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Herzspezialisten tagen in Magdeburg

02.10.2002


Vom 17. bis zum 19. Oktober 2002 findet die diesjährige Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung in Magdeburg statt. Aus diesem Anlass veranstaltet die DGK zwei Pressekonferenzen zu den Themen Nebenwirkungen von Medikamenten, Elektroschocktherapie durch Laien und koronare Herzkrankheit.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Rahmen der 26. Herbsttagung der Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Magdeburg finden zwei Pressekonferenzen statt, zu denen wir Sie herzlich einladen möchten.

Auf der ersten Pressekonferenz, am Freitag um 10:15 - 11:15, informieren Experten über ein gemeinhin unterschätztes Risiko, und zwar die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten. Eine wichtige Rolle spielen unerwünschte Arzneimittelwirkungen in der Kardiologie, da aufgrund der großen Häufigkeit von Erkrankungen des Herzkreislaufsystems sehr viele Menschen Medikamente gegen solche Leiden einnehmen. Die größte Gefahr geht dabei vielfach nicht von einzelnen Wirkstoffen aus, sondern vielmehr von deren Kombination. So können sich die Substanzen in ihrer Verstoffwechselung teilweise erheblich beeinflussen. Dies hat die Erfahrung mit dem Cholesterinsenker Lipobay einmal mehr gezeigt. Besonders groß ist das Risiko medikamentöser Wechselwirkungen bei betagten Personen, da ältere Menschen oft eine ganze Reihe von Gebrechen aufweisen und daher häufig ein ganzes Arsenal an Tabletten einnehmen. Wenig verwunderlich ist es daher, dass unerwünschte Arzneimitteleffekte so häufig vorkommen. Welcher Art diese Nebenwirkungen sind, welche Folgen sie haben und wie sie sich vermeiden lassen, erläutern die Pharmakologin Prof. Stefanie Bode-Böger/Magdeburg und weitere Experten am Freitagmorgen.

Ein weiteres Thema der ersten Pressekonferenz stellt eine wichtige lebensrettende Maßnahme dar - die Elektroschocktherapie durch Laien, die so genannte Laiendefibrillation. Sie dient dazu, Patienten mit jähem Herzstillstand vor dem nahen Tod zu bewahren. Viele Erkrankungen des Herzens münden in einen plötzlichen Herztod, der seinerseits meist die Folge schwerer Entgleisungen des Herztakts ist. Solche bösartigen Herzrhythmusstörungen lassen sich durch eine umgehende Elektroschocktherapie (Defibrillation) zwar vielfach beheben. Häufig trifft der Notarzt hierfür jedoch zu spät ein. Vorteilhaft wäre es daher, wenn auch umstehende Personen eine Defibrillation vornehmen könnten. Eine solche Maßnahme setzt gleichwohl voraus, dass Elektroschockgeräte öffentlich verfügbar gemacht werden und zudem einfach zu handhaben sind. Welche Schritte die DGK unternommen hat, um die Laiendefibrillation in Deutschland einzuführen, erläutert Prof. Hans-Joachim Trappe/Herne auf der Pressekonferenz am Freitagmorgen.

Die zweite Pressekonferenz am Freitag, 18. Oktober, 13:00 - 13:45 befasst sich mit dem bedeutendsten Killer in der westlichen Welt - der koronaren Herzkrankheit (KHK). Hierunter versteht man arteriosklerotisch bedingte Schädigungen der Herzschlagadern, in deren Folge es zu Herzinfarkt, Herzmuskelschwäche und Herztod kommt. Maßgeblich beteiligt an der Entstehung der KHK sind die so genannten kardiovaskulären Risikofaktoren, darunter zu große Mengen an Cholesterin im Blut, ein hoher Blutdruck, der Konsum von Zigaretten, ein Diabetes und das Alter. Wie groß die Erkrankungsgefahr im Einzelfall ist, hängt von der Anzahl und der Ausprägung der einzelnen Risikofaktoren ab.

Das Heimtückische an der koronaren Herzkrankheit ist, dass sie oft lange Zeit unbemerkt bleibt. Viele Menschen, die einen Herzinfarkt oder einen plötzlichen Herztod erleiden, haben zuvor keinerlei Beschwerden verspürt. Würden sie indes rechtzeitig erkannt und behandelt, könnte man vielen von ihnen vor schweren oder auch tödlichen Herzattacken bewahren. Um herauszufinden, wie es um das KHK-Risiko der Einwohner Deutschlands bestellt ist, hat die DGK mit Unterstützung des Pharmaunternehmens Aventis vor kurzem eine einwöchige Screening-Aktion ins Leben gerufen. Rund 20.000 Ärzte haben im Rahmen dieser Scoring-Woche bei den Patienten ihrer Praxis nach kardiovaskulären Risikofaktoren gefahndet und diese anschließend anhand einer übersichtlichen Risikotabelle gewichtet.

Das gleiche Ziel verfolgte auch eine Aktion der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie, die vor kurzem in Berlin getagt hat. Bei der am Kanzlereck abgehaltenen Veranstaltung "For Your Heart’s Sake" konnte jeder interessierte Berliner sein kardiovaskuläres Risiko kostenlos bestimmen lassen. Die Untersuchungen beinhalteten unter anderem eine Messung des Cholesterinwerts und des Blutdrucks. Die Ergebnisse beider Erhebungen werden auf der Herbsttagung der DGK erstmals vorgestellt. Bei der Gelegenheit erfahren Sie, wie groß das Infarktrisiko der Deutschen ist und welche Möglichkeiten es gibt, dieses zu vermindern.

Das Programm der Tagung ist im Internet auf der Website der DGK unter folgender Adresse abrufbar: http://www.dgkardio.de.
Veranstaltungsort ist das Hotel Maritim, Magdeburg.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Nicola von. Lutterotti/Prof. Dr. Eckart Fleck
Pressesprecher der DGK
Prof. Dr. Gunther Arnold/Geschäftsführer der DGK

Weitere Auskünfte:
Dr. Nicola von. Lutterotti
Pressereferentin der DGK
Tel. 0041-22-960 0810
Fax 0041-22-960 0812
E-Mail: nicolutter@bluewin.ch

Kornelia Suske | idw

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