Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neurodermitis-Symposium: weltweit anerkannte Spezialisten berichten über aktuellen Stand der Forschung

18.10.2002


Über den aktuellen Stand der Forschung und neue Behandlungsansätze bei Neurodermitis informieren sich am 25. und 26. Oktober 2002 rund 150 Mediziner aus dem gesamten Bundesgebiet bei einem Symposium der Hautklinik des Universitätsklinikums Münster


Im Rahmen des unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Luger und Dr. Dr. Martin Steinhoff von der münsterschen Universitäts-Hautklinik werden national und weltweit anerkannte Spezialisten auf dem Gebiet der Neurodermitis über den aktuellen Stand der Forschung berichten. Das breite Themenspektrum reicht von Aspekten der Epidemiologie und Genetik über Umweltfaktoren und andere Faktoren, die möglicherweise die entzündliche Hauterkrankung auslösen können, bis hin zur modernen Therapie der Neurodermitis und des Juckreizes.

Eröffnet wird die Tagung am Freitag, dem 25. Oktober 2002, um 15.30 Uhr im Hörsaal L 10 im Lehrgebäude des Universitätsklinikums. Nach der Begrüßung durch den Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Clemens Sorg und den Direktor der Hautklinik Prof. Dr. Thomas Luger erwartet die Teilnehmer am Freitag und Samstag ein breit gefächertes Programm mit insgesamt 16 Vorträgen von Experten verschiedener Universitäten Deutschlands sowie der Universität Wien.


Neurodermitis nimmt in den industrialisierten Ländern immer mehr zu. Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Patienten, die an dieser chronisch-entzündlichen Hauterkrankung leiden, in den letzten 30 Jahren in etwa verdreifacht. Bis zu einem Fünftel aller Kinder und zwei bis zehn Prozent der Erwachsenen sind mittlerweile von der mit Ekzemen und einem oft unerträglichen Juckreiz einhergehenden Erkrankung betroffen.

Das Wissen über Faktoren, die bei dieser auch als atopische Dermatitis bezeichneten Erkrankung eine Rolle spielen, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Sowohl genetische, molekularbiologische, immunologische als auch umweltbiologische Erkenntnisse haben dazu beigetragen, das weit verbreitete Krankheitsbild heute besser zu verstehen. So wird für die Entzündungsreaktion unter anderem ein gestörtes Zusammenspiel verschiedener Immunzellpopulationen verantwortlich gemacht. Eine große Herausforderung der Forschung liegt derzeit darin, den molekularen Mechanismen, die eine Neurodermitis auslösen und steuern, noch genauer auf die Spur zu kommen.

Trotz wachsender Erkenntnisse der Gundlagenforschung über die Krankheitsentstehung beschränkt sich die Therapie bislang häufig noch allein auf eine Behandlung der Symptome. Gleichzeitig ist die noch weitgehend auf Kortison basierende Therapie mit hohen Nebenwirkungen verbunden. So kann es beispielsweise zu Bluthochdruck, Leber- und Nierenschäden, Blutbildveränderungen oder auch zu neurologischen Schäden kommen. Diese Risiken schränken den Einsatz solcher Therapien deutlich ein. Der Entwicklung neuer, nebenwirkungsfreier Behandlungsstrategien kommt daher vor dem Hintergrund der großen Zahl der Betroffenen, die in ihrer Lebensqualität oft nachhaltig beeinträchtigt sind und unter großem Leidensdruck stehen, eine große Bedeutung zu.

Mit Nachdruck arbeiten Wissenschaftler gegenwärtig an der Entwicklung neuer Medikamente. Die Hautklinik des Universitätsklinikums Münster ist auf diesem Gebiet besonders engagiert. So läuft beispielsweise derzeit eine Studie, bei der die
Wirkung einer neuen, kortisonfreien Salbe gestestet wird. Sie enthält eine körpereigene Substanz, die in der Lage sein könnte, entzündliche Hautreaktionen bei Neurodermitikern abzumildern. Experten gehen davon aus, dass die Entwicklung solcher oder und anderer neuer Präparate für die Zukunft eine deutlich verbesserte Behandlung der atopischen Dermatitis erwarten lässt.

Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://medweb.uni-muenster.de/institute/derma/

Weitere Berichte zu: Hautklinik Neurodermitis Neurodermitis-Symposium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen