Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Forschung trägt dazu bei, Landminen weltweit zu eliminieren

16.09.2003


Noch immer gibt es jedes Jahr zwischen 15 000 und 20 000 neue Opfer von Landminen. Um die Forschungsinitiativen der EU in diesem Bereich vorzustellen, nahm der für Forschung zuständige Kommissar Philippe Busquin in Brüssel an der internationalen Konferenz über die Ortung, Beseitigung und Entschärfung von Landminen teil, die von der Freien Universität Brüssel (VUB) organisiert wurde.



In den letzten zehn Jahren hat die Europäische Kommission mehr als 200 Mio. € für die Minenräumung ausgegeben, unter anderem mindestens 33 Mio. € für die Entwicklung neuer Minenräumtechnologien. Für diese Priorität werden in den nächsten vier Jahren noch weitere Mittel bereitgestellt. Die Forschungsprojekte der EU konzentrieren sich vor allem auf die Entwicklung und Erprobung neuer Ortungsinstrumente, durch die die Minenräumtechniken verbessert werden sollen. EU-Minenexperten waren in der ganzen Welt im Einsatz, unter anderem in Afghanistan, Angola, Kambodscha, im Irak und in Südosteuropa.



Kommissar Busquin sagte: „Wie können nicht akzeptieren, dass das Blutvergießen durch Landminen weitergeht und niemand darüber spricht. In den letzen sieben Jahren wurde die EU zu einem der wichtigsten Geber der internationalen Forschung zur Unterstützung der Minenräumung für humanitäre Zwecke. In dieser Zeit wurden beträchtliche technologische Fortschritte erzielt, aber es bleibt noch einiges zu tun, um mit dem vorhandenen Fachwissen neue Minenräuminstrumente zu schaffen. Dies erfordert ein konzertiertes Vorgehen der internationalen Geber, Fachleute aus Forschung und Entwicklung und insbesondere der Minenräumspezialisten, die vor Ort arbeiten.“

Forschungsinitiativen der EU im Bereich der Minenräumung

Die gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Kommission hat ein Projekt für Test und Evaluierung von Technologien für die humanitäre Minenräumung eingeleitet, das eine wesentliche Voraussetzung ist, um die Leistungsfähigkeit und die Schwächen bestimmter Arten von Minenräumausrüstung unter bestimmten Bedingungen prognostizieren zu können.

Es geht darum, die Minenräumausrüstung durch standardisierte Tests und Evaluierungen sicherer und effizienter zu machen. Die GFS stellt Einrichtungen für Test und Evaluierung (TuE) zur Verfügung, fördert die Festlegung von TuE-Standards und führt TuE-Maßnahmen für Minenräumausrüstung durch. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Bewertung von Metalldetektoren, einem der wenigen überall im Handel verfügbaren Instrumente, die vom Minenräumpersonal für das manuelle Minenräumen eingesetzt werden.

Entwicklung „smarterer“ und verlässlicherer Metalldetektoren

Die Kommission beteiligte sich an der Erstellung einer Vereinbarung über Test und Evaluierung von Metalldetektoren entsprechend der Regeln des Europäischen Komitees für Normung (CEN) und in dessen Auftrag. In dieser „CEN-Workshop-Vereinbarung CWA 14747:2003“ sind Grundsätze, Leitlinien und Verfahren für Detektortests festgelegt.

Die Kommission wird auf der Grundlage des vorliegenden Standardtestprotokolls gemeinsam mit anderen internationalen Partnern Testreihen durchführen, um die Leistungsfähigkeit im Handel verfügbarer und neuer Detektoren zu testen. Insbesondere werden geprüft

- die Störfestigkeit und Leistungsfähigkeit bei umgebungsbedingter Beanspruchung
- die Logistik- und Ergonomieaspekte
- die Detektionsleistung bei spezifischen Böden und Minen

Die Kommission wird darüber hinaus lokale Umweltdaten aus den verminten Ländern sammeln und analysieren, wo diese Detektoren zum Einsatz kommen werden. Sie wird die Ergebnisse der TuE-Reihen und die gesammelten Daten unter Verwendung eines geographischen Informationssystems und von Landkarten vorlegen, und so die Gebiete ausweisen, in denen spezifische Minenräumausrüstung am besten geeignet ist.

Die Konferenz

Die internationale Konferenz über Anforderungen und Technologien für die Ortung, Beseitigung Entfernung und Entschärfung von Landminen und nicht zur Wirkung gelangten Sprengmitteln, die von der Freien Universität Brüssel (VUB), Belgien, vom 15.-18. September in Brüssel organisiert wird, ist eine internationale Veranstaltung, bei der Fachleute aus Forschung und Entwicklung im Bereich der Minenräumtechnologie und die vor Ort arbeitenden Nutzer dieser Technologie zusammenkommen. Diese Konferenz wird von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission mitfinanziert.

Der internationale Rahmen

Bis jetzt haben 136 Länder das Ottawa-Übereinkommen von 1997 zur Ächtung von Antipersonenminen ratifiziert, durch das Einsatz, Herstellung, Weitergabe und Lagerung von Antipersonenminen verboten und die Vernichtung bereits gelegter Personenminen innerhalb von zehn Jahren vorgeschrieben werden. Über diese 136 Länder hinaus haben weitere 12 Länder den Vertrag unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert.

Fabio Fabbi | EU
Weitere Informationen:
http://www.eudem.vub.ac.be/eudem2-scot
http://humanitarian-security.jrc.it/index.html
http://www.icbl.org

Weitere Berichte zu: Leistungsfähigkeit Minenräumausrüstung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit
18.12.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“
15.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Konfenzreihe in Berlin: Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

18.12.2017 | Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lipid-Nanodisks stabilisieren fehlgefaltete Proteine für Untersuchungen

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von Alaska bis zum Amazonas: Pflanzenmerkmale erstmals kartiert

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Krebsforschung in der Schwerelosigkeit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie