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Internationaler Kongress: Wie schützen sich Pflanzen vor Stress?

02.09.2003


Am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München findet von 10. bis 13. September 2003 der Kongress "Plant Stress, Reactive Oxygen and Antioxidants" statt. Es geht um die Frage, wie sich Pflanzen vor "oxidativem Stress" schützen. Veranstalter ist die "International Society for Free Radical Research - European Section". Der Kongress wird gemeinsam vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan und dem Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF), Neuherberg, organisiert und durchgeführt. Kongresssprache ist englisch.



Die Fachtagung wird am Mittwoch, 10. September 2003, um 19 Uhr im Asamsaal der Stadt Freising eröffnet. Es referiert Nobelpreisträger Prof. Robert Huber. Die wissenschaftlichen Vorträge an den folgenden Kongresstagen finden im zentralen Hörsaalgebäude der TU München in Freising-Weihenstephan statt.



Pflanzen müssen, anders als Menschen und Tiere, Anfechtungen aller Art, also Stressbedingungen, über sich ergehen lassen. Da sie angewachsen sind, können sie nicht weglaufen oder sich verstecken. Dies gilt vor allem für extreme Wetterbedingungen wie beispielsweise prallen Sonnenschein oder Dürre. Unter diesen Bedingungen entstehen sehr reaktionsfreudige Sauerstoffbedingungen (sog. Freie Radikale), an die es sich anzupassen, oder die es unschädlich zu machen gilt. Allen diesen biotischen (Viren, Bakterien, Pilze) und abiotischen Stressoren (Hitze, Frost, Überflutung, Ozon usw.) begegnen Pflanzen mit "intelligenter" Chemie, die sie nur deshalb umsetzen können, weil sie energieaufwändige Moleküle mit Hilfe der Lichtenergie synthetisieren können. Ihnen steht damit ständig eine vielfältige Palette von Abwehr- und Kampfstoffen zur Verfügung. Tiere und Menschen haben während einer langen "Koevolution" gelernt, diese Kapazitäten zu nutzen und sich durch den Verzehr von Pflanzen kostspielige Synthesen zu ersparen. So sind wir nicht nur aus elementar-nutritiven Gründen von den Pflanzen abhängig, sondern auch wegen der Besonderheit ihrer Synthesekapazitäten. Man denke nur an die Bedeutung der Vitamine. Die Erfahrungsmedizin der ganzen Welt nutzt seit Jahrtausenden diesen Schatz der Natur.

In unserer Gesellschaft entwickelt sich ein stetig zunehmender Anspruch auf höchste geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, d.h. Fitness in allen Altersstufen. Getreu dem schon auf Hippokrates und Paracelsus zurückgehenden Gebot: "Deine Nahrung sie Dir Medizin" nimmt sie Produkte mit hohen Qualitätsansprüchen bereitwillig an, wenn diese wissenschaftlich fundiert sind und nachvollziehbar dokumentiert werden. In diesem Sinne sollen Nahrungsmittel und Getränke nicht nur Hunger und Durst auf wohlschmeckende Art stillen, sondern gleichzeitig auch alle Bedürfnisse an Vitaminen und Mineralien abdecken. Dazu gesellen sich in neuerer Zeit auch sogenannte sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe (vor allem die Farben der Pflanzen), mit zum Teil neu beschriebenen Funktionen in unserem Stoffwechsel wie die immer bedeutender werdenden "Antioxidantien" mit Vitamin- oder Hormonähnlichen Wirkungen. Dies trifft nicht nur für bekannte Nahrungsmittel und Getränke wie Vollkornprodukte, Rotwein und Bier zu, sondern auch für althergebrachte, wieder entdeckte und mit neuen Inhalten erfüllte Medikamente und Substanzen.

Der vom 10. bis 13. September im Wissenschaftszentrum Weihenstephan stattfindende Kongress "Plant Stress, Reactive Oxygen and Antioxidants" behandelt genau diese Inhalte: wie schützt sich die Pflanze vor "oxidativem Stress" und wie können wir diese Schutzkapazitäten für eine zunehmend ältere, jedoch sportlich aktivere Bevölkerung nutzen.

Kontakt:
TU München
Wissenschaftszentrum Weihenstephan
Lehrstuhl für Phytopathologie
Am Hochanger 2
D-85350 Freising
T +49 8161 71-3681 oder -3737
F +49 8161 71-4538
E-Mail congress-wzw@lrz.tum.de


Dieter Heinrichsen M.A | idw
Weitere Informationen:
http://www.wzw.tum.de/pp/congress/

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