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Abschlussvortrag der Forschungstage: Ein neues Menschenbild?

05.02.2003


Welches Menschenbild sollte unser Menschenbild sein? Das ist eine Frage, die jeden angeht, seit die Hirnforschung vermeintlich das Ich demontiert.



Sind wir Wesen mit freiem Willen? Oder werden wir von biochemischen Abläufen regiert? Denkanstöße zu diesen Fragen gibt der Philosophie-Professor Lutz Wingert in seinem Festvortrag zum Abschluss der Forschungstage der Universität Dortmund am 6. Februar 2003, ab 18 Uhr, im Harenberg City-Center.

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"Meine Kinder sind auch nur Hautsäcke voller Moleküle", bekennt der namhafte Roboterforscher Rodney Brooks. Ein schriller Abschied vom landläufigen Menschenbild. Doch auch unabhängig von schicken Übertreibungen scheinen die wissenschaftlich gewonnenen Überzeugungen des 20. und 21. Jahrhunderts Korrekturen an unserem Menschenbild zu verlangen.

Worin besteht der Widerstreit der Perspektiven zu Beginn des 21. Jahrhunderts? Und mit welchen Argumenten verteidigen die Streitparteien ihre Sichtweisen? Das sind Fragen, mit denen sich Lutz Wingert, Philosophie-Professor der Universität Dortmund, am letzten Tag der Forschungstage in der Dortmunder City auseinandersetzt.

Das humanistische Menschenbild schwindet

Die organische Basis für menschliche Fähigkeiten - etwa das Vermögen, sich zu erinnern, zu lernen, Dinge sprachlich zu klassifizieren oder Interesse für die eigene Zukunft zu entwickeln - wird zunehmend sichtbar. Einige Wissenschaftler haben darum schon den Abschied vom humanistischen Menschenbild eingeläutet. Für sie sind die Menschen nicht eigenverantwortlich agierende Wesen, die sich für oder gegen bestimmte Dinge entscheiden und ihr Handeln an überprüfbaren Normen ausrichten.

Der angekündigte Abschied von tiefsitzenden Vorstellungen

über die Wesenszüge des Menschen ist historisch nicht einmalig. Und merkwürdigerweise halten die Menschen auch im wissenschaftlichen Zeitalter hartnäckig daran fest, im Alltag "ich" zu sagen. Sie halten daran fest, ihre Kinder zu erziehen und nicht wie Hunde abzurichten, sich gegenseitig zu loben und zu tadeln, sich also für ihr Tun und Lassen verantwortlich zu machen. Ist das nur die Hartnäckigkeit eines vorwissenschaftlichen Aberglaubens, der dem nüchternen Blick der wissenschaftlichen Beobachter nicht Stand halten kann?

Konflikte zwischen unterschiedlichen Sichtweisen und Denktraditionen zu beschreiben und zu bewältigen, ist eine der zentralen Aufgaben der Philosophie. Mit seinem Festvortrag regt Lutz Wingert an, wichtige Zukunftsfragen nicht alleine Wissenschaftlern eines bestimmten Schlags zu überlassen.

Und noch ein volles Programm

Noch einmal 20 Titel und Themen verzeichnet das Programm der Dortmunder Forschungstage am Donnerstag (6.2.03) vor dem Abschlussabend. Besonders großes Interesse dürfte um 16 Uhr die Vorlesung von Physik-Professor Dr. Metin Tolan finden, der die Science-Fiction-Produktion Star Treck als Wissenschaftler wie als Fan kritisch unter die Lupe nimmt: Was Fact? Was ist Fake?

Eine Stunde vorher, um 15 Uhr spricht Tolans Fachkollege Prof. dr. Dietrich Wegener über "Die Evolution des Kosmos - Teilchenphysiker auf der Spur der Schöpfung." Von 9 bis 15 Uhr können sich die Besucher der Forschungstage noch bei 18 Vorlesungen, Seminaren und Übungen mit Themen wie Raketenbau, Gesundheitspsychologie, Spielformen, dem Beruf des Mathematikers, Umweltforschung, Technischer Gebäudeausrüstung, Computer-Simulationen, Musik zur Entspannung, Medien im Sportunterricht, dem Chemie-Studium, Sozialkunde-Projekten, Literaturrecherchen, Beschichtungen im Maschinenbau, Statistischen Methoden in der Genetik und Ökologie sowie - nicht zuletzt - "Unwahrscheinlichen Wahrscheinlichkeiten" befassen.

Klaus Commer | idw

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