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BASF eröffnet Forschungslabor an der Universität Louis Pasteur

31.03.2003



Supermoleküle führen Forscher aus Universität und Industrie in Straßburg zusammen

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Zum 1. April 2003 nimmt die BASF Aktiengesellschaft am Institut de Science et d’Ingénierie Supramoléculaires (ISIS) in Straßburg ein Forschungslabor in Betrieb. Mit diesem Institut will sein Gründer, der Nobelpreisträger Professor Jean-Marie Lehn, neue Wege in der Zusammenarbeit zwischen universitärer Forschung und Industrieforschung beschreiten. Dazu stellt er ausgewählten Unternehmen Labore und Infrastruktur im universitären Umfeld zur Verfügung. Ein Forschungsschwerpunkt der BASF-Wissenschaftler in Straßburg wird in den nächsten Jahren die Entwicklung neuer nanostrukturierter, polymerer Materialien sein.

Noch sind die Labore und Büros im Straßburger Institut de Science et d’Ingénierie Supramoléculaires (ISIS) der Universität Louis Pasteur in Straßburg nicht alle bezogen. Doch im fünften Stock stellt Dr. Volker Schädler, Chemiker der BASF Aktiengesellschaft, alles zusammen, was er und vier Nachwuchswissenschaftler für ihre Forschungen an neuen polymeren Werk- und Effektstoffen benötigen. Die Nachwuchsforscher werden dort ideale Voraussetzungen für die exploratorische Forschung im Bereich polymerer Materialien vorfinden. Im Umfeld dieser großen französischen Universität mit ihrem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt ist das Labor ganz nah an den aktuellen Forschungstrends.


Gegründet wurde das ISIS von Nobelpreisträger Professor Jean-Marie Lehn, der sich damit einen Lebenstraum erfüllt hat. Unter einem Dach will er universitäre Forschung und Industrieforschung zusammenführen. In einem kreativen und interdisziplinären Arbeitsumfeld sollen Wissenschaftler aus den Bereichen Bio- und Materialwissenschaften an zukunftsweisenden Technologien forschen.

Den Nobelpreis für Chemie erhielt Lehn 1987. Er gilt als Mitbegründer der supramolekularen Chemie, der „Chemie jenseits des Moleküls“. Supermoleküle bestehen aus mehreren konventionellen Molekülen, die durch intermolekulare Bindungen in einer bestimmten räumlich definierten Weise zusammengehalten werden. Supermoleküle haben aufgrund ihrer so genannten Selbstorganisation hohen funktionalen Charakter, das heißt die speziellen Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Molekülen können genutzt werden, um beispielsweise in einem elektrischen Feld ihre Struktur zu ändern. Im Alltag werden solche Materialen schon längst eingesetzt: Ein Beispiel dafür sind Flüssigkristalle in Displays. Auch die Natur bedient sich seit langem supramolekularer Effekte: Die Doppelhelix-Struktur der DNA ist auf die spezifischen Wechselwirkungen zwischen bestimmten Basenpaaren zurückzuführen. Lehns Arbeiten zeigen auf eine faszinierende Weise, wie man von den Bauprinzipien der Natur lernen kann, um mit Hilfe des „Baukastens der Chemie“ neue, hochfunktionale Systeme zu kreieren.

Kreativität und Offenheit für neue Ideen und Konzepte zeichnen den elsässischen Wissenschaftler aus. „Moleküle verhalten sich oft völlig unerwartet, doch das kann viel spannender sein als die Ausgangsidee. Also muss man immer offen sein für das Unerwartete“, beschreibt Lehn seine Forschung. Die supramolekulare Chemie stellt in gewisser Weise das Bindeglied zwischen der klassischen Chemie, der Biochemie und Physik dar.

Für Lehn spielt neben der Interdisziplinarität die Einbeziehung der Industrie in sein Institut eine wichtige Rolle. Einige seiner Labore werden an ausgewählte Unternehmen vermietet, deren Wissenschaftler voll und ganz am Institutsleben teilhaben. Der Transfer von Erkenntnissen der Grundlagenforschung zur angewandten Forschung liegt Lehn besonders am Herzen. Das neue Institut soll durch die unmittelbare Nachbarschaft von Hochschul- und Industrieforschung die Kommunikation intensivieren und dazu führen, dass Forschungsergebnisse schneller wirtschaftlich nutzbar werden. Beispielsweise könnten interessante Ergebnisse über die Unternehmen rascher in Patente und Lizenzen umgesetzt werden und so in konkrete Anwendungen münden.

Vier so genannte Postdoc-Stellen entstehen am Institut. Jeweils zwei Jahre lang sollen junge Wissenschaftler mit abgeschlossener Promotion an definierten Forschungsprojekten arbeiten. Seine Arbeitsgruppe will Schädler international besetzen. Und das Interesse ist groß: Seit den ersten Nachrichten über den BASF Forschungsstandort in Straßburg erreichte Schädler eine große Flut an Bewerbungen von Nachwuchswissenschaftlern aus aller Welt. Er selbst schätzt seit eines Aufenthalts während seiner Promotion die europäische Metropole. „Mir gefällt besonders die charmante Mischung aus Weltoffenheit und lokaler Beschaulichkeit“, beschreibt Schädler die Stadt am Rhein.

Der BASF gehört Dr. Volker Schädler seit 1998 an, bisher arbeitete er in Forschung und Entwicklung sowohl im Kunststofflabor als auch im Unternehmensbereich Veredlungspolymere/Papierchemikalien. Seine neue Aufgabe betrachtet er als große Chance „gestalterisch neue Wege im Unternehmen zu gehen“. Im Sommer 2003 soll das Labor in Straßburg voll besetzt sein. Forschungsschwerpunkt für die Straßburger Gruppe wird die Erforschung von nanostrukturierten Materialien und Oberflächeneffekte auf der Basis von synthetischen Polymeren sein.

Die Universität in Straßburg bietet für dieses Projekt gute Voraussetzungen: Im Bereich Chemie wird sie unter die Top-Adressen in Frankreich gezählt und gilt auch international als Magnet für Naturwissenschaftler. Ein Department für Technologietransfer sorgt schon seit 1987 für den Wissensaustausch zwischen der Hochschule und Industrie.

Den Kontakt zu den zentralen Forschungseinheiten der BASF in Ludwigshafen wird Schädler auch in Zukunft pflegen. Denn nur mit einer engen Anbindung ans Unternehmen bei gleichzeitig maximalem Freiraum zum Beschreiten neuer Wege kann dieses Labor seine Wirkung als „Antenne in die universitäre Forschung“ voll ausschöpfen.

Die BASF ist das führende Chemieunternehmen der Welt. Ihren Kunden bietet sie ein leistungsfähiges Sortiment, das Chemikalien, Kunststoffe, Veredlungsprodukte, Pflanzenschutzmittel sowie Feinchemikalien umfasst und bis zu Erdöl und Erdgas reicht. Die ausgeprägte Verbundstrategie ist ihre Stärke: Damit erreicht das Unternehmen Kostenführerschaft und Wettbewerbsvorteile. Die BASF richtet ihr Handeln am Leitbild der nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung, Sustainable Development, aus. Im Jahr 2002 hatte die BASF mit ihren über 89 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von rund 32 Milliarden €. Die BASF ist börsennotiert in Frankfurt (BAS), London (BFA), New York (BF), Zürich (BAS) und Paris (BA).

Barbara Anna | BASF
Weitere Informationen:
http://www.basf.de

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