Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Carl-Ramsauer-Preis vergeben

07.08.2003



Gleich zwei Arbeiten, die an Instituten des Forschungsverbundes Berlin angefertigt wurden, sind in diesem Jahr mit dem Carl-Ramsauer-Preis gewürdigt worden. Neben dem Physiker Dr. Jens Stenger (MB) wurde auch Dr. Kolja Haberland kürzlich für seine Dissertation ausgezeichnet.


Der Physiker Dr. Kolja Haberland promovierte an der TU Berlin. Für seine Arbeit nutzte er ein Verfahren, mit dem es möglich ist, bereits während des Produktionsprozesses die Eigenschaften von opto-elektronischen Bauelementen zu prüfen. Er führte seine Studien in Koperation mit dem Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) durch.

"Optical in-situ Studies during Metal-Organic Vapor-Phase Epitaxy with Respect to III-V device production" lautet der Titel von Haberlands Arbeit. Darin geht es um optische Untersuchungen an Verbindungshalbleitern - das sind Materialen, die aus unterschiedlichen Komponenten bestehen (etwa. Gallium und Arsen = Galliumarsenid) und nicht nur aus einem Element wie etwa der Halbleiter Silizium. Der Vorteil: Mit Verbindungshalbleitern lassen sich z.B. Laserquellen erzeugen. Sie sind daher unter anderem für die Herstellung von opto-elektronischen Baueelementen von Bedeutung. Sie eignen sich aber auch für die Produktion von sehr schnellen Hochleistungstransistoren für Handys.


Dr. Haberland untersuchte in seiner Arbeit das kristalline Wachstum von solchen Verbindungshalbleitern mittels Reflexions- und Reflexions-Anisotropie-Spektroskopie. Vereinfacht gesagt lenkte er Licht auf die Proben und analysierte das zurückgestrahlte Licht. Neben grundlagenorientierten Fragestellungen lag ein Schwerpunkt der Arbeit bei der Untersuchung komplexer Bauelemente-Strukturen. Der Clou an dem so genannten optischen in-situ-Verfahren: Die Messungen erfolgen bereits während des Fertigungsprozesses durch ein Fenster in der Kristallwachtumsapparatur und nicht erst, wenn das Bauteil komplett ist. So lassen sich eventuelle Fehler weit früher als sonst erkennen und - im Idealfall - auch beheben. Die Untersuchung liefert eine Art Fingerabdruck des Bauelements. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, die einzelnen Teile einer Kleinserie untereinander zu vergleichen und eine bessere Reproduzierbarkeit zu erreichen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) in Berlin-Adlershof wies Dr. Haberland nach, dass die optischen in-situ Verfahren geeignet sind, um höchst komplexe Halbleiterbauelement wie zum Beispiel vertikal emittierende Laser-Dioden (im Fachjargon: VCSEL) zu charakterisieren. Haberlands Untersuchungen, die zum großen Teil an den Epitaxie-Anlagen im FBH stattfanden, zeigten ebenfalls, dass "Bauelemente-Fingerprints", die während des Wachstums der Strukturen in Echtzeit erstellt werden können, zur Optimierung der Bauelementeeigenschaften und zur Überprüfung der Reproduzierbarkeit des Wachstumsprozesses eingesetzt werden können. Aus dieser Kooperation zwischen der TU Berlin und dem FBH sind unter anderem sieben Veröffentlichungen und drei Patente hervorgegangen.

Die andere preiswürdige Doktorarbeit aus dem FVB, vorgelegt von Dr. Jens Stenger, entstand Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI). Sie befasst sich mit so genannten Wasserstoffbrücken in Flüssigkeiten. Diese haben eine fundamentale Bedeutung für die Struktur und die Funktion von vielen molekularen Systemen. Die Physikalische Gesellschaft zu Berlin vergibt den Carl-Ramsauer-Preis für herausragende Dissertationen, die an den drei Berliner Universitäten und der Universität Potsdam aus dem Gebiet der Physik und angrenzender Naturwissenschaften entstanden sind.

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.fbh-berlin.de
http://www.fv-berlin.de

Weitere Berichte zu: Carl-Ramsauer-Preis FBH Ferdinand-Braun-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme
24.01.2017 | Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin

nachricht Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt
23.01.2017 | Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Allen Unkenrufen zum Trotz“ Neues Projekt sorgt für Schutz der Gelbbauchunken in Bayern

24.01.2017 | Förderungen Preise

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

24.01.2017 | Materialwissenschaften