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Die Marktstände der Wissenschaft auf den Münchner Wissenschaftstagen

02.07.2003


Auf den Münchner Wissenschaftstagen "Fäden des Lebens" an der Technischen Universität München, vom 17. bis 19. Juli haben die Besucher an den "Marktständen der Wissenschaft" die einmalige Chance, alle Fragen rund um die Entwicklung der Biowissenschaften und Genetik anschaulich zu erleben und sich im Gespräch mit den Wissenschaftlern zu informieren.



Auf den dritten Münchner Wissenschaftstagen "Fäden des Lebens" an der Technischen Universität München, Arcisstr. 21, vom 17. bis 19. Juli haben die Besucher an den "Marktständen der Wissenschaft" die einmalige Chance, alle Fragen rund um die aktuelle Entwicklung der Biowissenschaften und Genetik anschaulich zu erleben und sich im Gespräch mit den Wissenschaftlern aus der geamten Bundesrepublik zu informieren.

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Die Marktstände der Wissenschaft sind unterteilt in drei Themenbereiche: Grundstruktur des Lebendigen , Gendiagnostik - Molekulare Medizin und Landwirtschaft mit Ernährung und Umwelt.

Ergänzt wird das Angebot durch eine Ausbildungs- und Berufsberatung des Verbandes deutscher Biologen (vdbiol) und spannenden Multi-Media Präsentationen.

An den Marktständen über die "Grundstrukturen des Lebendigen" wird einführend die Geschichte der DNA dargestellt, ebenso wie die Sequenzierung des Humangenoms, die in diesem Jahr abgeschlossen wurde. Die Wissenschaftler gehen auch auf die weitreichenden Folgen dieser Errungenschaften ein.

Ein wichtiges Thema in diesem Bereich ist der Aufbau, die Architektur und die Funktionsweisen der Zellen. Jeder Mensch besteht aus rund 100 Billionen Zellen, die in etwa 200 Zelltypen unterteilt sind. Lebende Zellen entstehen aus Bausteinen ganz besonderer Art, den Proteinen. Sie sind die wichtigsten Funktionsträger des Lebens. Auch ihre Bildung, die Struktur und die Funktionen erläutern die Experten. Die ersten Anfänge des Lebens durch Selbstorganisation von Molekülen in der frühen Erdgeschichte vor 4,2 Milliarden Jahren erläutert Prof. Wolfgang Heckl von der Ludwig-Maximilans-Universität.

Um gezielte Eigenschaften von Enzymen zu verbessern, wird zunehmend die Technik des Proteindesigns angewendet. Die Wissenschaftler zeigen an den Ständen, wie sie mit gentechnischen Metoden eine Enzymbibliothek erstellen, aufgrund derer sie anschließend in der Lage sind, ein bestimmtes Enzym mit den gewünschten Eigenschaften herauszugreifen.

Aus menschlichen embryonalen Stammzellen möchte man Ersatzgewebe entwickeln. Doch bis heute sind die Kenntnisse, wie im Labor mit diesen Zellen umgegangen werden muss, noch sehr begrenzt. Unklar ist beispielsweise in vielen Fällen, wie man Stammzellen dazu bringt, sich zu einem ganz bestimmten Zelltyp zu differenzieren. Auch bei der Erforschung von Tumorzellen gibt es noch viele ungelöste Probleme. Ein Team um Prof. Wolf Franz vom Klinikum Großhadern zeigt Techniken und Faktoren, die es bedarf, um einzelne Zellen zu spezialisieren und einen gewünschten Typus zu entwickeln. Am gleichen Stand wird auch die Problematik des Klonens zur Sprache kommen.

Zentrales Thema an den Marktständen "Gendiagnostik und Molekulare Medizin" ist die Pharmaforschung und Arzneimittelproduktion. Die Firma Roche Diagnostics zeigt die modernsten biotechnologischen Errungenschaften von der Medikamentenentwicklung über Proteomics und Diagnostik bis hin zur Fermentationstechnik.

Ferner demonstrieren die Forscher an den Ständen der sogenannten "roten Gentechnik", wie man mit Hilfe von Genen Verbrechern auf die Spur kommt. Dargestellt wird auch, wie es möglich ist, eine Veranlagung für verschiedene Krebserkrankungen, vor allem bei Brust- oder Darmkrebs individuell festzustellen. Die Wissenschaftler des bayerischen Forschungsverbundes "forimmun" präsentieren ihre Projekte, wie sie neue gentechnische Wege bei der Therapie von Infektionskrankheiten und der Immuntherapie zum Beispiel bei Krebs beschreiten.

Ein einfach gebauter, nervenloser Vielzeller soll die Medizin revolutionieren: Schwämme produzieren bioaktive Substanzen, die zur Herstellung von Medikamenten geeignet sind, die bei Krebs, Aids, Diabetes, Malaria und Virenerkrankungen eingesetzt werden könnten. Das Stuttgarter Kompetenzzentrum BIOTECmarin ist dem Geheimnis der Spezies auf der Spur und zeigt seine Ergebnisse an einem der Markstände.

Deutsche Imker beklagen das größte Bienensterben seit Menschengedenken. Eine mikroskopisch kleine Milbe, die zu Bienen engen Kontakt sucht, um ihr Blut zu saugen ist in Verdacht geraten, die Hauptursache der Seuche zu sein. Doch noch ist nicht restlos geklärt, wer den Massentod letztendlich zu verantworten hat. Fest steht: Varroa destructor wütet in dieser Saison besonders schlimm und bedroht die Bienenvölker nicht nur hier zu Lande. In manchen Regionen sind laut Imkervereinen bereits bis zu 80 Prozent der Bienen dieser Seuche zum Opfer gefallen. Alles in allem seien 13 Milliarden Bienen in rund 820 000 Bienenstöcken bedroht. Mit Hilfe der Genanalyse von Bienenviren wollen die Veterinärmediziner des Chemischen Veterinäruntersuchungsamtes Freiburg Aufschluss erhalten über die wirklichen Ursachen des Massensterbens. Ihr Projekt wird zu sehen sein an den Marktständen über "Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt".

Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang bietet die Düsseldorfer Firma Henkel, die optimierte und neuartige Varianten von Enzymen entwickelt, um so die Leistung von Wasch- und Reinigungsmitteln zu steigern. Mit Hilfe dieser Kraftpakete aus Eiweiß, die den Stoffwechsel in der Zelle steuern, ist der Verbraucher in der Lage bei der Hausarbeit erheblich Wasser und Energie zu sparen. Die Experten demonstrieren an den Marktständen, wie diese Enzyme schon bei niedrigen Temperaturen Schmutzpartikel knacken können.

Bei der Aufklärung der Struktur der pflanzlichen Genome werden derzeit rasche Fortschritte erzielt. Immer mehr rückt dabei die Funktionsaufklärung einzelner Gene in den Fokus der Genomforschung. Dadurch werden diejenigen Gene, die die Leistungsfähigkeit von Sorten bestimmen, erstmals bekannt und bilden eine entscheidende Grundlage für Innovationen sowie nachhaltigen und umweltgerechten Einsatz von Ressourcen. Im Genomprojekt GABI ("Genom-Analyse im biologischen System Pflanze") wird die Grundlagenforschung der Pflanzengenetik mit Projekten aus der angewandten Forschung verknüpft. Auf den Wissenschaftstagen stellen die Pflanzengenetiker von GABI ihre Arbeit anhand von Modellpflanzen vor.

Experten vom bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft erklären, wie man mit UV-Strahlung Abwasser wieder aufbereitet. In diesem Zusammenhang beschäftigen sie sich mit der Problematik des horizontalen Gentransfers, also die Weitergabe bzw. Aufnahme genetischen Materials außerhalb der sexuellen Fortpflanzungswege und unabhängig von bestehenden Artgrenzen. Denn vor allem durch die im Abwasser enthaltenen Bakterien kann ein solcher Transfer stattfinden.

Zudem bieten die Münchner Wissenschaftstage Multimedia-Präsentationen zu den Life Sciences, wie zum Beispiel ein Wissensspiel zur Humangenomforschung, sowie FWU-Unterrichtsfilme zur Genetik und Biotechnologie.

Als besonderen Service veranstaltet der Verband deutscher Biologen (vdbiol) eine Ausbildungs- und Berufsberatungsmesse. Hier können Realschulabsolventen, Abiturienten, Studierende und Hochschulabgänger Informationen für ihre berufliche Zukunft aus erster Hand erhalten.

Die aufgeführten Themenbereiche sind nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Sie auf den Wissenschaftstagen erwartet. Das ausführliche Angebot finden sie auch im Internet unter www.muenchner-wissenschaftstage.de. Bilder der Marktstände werden vom Organisationteam gerne zur Verfügung gestellt. Programme liegen an der Stadtinformation der Landeshauptstadt München und am Hauptbahnhof aus.

Terminhinweis: Im Vorfeld der Münchner Wissenschaftstage möchten wir den Pressevertretern die Möglichkeit geben, an einem Rundgang durch die Marktstände teilzunehmen. Die Forscher werden anwesend sein und gerne Interviewwünsche erfüllen. Hierzu möchten wir Sie bitten, sich am Mittwoch, den 16. Juli um 15 Uhr am Infostand vor dem Audimax der Technischen Universität München einzufinden.


Konzeption und Projektleitung: Prof. Dr. Karl Daumer
Projektkoordination: Dr. Georg Kääb, Dr. Carsten Roller
Presse- und Öffentlichkeit: Dipl.-Geogr. Thorsten Naeser
Geschäftsstelle Corneliusstr 6, D- 80469 München
Tel.: 089/ 26019725 Fax: 089/ 260245 74
Info@muenchner-wissenschaftstage.de

Dr. Georg Kääb | idw
Weitere Informationen:
http://www.muenchner-wissenschaftstage.de
http://www.vdbiol.de

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