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Auswirkungen steigender Kohlendioxid-Konzentrationen auf Waldökosysteme

17.10.2003



Zu einem Austausch aktueller Forschungsergebnisse treffen sich vom 20. bis 22. Oktober 2003 an der Universität Göttingen Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, die an dem Projekt EUROFACE beteiligt sind. Unter diesem Namen fördert die Europäische Union (EU) Forschungsarbeiten, die die Auswirkungen steigender Kohlendioxid-Konzentrationen auf Waldökosysteme untersuchen. An dem Vorhaben sind Forscher von elf europäischen Universitäten beteiligt, darunter auch Prof. Dr. Andrea Polle vom Institut für Forstbotanik der Göttinger Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie. Die Direktorin des Instituts richtet das dreitägige Treffen mit dem Titel "Klimaschutz und Nachhaltigkeit" an der Georgia Augusta aus.

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Kohlendioxid trägt als Treibhausgas zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei. Prof. Polle: "Bei weiterhin hoher Emission wird schon in weniger als 100 Jahren mit einer 50- bis 100-prozentigen Erhöhung der bisherigen Werte zu rechnen sein." Um unter realistischen Bedingungen untersuchen zu können, welche Folgen dieser Anstieg haben wird, hat die Universität von Tuscia in Viterbo (Italien) bereits vor fünf Jahren ein großes Feldexperiment mit Bäumen angelegt: Dabei wurden von Beginn an Stecklinge im Freiland einer überdurchschnittlichen CO2-Konzentration ausgesetzt und auf einem Teil der Flächen außerdem hohe Stickstoffeinträge simuliert. Die Göttinger Forscher unter der Leitung von Prof. Polle wiesen nach, dass die "unheilvolle Kombination von erhöhtem CO2 und Stickstoff" die Qualität des Holzes mindert: Die Faserlänge wird kürzer, die Dichte geringer. Wissenschafter aus Großbritannien und den Niederlanden untersuchen im Rahmen von EUROFACE außerdem die Auswirkungen auf den Boden; Forscher aus Italien, Belgien, Estland und der Tschechischen Republik befassen sich mit Fragen der Kohlenstoffbindung, den Wasserflüssen und der Energiebilanz.

Wie Prof. Polle weiter erläutert, leistet das Projekt auch einen Beitrag dazu, den Klimaschutzaktionsplan des Landes Niedersachsen wissenschaftlich zu untermauern. Die Landesregierung strebt an, die Waldfläche bis zum Jahr 2040 von zur Zeit 22 auf 25 Prozent der Gesamtfläche zu erhöhen. Mit dieser Maßnahme sollen vier bis sieben Prozent der jährlichen klimaschädlichen Kohlenstoffemissionen in Niedersachsen der Erdatmosphäre entzogen werden. Die Göttinger Wissenschaftlerin: "Zwar sind die klimatischen Verhältnisse unterschiedlich, trotzdem können die Freilanduntersuchungen klären, ob ein Großteil des aufgenommenen CO2 tatsächlich dauerhaft im Holz festgelegt oder schnell wieder über den Boden ausgestoßen wird."


Kontaktadresse:

Prof. Dr. Andrea Polle
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Institut für Forstbotanik
Büsgenweg 2, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-3480, Fax -2705
e-mail: apolle@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.forst.uni-goettingen.de

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