Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

LeipzigerResearch-Festival, ein Fest der Forschung

14.10.2002


Leipzig entwickelt sich immer mehr zur wissenschaftlich herausragenden Stadt der Medizin und Lebenswissenschaften (life sciences)



Erst kürzlich konnten die Leipziger das Richtfest für das Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum feiern, jetzt warten die Wissenschaftler und Mediziner schon wieder mit einem Höhepunkt auf: Sie feiern das erste Leipziger Forschungsfestival der Medizin und Lebenswissenschaften. Das Research Festival ist interdisziplinär angelegt und soll vor allem junge Wissenschaftler unterschiedlicher Fachbereiche und Fakultäten zusammenbringen.



Zeit: 18. Oktober 2002, 13.00 bis 17.00 Uhr Ort: Max-Bürger-Forschungszentrum, Johannisallee

Schon die Idee ging aus interdisziplinärer Zusammenarbeit hervor: Der Mediziner Prof. Joachim Thiery, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik am Universitätsklinikum, und die Biowissenschaftler Prof. Dr. Anette Beck-Sickinger, Direktorin des Instituts für Biochemie, sowie Priv.-Doz. Dr. Gerald Münch vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung, alle von der Universität Leipzig, hatten an ihren früheren Universitäten bereits Wissenschaftsfestivals erlebt und gesehen, welche Synergien von derartigen Informationsplattformen für junge Wissenschaftler ausgehen. Auch in Leipzig schien ihnen die Zeit reif dafür zu sein.

An allen großen Leipziger Forschungseinrichtungen, an der Universität, den Max-Planck-Instituten für Evolutionäre Anthropologie und für Neuropsychologische Forschung, dem Umweltforschungszentrum, in Biotechnologieunternehmen unserer Region - überall forschen junge Wissenschaftler, die zwar in die wissenschaftliche Arbeit ihrer Einrichtungen eingebunden sind, ansonsten aber kaum voneinander wissen. "Hier wollten wir Abhilfe schaffen." so Prof. Thiery. "Den jungen ,Life sciences’- Wissenschaftlern, Medizinern und Naturwissenschaftlern aus Leipzig und dem Umland soll eine neue Möglichkeit eröffnet werden, ihre aktuellen Forschungsergebnisse in einer für jedermann offenen Wissenschaftswerkstatt zu präsentieren."

Gedacht war an eine Posterausstellung. Die Nachwuchsforscher sollten ihre Projekte jeweils auf einem Poster vorstellen, miteinander und mit etablierten Wissenschaftlern ins Gespräch kommen und vielleicht Forschungskooperationen begründen. Und von dieser Idee konnten die drei Initiatoren des Research Festivals die Medizinische Fakultät, die Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie und das Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung der Universität Leipzig schnell überzeugen.

Wie richtig man mit dieser Idee lag, zeigte sich zum einen an dem großen Zuspruch, den die Organisatoren fanden.", erklärte Thiery. In noch nicht einmal vier Wochen hatten die drei Initiatoren und weitere Seniorwissenschaftler, die sie für die Idee gewinnen konnten, mehr als 200 Abstracteinsendungen zu begutachten! Zum anderen war man überrascht über die Qualität der Beiträge. "Schon bei der ersten Durchsicht wurde deutlich, wie hochkarätig und facettenreich die aufblühende Leipziger Wissenschaftslandschaft gerade im Bereich ,Life sciences’ ist", freute sich Thiery. Die Themenpalette der eingereichten Arbeiten reicht von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Forschung. Fachgrenzen scheinen sich aufzulösen, interdisziplinäre Zusammenarbeit ist die Grundlage für den Erfolg. Nicht nur Mediziner beschäftigen sich mit Krankheitsentstehung, entzündlichen Prozessen, Stress, Krebs, Hirn- und Gefässerkrankungen, sondern auch ihre Kollegen aus den Biowissenschaften und der Veterinärmedizin. Umgekehrt betreiben Mediziner Grundlagenforschung in Gefilden, die traditionell von Biochemikern oder Molekulargenetikern beherrscht werden. In den Life sciences scheint sich die Zukunft einer fächerübergreifenden Wissenschaft abzubilden wie nirgendwo anders.

Jetzt darf man auf das Wissenschaftsfestival selbst gespannt sein. Je ein Seniorwissenschaftler betreut 20 Präsentationen. Er leitet die Diskussionen, in denen die jungen Leute ihren Mann bzw. ihre Frau stehen müssen. Man darf auch gespannt sein darauf, welche Präsentationen am Ende für hervorragende wissenschaftliche Leistungen mit einer Urkunde und mit einem finanziellen Bonus für die Beschaffung von wissenschaftlicher Literatur ausgezeichnet werden und welche Ansätze für eine fruchtbare Zusammenarbeit sich daraus ergeben. Bei der Preisverleihung dürfen die jungen Wissenschaftler selbst aktiv werden. Jeder von Ihnen erhält eine bestimmte Anzahl von "Marienkäferchen", die er auf die Poster kleben kann, deren Inhalt ihnen am meisten zusagt. Ihre eigenen Poster dürfen sie damit allerdings nicht bedenken. Zusätzlich zu den Marienkäfern vergeben die Seniorwissenschaftler einen Sonderbonus für die besten Arbeiten. Am Ende siegt der mit den meisten Käfern. Diese auch optisch sichtbare Auszeichnung ist eine Idee von Prof. Beck- Sickinger.

Damit aber keines der vorgestellten Projekte nach dem Festival wieder in Vergessenheit gerät, wird ein professionelles Abstract- Buch erstellt, das sowohl einen Überblick über Thema und Inhalt enthält, als auch über das Fachgebiet, in dem die Arbeit angesiedelt ist, die bearbeitende Einrichtung und natürlich die Anschrift der Ansprechpartner. Hier zeigt sich noch einmal konzentriert, wie bunt die biowissenschaftliche und biomedizinische Forschungslandschaft in Leipzig ist und welche anspruchsvollen Themen von jungen Wissenschaftlern heute erfolgreich bearbeitet werden. Wer seine auf dem Festival geknüpften Kontakte erhalten und ausbauen will, kann hier jederzeit nachlesen.

Zum Abschluss bleibt noch ein Aspekt zu erwähnen, dessen Bedeutung aber nicht sekundär ist: der Transfer Wissenschaft/Wirtschaft. Die sich entwickelnde biotechnologische und biomedizinisch ausgerichtete Industrie in und um Leipzig profitiert natürlich auch vom Festival. Sie kann sich einen aktuellen Überblick verschaffen, was an den wissenschaftlichen Einrichtungen erforscht wird, was vielleicht wirtschaftlich genutzt werden kann und welche Fachleute da heranwachsen - alles gute Voraussetzungen für eine den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Leipzig stärkende Zusammenarbeit.

weitere Informationen:
Prof. Dr. Joachim Thiery (ILM, Universitätsklinikum)
Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger (Biochemie)
Priv.-Doz. Dr. Gerald Münch (IZKF)
Telefon: 0341 97 22 200 (Thiery)
E-Mail: thiery@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.izkf-leipzig.de/

Weitere Berichte zu: Grundlagenforschung Seniorwissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung
26.07.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

nachricht Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln
26.07.2017 | Technische Hochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie