Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler suchen nach Wegen zur kostengünstigen Herstellung hochwertiger Proteine

13.02.2003


Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte "Innovative Regionale Wachstumskern Halle", in dem sich junge Biotechnologie-Unternehmen und Arbeitsgruppen der Martin-Luther-Universität Halle zusammengeschlossen haben, veranstaltet vom 27. Februar bis zum 1. März 2003 die erste "Halle-Konferenz über die Produktion rekombinanter Proteine", zu der 300 in- und ausländische Forscher aus Wissenschaft und Industrie erwartet werden.



Die Tagung findet im Auditorium Maximum, Universitätsplatz 1, statt und wird am 27. Februar, 14:00 Uhr, eröffnet. Für die wissenschaftliche Leitung zeichnet Prof. Dr. Rainer Rudolph (Universität Halle) verantwortlich.



Anliegen und Inhalte der Konferenz

Zu den Mitgliedern des Innovativen Regionalen Wachstumskerns Halle zählen zwei Biotechnologie-Unternehmen aus Halle, die ACGT progenomics AG und die Scil proteins GmbH sowie Arbeitsgruppen aus den Fachbereichen Biochemie und Biotechnologie, Biologie und Ingenieurwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle.

Im Rahmen des Projektes "Technologien zur industriellen Produktion rekombinanter therapeutischer Proteine" gehört es zur Arbeitsaufgabe der Wissenschaftler, neue Ansätze zur Herstellung therapeutischer Proteine mit rekombinanten Mikroorganismen zu erforschen und bis zur Anwendungsreife weiterzuentwickeln. Die Konferenz soll den gegenwärtigen Stand der Arbeiten bekannt machen und den Austausch mit externen Unternehmen und Universitäten fördern.

In sechs Sitzungen werden folgende Aspekte der Produktion therapeutischer Proteine mit rekombinanten Mikroorganismen behandelt:

1. Prozesse zur Nachbehandlung/
Faltung von Proteinen außerhalb der Zelle,

2. Veränderungen an dem vielbenutzten
Bakterium Escherichia coli, die zur verbesserten Faltung
in der Zelle führen,

3. Herstellung rekombinanter Proteine
mit eukaryontischen Zellen, wie Hefe-,
Insekten- oder Säugerzellen,

4. Automatisierung von Prozessen mit Robotern,

5. Spezielle Aspekte,

6. Schaffung neuer antikörperähnlicher,
therapeutischer Proteine.

Proteine und ihre Funktion

Proteine erfüllen wichtige Aufgaben im menschlichen Körper, denn sie setzen die genetische Information der DNA in Funktionen um. Dazu ist es erforderlich, dass sich die Proteine nach ihrer Herstellung in eine bestimmte dreidimensionale Gestalt falten. Fehlende oder schadhafte Proteine sind oft die Ursache von Krankheiten. Ein typisches Beispiel ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), bei der das Proteinhormon Insulin fehlt; die Betroffenen müssen sich das fehlende Protein injizieren.

Die für Therapie, Diagnostik oder Forschung benötigten menschlichen Proteine können aus natürlichen Quellen gar nicht oder in nicht ausreichenden Mengen gewonnen werden. Eine wesentliche Ressource ist daher die Produktion von Proteinen mit Hilfe gentechnisch veränderter (rekombinanter) Mikroorganismen, die die Information zur Synthese des menschlichen Proteins tragen. Kostengünstige bakterielle Mikroorganismen bilden allerdings häufig falsch gefaltetes Protein, das anschließend aufwändig nachgearbeitet werden muss, während eukaryontische Systeme wie Hamsterzellkulturen zwar korrektes Protein liefern, aber sehr teuer zu kultivieren sind.

Zu den eukaryontischen Systemen gehören die Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern mit Doppelmembran und Chromosomen besitzen; dazu gehören alle ein- oder vielzelligen Tiere, Pflanzen, Pilze und die Menschen.

Die aktuelle Forschung, die auf der Konferenz vorgestellt wird, sucht daher nach Wegen, die hohe Qualität der therapeutischen Proteine, die für ein Arzneimittel erforderlich ist, sicher zu stellen und gleichzeitig einen ökonomischen Herstellungsprozess zu entwickeln.


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Rainer Rudolph
Tel.: 0345 5524860
Fax: 0345 5527013
E-Mail: rudolph@biochemtech.uni-halle.de

Dr. Frank Hoffmann
Tel.: 0345 5524934
Fax: 0345 5527013
E-Mail: f.hoffmann@biochemtech.uni-halle.de


Ingrid Godenrath | idw
Weitere Informationen:
http://www.wachstumskern-halle.de/veranstaltungen.html

Weitere Berichte zu: Biotechnologie Mikroorganismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationale Konferenz zur Digitalisierung
19.04.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht 124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus
19.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics