Erde ist ein "lebendes" System, der vermeintlich feste Erdmantel bewegt sich kontinuierlich. Diese Bewegungen wiederum sind der Motor für das""Wandern der Kontinente". Solche langfristigen Veränderungsprozesse im System Erde werden in Potsdam interdisziplinär von den am Institut angesiedelten Disziplinen Geologie, Mineralogie und Geophysik untersucht, um unter anderem das Risiko von Erdbeben und Vulkanausbrüchen in den verschiedensten geographischen Regionen abschätzen zu können. Ihre Erkenntnisse gewinnen die Potsdamer Wissenschaftler in erster Linie über die Messung und computergestützte Auswertung von Signalen, die selbst kleinste Erdbewegungen abgeben. Langfristiges Ziel dieser Forschungen ist es auch, leistungsfähige Frühwarnsysteme zu entwickeln.

In Kooperationsprojekten versuchen die Wissenschaftler zurzeit zu klären, wie sich der jeweils lokale Untergrund auf Erdbebenschäden auswirkt oder - anhand eines Projektes am Vulkan Merapi in Java, Indonesien - wie sich so genannte Hochrisiko-Vulkane automatisiert überwachen lassen. Innerhalb eines DFG-Sonderforschungsbereichs versuchen die Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit der FU Berlin und dem GeoForschungsZentrum in Potsdam (GFZ) zu klären, wie in den Anden Gebirgsbildungsprozesse verlaufen. Hierzu haben sie ein weiträumiges Netzwerk zur Messung von seismischen Signalen in Nord-Chile, Bolivien und Argentinien installiert. Weitere Studien zu den elementaren Prozessen in der Entwicklung der Erdkruste werden derzeit in der Türkei, in China und in Norwegen durchgeführt.

Dass nicht nur das Klima die Erde, sondern auch Veränderungen der Erdoberfläche das Klima verändern können, ist eine relativ neue Erkenntnis. Auch in diesem Forschungsbereich, der regionale und globale Klimaveränderungen auf ihre komplexen Wechselwirkungen mit der Tektonik, Topographie, Erosion und Sedimentation des Erdmantels untersucht, sind die Forscher des Instituts für Geowissenschaften der Universität Potsdam weltweit engagiert. Gegenwärtig führen sie in diesem Zusammenhang internationale Forschungsprojekte in Tibet, in Kirgistan (GUS), im Himalaya, in den Patagonischen und Nordwest-Argentinischen Anden sowie in Ost- und Zentralafrika durch.

Professor Manfred Strecker, geb. 1955, studierte in Göttingen und an der Cornell University, Ithaca (USA), Biologie, Geographie und Geologie. Ein einjähriger Forschungsaufenthalt führte ihn im Anschluss an das Instituto Miguel Lillo in Tucumán, Argentinien. 1987 kehrte er zurück an die Cornell University und promovierte dort über spätkänozoische tektonische Bewegungen in den nördlichen Sierras Pampeanas Argentinens. Nach seiner Promotion kehrte Strecker nach Deutschland zurück und habilitierte sich 1991 mit einer Untersuchung über die Entstehung des Kenia Rifts am Geologischen Institut der Universität Karlsruhe. In Karlsruhe übernahm Strecker die Teilprojektleitung in einem Sonderforschungsbereich der Universität und befasste sich mit der Erforschung der tektonischen und paläoökologischen Entwicklung von Sedimentbecken im Kenia-Rift sowie mit der Untersuchung der tektonischen Aktivitäten in der Kollisionszone zwischen Indien und Eurasien im Pamir-Gebirge. 1993 ging er als Visiting Associate Professor an das Department of Geophysics der Stanford University, Kalifornien, bevor er 1995 den Ruf an die Universität Potsdam annahm.

Mit dem Leibniz-Preis der DFG werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet. Die Förderung soll die Arbeitsmöglichkeiten der Preisträger und ihrer Arbeitsgruppen verbessern und die Mitarbeit besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftler sowie die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus dem Ausland erleichtern. Die bereitgestellten Mittel - im Fall von Professor Manfred Strecker handelt es sich um ein Preisgeld von 1,55 Millionen Euro - geben den Forschern die Möglichkeit, sich weitgehend frei von administrativem Aufwand auf ihre weitere Arbeit zu konzentrieren.

Andrea Benthien | idw

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