Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Perspektiven und Grenzen der modernen Herzchirurgie

18.02.2003


Eingriffe bei Säuglingen mit komplexen angeborenen Herzfehlern sind in der modernen Herzchirurgie ebenso an der Tagesordnung wie Herzoperationen bei über 80-jährigen Patienten, Transplantationen von Herz und Lunge oder der Einsatz eines Kunstherzen. Neben neuen Perspektiven für die Behandlung ergeben sich mit fortschreitender Entwicklung dieses Fachgebietes aber auch Fragen nach den biologischen und ethischen Grenzen des medizinisch Machbaren. "Perspektiven und Grenzen" heißt denn auch das Thema der 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, die unter der Leitung des münsterschen Herzchirurgen Prof. Dr. Hans H. Scheld vom 23. bis 26. Februar 2003 in Leipzig stattfindet.



Über 1000 Mediziner aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland werden zu dieser Tagung im neuen Kongresszentrum in Leipzig erwartet. Ausgerichtet wird sie von der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Münster, dessen Direktor Prof. Scheld im Rahmen der Tagung für die kommenden zwei Jahre zum Präsidenten der Fachgesellschaft gewählt wird.



Der Kongress gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Herzchirurgie und beleuchtet beispielsweise aktuelle klinische Entwicklungen in diesem Fach ebenso wie Aspekte der Grundlagenforschung und praktische Entwicklungen der Intensivmedizin. Zusätzlich zum Hauptprogramm des Kongresses werden verschiedene Satelliten-Symposien mit international renommierten Experten stattfinden, so dass über Ländergrenzen hinweg ein internationaler Erfahrungsaustausch möglich wird.

Einer der Schwerpunkte der Tagung ist die Behandlung angeborener Herzfehler. In der Entwicklung entsprechender Operationsmethoden und ersten Versuchen zur chirurgischen Korrektur solcher Fehlbildungen in den 50er Jahren liegt der Ursprung der modernen Herzchirurgie. Auch die Bypass-Behandlung bei verkalkten Herzgefäßen oder der Einsatz neuer Herzklappen gehen somit auf die Entwicklung bei der Behandlung angeborener Herzfehler zurück. Allein in Deutschland liegt die Zahl der Kinder, die aus diesem Grund einer Herzoperation bedürfen, bei rund 7000. Mit der Weiterentwicklung operativer Verfahren, der
Medizintechnik, der Narkoseverfahren und der Intensivmedizin können viele Herzfehler heute bereits bei Neugeborenen mit sehr geringem Risiko erfolgreich korrigiert werden.

Neben Perspektiven und Grenzen der Herzchirurgie bei Kindern geht es bei der Jahrestagung unter anderem um Chancen und Risiken von Herzoperationen bei älteren Menschen. Im Zuge der demografischen Entwicklung wird die Behandlung von Patienten in hohem Lebensalter, die oft an schwerwiegenden Begleiterkrankungen leiden, eine wachsende Herausforderung darstellen. In diesem Zusammenhang werden bei dem Kongress auch mögliche neurologische Folgen einer Herzoperation, wie etwa das Risiko eines Schlaganfalls, eingehend erörtert. Eine Reduzierung solcher und möglicher anderer Risiken sehen die Herzchirurgen in so genannten minimal-invasiven Operationstechniken. Solchen schonenden Verfahren, die insbesondere auch bei älteren Patienten eine positive Perspektive eröffnet haben, ist bei dem Kongress eine eigene Hauptsitzung gewidmet.


Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://www.thg.uni-muenster.de/THG-Chirurgie/

Weitere Berichte zu: Herzchirurgie Herzoperation Intensivmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops