Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preisträger des 5. BMBF-Wettbewerbes "BioFuture"

31.01.2003


Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gestern bekannt gab, geht der renommierte BioFuture-Preis für Nachwuchswissenschaftler in diesem Jahr u. a. an Dr. Marcus Fändrich vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMB) in Jena.



Der BioFuture-Preis ist mit ca. 5 Mio. Euro dotiert, die sich Dr. Fändrich mit vier weiteren Wissenschaftlern aus Deutschland teilen wird. Das Preisgeld dient zur Unterstützung seiner Arbeiten an Amyloidfibrillen, den Erregern von Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Creutzfeldt-Jakob. In Zusammenarbeit mit einem weiteren Wissenschaftler des IMB, Dr. Thomas Appel, sollen nun die molekularen Prozesse erforscht werden, die diesen Krankheiten zugrunde liegen, um so neue Therapiemöglichkeiten zu schaffen.

... mehr zu:
»Amyloidfibrille »IMB


In seinen früheren Arbeiten konnte Dr. Fändrich bereits zeigen, dass die Bildung dieser pathologischen Amyloidfibrillen auf einer generellen Schwachstelle in einem der wichtigsten Bausteine des Lebens, nämlich der Eiweiße, beruht. Eiweiße besitzen demnach zwei völlig unterschiedliche Eigenschaften. Sie sind sozusagen eine Miniaturausgabe des zwiespältigen Charakters der Romanfigur Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Im gesunden Körper nimmt Eiweiß meist die Form eines globulären Proteins an, das im Prinzip wie ein kleiner Wollknäul aussieht. Nur in dieser Form sind Eiweiße für die Lebensprozesse zu gebrauchen. Auf der anderen Seite haben Eiweiße aber auch die generelle Eigenschaft, miteinander zu verklumpen und die alternative und viel einfacher gebaute Form einer Amyloidfibrille anzunehmen, die Krankheiten wie Alzheimer oder Creutzfeld-Jakob zugrunde liegt. Im Prinzip spielen sich im Gehirn dieser Patienten die gleichen Prozesse ab, wie sie beim Eierkochen allgemein bekannt sind. Auch hier ändern Eiweiße ihre Gestalt und gehen von der Protein-Form in einen Zustand über, der dem von Amyloidfibrillen entspricht. Glücklicherweise sind diese Prozesse unter physiologischen Bedingungen zumeist unterdrückt, weshalb solche Fibrillen im Körper nur extrem selten vorkommen. Nichtsdestotrotz ist die Bildung dieser Amyloidfibrillen "ein Damoklesschwert, das über allen lebenden Organismen schwebt," erläutert Dr. Fändrich. "Im Normalfall geht alles gut, und der Prozess der Amyloidbildung wird nicht in Gang gesetzt. Bei Alzheimer und Creutzfeldt-Jakob jedoch fällt eben dieses Schwert herab."

Das von Dr. Fändrich und Dr. Appel verfolgte Forschungsvorhaben ist Bestandteil der wissenschaftlichen Neuausrichtung des IMB, das zunehmend multifaktorielle Erkrankungen und Alterungsprozesse erforschen wird.

Heidrun Lekscha | idw
Weitere Informationen:
http://www.imb-jena.de

Weitere Berichte zu: Amyloidfibrille IMB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationale Konferenz zur Digitalisierung
19.04.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht 124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus
19.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics