Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Flussbett ins Haus - für Umweltgifte kein Problem

14.03.2003


Europäische Sedimentforscherinnen und -forscher treffen sich zu SedNet in Berlin



Pharmazeutische Abfälle wie Antibiotika sowie Reinigungs- und Körperpflegemittel, Nahrungsmittelreste, organische und anorganische Stoffe (Nährstoffe und Schwermetalle) belasten unsere Gewässer sehr. Das wissen wir längst. Doch auch, wenn die Umweltgifte und problematischen Stoffe im Wasser nicht mehr zu finden sind, bleiben sie in den Gewässersedimenten als das Gedächtnis unserer Flüsse erhalten. Mit dem Baggergut, das beim Ausbaggern der Sedimente von Häfen und schiffbaren Flüssen anfällt und das in der Verarbeitung unter anderem von Baustoffen Verwendung findet, gelangen sie wieder in die unmittelbare Wohnumgebung des Menschen. Dort fahren sie, mitunter jahrelang unentdeckt, mit ihrer schleichenden Gesundheitsschädigung fort.

... mehr zu:
»Umweltgift


Natürlich hat die Anreicherung des Wassers mit entsprechenden Stoffen auch Auswirkungen auf das Leben im Wasser: "Genetische und Verhaltensänderungen bei Fischen sprechen eine deutliche Sprache", sagt Prof. Dr. Peter-Diedrich Hansen, Ökotoxikologe an der TU Berlin. "Es ist mittlerweile sicher, dass die deponierten Schadstoffe einen direkten Einfluss auf die Reproduktion und das Immunsystem der Sedimentbewohner wie Muscheln und Fische haben."

Wasser überschreitet Grenzen. Kein Gewässermanager eines Landes kann allein Verantwortung für die Reinhaltung und die Schonung der Ressource Frischwasser übernehmen, erst recht nicht allein die damit zusammen hängenden Probleme der Sedimente als "Schadstoff-Deponie" lösen, die ein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen. Diese Situation führte im Januar 2002 zur Etablierung des europäischen Forschungsnetzwerkes "SedNet" (European Sediment Research Network, das von der Europäischen Union finanziell gefördert wird. Vorrangig will dieses Netzwerk bedarfsorientierte Forschung über Sedimente in Europa koordinieren, eine Plattform zum Sammeln von Informationen bieten und vor allem den Austausch von Expertenwissen fördern. Hafen- und Umweltbehörden sowie andere Personenkreise, die sich mit dem Flussgebiets-Management im Rahmen der Europäischen Wasser Rahmenrichtlinie (WRRL) sowie der durch Klimaveränderungen immer knapper werdenden Ressource Frischwasser befassen, sollen hier Kontakte zu Forscherinnen und Forschern sowie zu Organisationen finden, die an der Lösung ihrer Probleme arbeiten. Geboten werden Methoden, Wissen, Technologien und Erfahrungen, die für das Management benötigt werden. "SedNet" ist für die Verbreitung und Nutzbarmachung des gesammelten Wissens zum Thema zuständig sowie für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen und damit für die Information von Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern.

Das "SedNet" ist in verschiedenen Arbeitsgruppen organisiert. Es ergänzt und integriert außerdem existierende Netzwerke sowie thematisch nahe stehende Arbeitsgruppen in der EU. Schließlich vermittelt es Beratungspartner für europäische, nationale und regionale Behörden. Damit wird indirekt auch die politische Aufmerksamkeit auf die Sedimente der europäischen Wasserstraßen gelenkt. Immerhin hat eine von 148 Ländern unterstützte UN-Resolution das Jahr 2003 zum internationalen Jahr des Süßwassers erklärt. Die Resolution fordert alle Akteure des Wassersektors auf, die Bedeutung einer nachhaltigen Wasserbewirtschaftung für die Menschheit herauszustellen und den Schutz des Süßwassers zu verbessern

Vom 3. bis zum 5. April 2003 richtet das "European Sediment Research Network" seinen zweiten Workshop in Berlin aus. Organisatoren sind die Technische Universität Berlin sowie die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz. Der Workshop wird sich mit den Einflüssen, der Bioverfügbarkeit und der Einschätzung von Umweltgiften in Sedimenten und Baggergut unter extremen hydrologischen Bedingungen befassen. Diskutiert werden auch Verfahren zur schnellen Erkennung gefährlicher Stoffe wie der Einsatz und die Auslegung von Frühwarnsystemen wie Biosensoren.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Veranstaltungsort ist das Harnackhaus der Max-Planck-Gesellschaft in der Ihnestrasse 16 - 20 in Berlin-Dahlem.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern Prof. Dr. Peter-Diedrich Hansen, TU Berlin, Fak. VII, Institut für Ökologie, Fachgebiet Ökotoxikologie, Tel.: 030/314-21463, E-Mail: pd.hansen@tu-berlin.de

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2003/pi40.htm
http://www.tu-berlin.de/~oekotox

Weitere Berichte zu: Umweltgift

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!
16.01.2018 | Hochschule Hannover

nachricht Fachtagung analytica conference 2018
15.01.2018 | Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften