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2. Internationaler Kongress - "Moderne Gefahrenabwehrsysteme"

29.09.2003


Die Terroranschläge auf New York und Washington DC am 11. September 2001 sind leider kein Einzelfall geblieben. In Moskau, Bali, Jerusalem, Djerba, Riadh und vielen anderen Orten waren in den letzten Jahren viele Tote und Verletzte nach terroristischen Anschlägen zu beklagen.



Sind der Rettungsdienst, die Feuerwehren und das Gesundheitswesen auf diese neuen Bedrohungslagen vorbereitet?



Antworten liefern Experten aus aller Welt. Zum zweiten Mal nach 2002 laden das Institut für Notfallmedizin des LBK Hamburg (IfN) und die Akademie für Rettungsdienst und Gefahrenabwehr der Landesfeuerwehrschule Hamburg am 1. und 2. Oktober 2003 zum Erfahrungsaustausch nach Hamburg ein.

Neben Berichten von Führungskräften aus den Einsätzen in Moskau, Bali und Jerusalem werden Strategien für die Bewältigung von biologischen und chemischen Anschlägen diskutiert. Am zweiten Tag werden die Themen "Das Krankenhaus in Krisensituationen" und "Maritime Sicherheit" parallel analysiert.

"Der internationale Terrorismus rührt an die Grundlagen unserer Zivilisation und an die Grundwerte der menschlichen Kultur", so Innenstaatsrat Herbert Neumann in seinem Grußwort. "Die innenpolitische Prioritätenliste wurde über Nacht eine andere. Innere und äußere Sicherheit stehen ganz oben. Sie sind für die Zukunft nicht mehr zu trennen und müssen neu definiert werden.

Der internationale Dialog zwischen den Sicherheitskräften muss als Beitrag zur Nutzung einer intensivierten interkulturellen Kommunikation mit dem Ziel einer globalen Konfliktprävention gesehen werden. Es muss eine nationale und internationale Konfliktpräventionspolitik entwickelt werden, die dem gesamten Spektrum an Erfordernissen für erfolgreiche Krisenprävention und Krisenmanagement Rechnung trägt.

Die Freie und Hansestadt Hamburg als Plattform für diesen Kongress hat das größte Interesse daran, dass die Einsatzkräfte und Entscheidungsträger der Feuerwehren, des öffentlichen Gesundheitswesen, des Krankenhausmanagements, der Polizei, der Rettungs- und Sanitätsorganisationen, des Technischen Hilfswerkes, sowie des Katastrophenschutzes sich mit wachem Interesse und kritischer Aufgeschlossenheit den neuen Bedrohungen entgegenstellen. Durch die beschleunigte Globalisierung können viele Probleme weltweit nur noch gemeinsam gelöst werden."

Der Leitende Branddirektor Jörg Schallhorn, Leiter der Landesfeuerwehrschule Hamburg: "Die aktuellen Terroranschläge und naturbedingten Großschadensereignisse haben mit Nachdruck bestätigt, dass auch nach dem erfolgreichen 1. Internationalen Kongress im September 2002 in Hamburg ein weiterführender Erfahrungsaustausch zur Weiter-entwicklung und Umsetzung eines ganzheitlichen und gemeinsamen Gefahren-abwehrkonzeptes seitens des Bundes und der Länder unabdingbar ist. Neben einer veränderten Einschätzung der weltweiten Bedrohungslage durch die Sicherheitsbehörden wurde zudem deutlich, dass eine situationsangemessene Anpassung der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Feuerwehrangehörigen notwendig ist. Die Erkenntnis, dass insbesondere die Metropolregionen angemessene präventive und abwehrende Strukturen zur Abwendung einer globalen Gefahrensituation vorhalten müssen, haben uns bewogen, uns thematisch neben der Abwendung von biologischen und chemischen Gefahrenlagen insbesondere auch der maritimen Gefahrenabwehr zuzuwenden.

Erwartet wird daher auch in diesem Jahr ein hochinteressanter und notwendiger Erfahrungsaustausch zwischen Fachleuten aus aller Welt, die präventiv und abwehrend für die Bewältigung von Großschadenslagen verantwortlich sind."

IfN-Geschäftsführer Dr. Heinzpeter Moecke: "Die Medizin, der Rettungsdienst und die Krankenhäuser könnten zur Prävention solcher Handlungen kaum etwas beitragen. Die Herausforderung für die Beteiligten im Gesundheitswesen ist, sich so aufzustellen, dass die betroffenen Patienten nach solchen Schadensereignissen kompetent und zeitkritisch diagnostiziert, behandelt und in geeignete, vorbereitete Krankenhäuser befördert werden können. Darauf hat jeder Bürger aus unserer Sicht einen Anspruch!

Trotz der veränderten Bedrohungslage müssen aber auch bei terroristischen Angriffen die Grundsätze der bisherigen Strategien beim Massenanfall von Verletzten bestehen bleiben: Dazu zählen die frühestmögliche individualmedizinische Behandlung, die Institutionalisierung eines Leitenden Notarztes, die Durchführung von Sichtung und Dokumentation nach einheitlichen Kriterien, die Bildung von Behandlungsabschnitten, die Verlegung der Patienten in für das Verletzungsmuster geeignete Zielkliniken sowie die rechtzeitige Einbeziehung unterstützender Einheiten."

Jens Oliver Bonnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.internationaler-kongress.de

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