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Ausstellung der DBU beim Wissenschaftssommer - Beitrag zum Umweltschutz dokumentieren

12.09.2003


„Die DBU will zeigen, wie biotechnologische Verfahren und Produkte dazu beitragen können, klassische chemische Verfahren zu ergänzen oder auch zu ersetzen. Die in Mainz präsentierten Modellprojekte unserer Biotechnologieausstellung zeigen, dass sich biotechnologische Innovationen disziplinübergreifend auch in der Chemie überall dort durchsetzen, wo sie ökologisch wie ökonomisch die sinnvollere Alternative darstellen. Ein Gewinn also nicht nur für die Chemie, sondern auch für unsere Umwelt.“ – Mit diesen Worten skizzierte heute Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das Engagement der größten Umweltstiftung Europas beim Wissenschaftssommer vom 16. bis 21. September im Rahmen des „Jahres der Chemie“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufen und von der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) veranstaltet wird. Brickwedde: „Wir stehen hinter dem Ziel der Aktion, das Interesse an der Chemie im Speziellen und den Lebenswissenschaften im Allgemeinen gerade auch einer breiten Öffentlichkeit zu wecken und zu fördern, Einblicke zu verschaffen, zu informieren und die Entwicklungen in der Chemie für jeden erlebbar zu machen.“



Computeranimationen, interaktive Spiele, Schautafeln



Genau diese Absicht verfolge auch die DBU-Ausstellung „Faszination Biotechnologie“, die während des Wissenschaftssommers im Kurfürstlichen Schloss in Mainz zu sehen sein wird. Ein „Tischlein deck dich“, Computeranimationen, interaktive Spiele, Schautafeln – die Bandbreite der Darstellungsformen in der Ausstellung sei groß.

Anfassen, Ausprobieren und Verstehen als Motto

Immer wieder könne der Besucher selbst „Hand anlegen", um der Biotechnologie ihre Geheimnisse zu entlocken, denn Anfassen, Ausprobieren und Verstehen sei schließlich das Motto der Ausstellung. Er könne den Anteil von Hefezellen in einem Milliliter Bier schätzen und durch „Guckis“ Mikroorganismen betrachten, die sich bei großer Hitze oder Kälte sowie in der Umgebung von Unterwasservulkanen am wohlsten fühlen. Mit diesen speziellen Eigenschaften könnten sie industrielle Prozesse umweltfreundlicher gestalten. So setze man in der Textilverarbeitung Enzyme ein, um Baumwolle auf natürliche Weise zu bleichen. „Dabei wird die Faser weit weniger angegriffen als bei herkömmlichen Verfahren", hob Brickwedde hervor. Überprüfen könne dies der Besucher durch Baumwollstränge, die jeweils auf chemische und auf biotechnologische Weise behandelt worden sind.

Umweltentlastung verdeutlichen

Neben alltäglichen Anwendungen, die die Ausstellung in ihrem einführenden Teil erläutert, wolle man vor allem die Umweltentlastung verdeutlichen, die durch die moderne Biotechnologie möglich werde. So habe die Firma Inventus Biotec aus Münster (Nordrhein-Westfalen) einen Biosensor entwickelt, mit dem bei Transplantationspatienten die Aktivität der Medikamente in ihrem Blut gemessen werden könne, die eine Abstoßungsreaktion verhinderten. Die Analyse mithilfe des optischen Biosensors erfolge – im Gegensatz zum herkömmlichen Analyseverfahren – lösemittelfrei, wodurch eine beträchtliche Umweltentlastung erreicht werde.

Wertvolle Kulturdenkmäler für nachfolgende Generationen erhalten

Doch auch um wertvolle Kulturdenkmäler für nachfolgende Generationen zu erhalten, komme Biotechnologie zum Einsatz. Mittelalterliche Künstler verwendeten das Milcheiweiß Casein, das auch in Quark enthalten ist, als Bindemittel für ihre Farben und trugen damit unter anderem ihre Malereien auf Wände auf. Diese Eigenschaft habe man sich auch in der Neuzeit zunutze machen wollen, um die Gemälde vor Umwelteinflüssen zu schützen. Doch das scheinbar so einfache Wundermittelhabe die Erwartungen nicht erfüllt: Die Schutzschicht sei aufgeplatzt, habe zum Teil die Farbe der Malereien mitgerissen. „Schimmelpilze und Bakterien fanden einen idealen Nährboden", so Brickwedde.

Gesundheitsbelastungen reduziert

Das Institut für Technische Chemie der Universität Hannover habe ein umweltfreundliches, biotechnologisches Verfahren entwickelt, das das Casein von den Kunstwerken entferne wie einen Eiweißfleck von einem Hemd. Spezielle Schaumstoffkissen, die mit einer Enzymlösung getränkt sind, werden auf die Wandmalereien gedrückt. Sie lösen das Casein auf, die Reststoffe werden mit dem Wasser in die Kissen aufgesaugt. Diese an Restauratoren leicht vermittelbare und durch Handwerker erlernbare Methode ermögliche das Abnehmen wandmalereizerstörender Caseinschichten. Dieses Verfahren reduziere die Gesundheitsbelastung und schone die Umwelt, da auf den Einsatz von Lösemitteln verzichtet werden könne.

Potenzial der Biotechnologie bei weitem noch nicht ausgeschöpft

Die Biotechnologie biete ein großes Potenzial zur Lösung von Umweltproblemen. Dieses sei jedoch bei weitem noch nicht ausgeschöpft, geschweige denn, dass das Ausmaß der möglichen Entlastung schon abzuschätzen sei. Dabei liege der Vorteil der modernen Biotechnologie nicht nur in einer massiven Umweltentlastung, sondern auch oft in einer Kosteneinsparung. Die Bandbreite der Lösungen sei dabei weit gefasst: Für die Ausstellung habe man die Schwerpunkte Textil, Medizin, Lebensmittel, Bodensanierung, Abwasserreinigung und Kulturgüter herausgegriffen. Konzipiert sei die mit 300.000 Euro teure Ausstellung für Schüler ab der 11. Klasse. Insgesamt habe die DBU bisher 250 Biotechnologie-Projekte mit 59 Millionen Euro gefördert.

| Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/chemie
http://www.wissenschaft-im-dialog.de/index.php4

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