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Strategien der Natur wirtschaftlich nutzen

15.04.2003


Biologen stellen Unternehmen innovative Dienstleistungen vor



Spinnen, Krebse und Insekten sind nicht nur die Lieblinge von Naturliebhabern oder Biologen - auch Wissenschaftler aus Luft- und Raumfahrt, Fahrzeugtechnik oder Informationstechnologie schätzen die Gliedertiere. So orientieren sich Ingenieure in der Mikrotechnologie bei der Herstellung feinwerktechnischer Greifer am Vorbild der Mundwerkzeuge der Walzenspinne. Inwiefern das Wissen der Biologie wirtschaftlich genutzt werden kann, darüber können sich Unternehmen am 24. und 25. Mai im Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück informieren.

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Das Spektrum der biologischen Dienstleister, die sich vorstellen, ist breit und reicht von Spinnen- Schlangen- und Bienenspezialisten über Pilzkenner bis hin zu Umweltmanagement-Experten. "Ziel ist, Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Finanz- und Versicherungsdienstleister, Banken und Verlage mit Existenzgründern in Kontakt zu bringen", erläutert Dr. Martin Kreuels von der Firma BioNetworX, Mitveranstalter der Tagung. Vorgestellt werden Dienstleistungen rund um die klassischen Disziplinen der Ökologie und Biologie. "Wirtschaftlich relevant sind nicht nur die Biotechnologie oder Mikrobiologie", ergänzt der Biologe, seit vier Jahren beruflich selbstständig. Die Pharmaindustrie habe etwa ein Interesse an allen Pflanzenarten, die eine therapeutische Wirkung haben könnten. Jedoch - wer könne noch die Arten bestimmen, wenn taxonomisches Arbeiten immer mehr in den Hintergrund rücke und man die Bedeutung nicht erkenne, gibt Kreuels zu bedenken.

Wie beide Seiten - Wirtschaft und klassische Biologie - gewinnen können, wenn sie ihr Wissen ergänzen und kooperieren, erfahren die Teilnehmer unter anderem von Dr. Frank Figge von der Universität Lüneburg. Gemeinsam mit einer Lebensversicherungsgesellschaft hat er eine Studie erstellt, die sich damit beschäftigt, inwiefern das Portfoliomanagement im Aktienhandel auf einen effektiven Arten- und Ökosystemschutz zu übertragen ist. Letzteres hat wirtschaftlich eine immense Tragweite. Denn laut Studie gilt der Verlust an Biodiversität - der Arten-, Gen- und Ökosystemvielfalt - als eines der großen ungelösten Umweltprobleme. Schätzungen zufolge beläuft sich der jährliche Marktwert der aus den genetischen Ressourcen abgeleiteten Produkte zwischen 500 und 800 Milliarden US-Dollar. Die Ergebnisse der Studie lassen sich auf unterschiedliche Branchen anwenden, so auf die Landwirtschaft, die Pharmaindustrie oder den Tourismus.

Workshops, Ausstellungen und ein Business-Talk runden die Vortragsreihe ab und geben den Teilnehmern die Möglichkeit zum direkten Kontakt. Weiterhin wird ein mit 1000 Euro prämierter Innovationspreis "Biotrophy" für die besten Geschäftsidee aus der klassischen Biologie ausgeschrieben. Gefördert wird die zukünftig regelmäßig organisierte Veranstaltung von der DBU. Veranstalter sind die Jungunternehmen BioNetworX und NLU in Kooperation mit dem Verband deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften (vdbiol).

Weitere Informationen und Anmeldung bei
BioNetworX - Biologiedienstleister
Dr. Martin Kreuels
Telefon: (02533) 93 35 45, Mobil: 01 71/50 75 94 3
Email: kreuels@bionetworx.de


Dr. P. W. Wohlers | idw
Weitere Informationen:
http://www.lynx-linx.de

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