Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herz- und Kreislaufforschung tagt in Leipzig

30.01.2003


Die 14. Jahrestagung der Arbeitsgruppen Herzschrittmacher und Arrhythmie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie



PD Dr. Hans Kottkamp und PD Dr. Gerhard Hindricks, Leitende Ärzte der Abteilung Rhythmologie am Herzzentrum Leipzig als Tagungspräsidenten wollen mit einem umfangreichen Programm neueste diagnostische und therapeutische Strategien vorstellen und zugleich interessierten Laien mit einem Arzt-Patienten-Seminar ein Forum bieten.



Zeit: 31.1. - 1.2.2003
Arzt-Patientenseminar: 31.1., 16.00 - 17.00 Uhr

Ort: Neue Messe, Kongresszentrum

Arzt-Patienten-Seminar

Das Arzt-Patienten-Seminar widmet sich den Herzrhythmusstörungen, so wie sie sich dem Patienten zeigen. Ausgehend vom normalen Herzschlag von 60 bis 80 Schlägen pro Minute wendet man sich der Frage zu, was zu tun ist, wenn das Herz zu schnell oder zu langsam schlägt. "Dabei sind individuelle Besonderheiten stets zu beachten", erklärt Dr. Kottkamp. "Das Sportlerherz z.B. schlägt immer langsamer, da es leistungsfähiger als ein normales Herz ist." Bei weniger als 60 Schlägen je Minute sprechen die Mediziner aber von einer Bradykardie oder zu langsamen Herzschlag, bei mehr als 100 Schlägen je Minute von einer Tachykardie oder zu schnellem Herzschlag.

"Behandlungsbedürftig sind Herzrhythmusstörungen immer dann, wenn der Patient darunter leidet", stellt Dr. Hindricks klar. Einige Menschen klagen über regelrechtes Herzrasen, andere über Herzstolpern mit Aussetzern. Angst, innere Unruhe, Schwindel bis hin zur Bewußtlosigkeit, Übelkeit, Luftnot, Beklemmungen oder Schmerzen in der Brust, Leistungsminderung oder Abgeschlagenheit sind weitere Symptome, die die Betroffenen schildern. "Die Ursachen sollten immer abgeklärt und eine entsprechende Behandlung sollte eingeleitet werden", ergänzen die Mediziner. "Herzinfarkt oder Gehirnerkrankung sollten auf jedem Fall ausgeschlossen werden."

Rundtischgespräch zu Therapiestrategien

Welcher Patient wie behandelt wird, ist auf jedem Fall eine individuelle Entscheidung. Ein Rund-Tisch-Gespräch unter Experten soll Pro und Contra therapeutischer Strategien darlegen und klären, wann eine medikamentöse Therapie, eine sogenannte Katheterablation oder ein chirurgischer Eingriff angesagt ist. Nach Kottkamp und Hindricks kann man auf Medikamente bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen nach wie vor nicht verzichten, "sie sind hochwirksam und sollten nur vom Facharzt verschrieben werden." Man soll sie regelmäßig nehmen, nie überdosieren und die Dosis unbedingt mit dem Arzt besprechen, wenn man z.B. bei Durchfall oder Erbrechen eine eingeschränkte Wirksamkeit befürchtet. Mit Betablockern, Kalzium Antogonisten oder spezifischen Antiarrhythmika kann man den Herzschlag verlangsamen oder erhöhen, Extraschläge unterdrücken bzw. Aussetzer vermeiden.

Bei Patienten mit symptomatischem Herzrasen oder Extraschlägen kann auch eine sogenannte Ablation durchgeführt werden. Bei der Ablation werden überflüssige Leitungsbahnen im Herzen verschorft. Das kann über einen Katheter (Katheterablation) oder durch einen chirurgischen Eingriff (chirugische Ablation) erfolgen.

Optimierte Schrittmachernachsorge

Herzrhythmusstörungen können auch mit einem Herzschrittmacher erfolgreich behandelt werden. Da es sich um ein technisches System handelt, kann es natürlich auch Störungen unterliegen. Schwindel, Herzrasen oder gar Bewusstlosigkeit sind Symptome, die Schrittmacherträger darauf hinweisen können. Aber auch Muskelzuckungen und Zwerchfellreizungen können Anzeichen für eine Funktionsstörung des Herzschrittmachers sein. Einige Firmen haben die Herzschrittmacher so konstruiert, dass sie im Störungsfall Signale abgeben. Dann ist entweder eine Elektrode gebrochen oder verrutscht oder es liegt z.B. eine Fehlprogrammierung vor.

Allerdings sind Schrittmacherfehler selten. "Die Biologie ist statistisch gesprochen schlechter", meint Dr. Kottkamp. Dennoch sollte eine Nachsorge für alle Schrittmacherpatienten gegeben sein. Auf der Tagung wird sich am Samstag eine Arbeitsgruppe mit der optimalen Nachsorge befassen


weitere Informationen:

PD Dr. Gerd Hindricks
E-mail: hindg@medizin.uni-leipzig.de

PD Dr. Heinrich Kottkamp
E-mail: kotth@medizin.uni-leipzig.de
Telefon: 0341 865 14 13

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: Herzrhythmusstörung Herzschrittmacher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017
23.10.2017 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Die Zukunft der Luftfracht
23.10.2017 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie