Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wandernde Tierarten müssen weltweit besser geschützt werden

19.09.2002


Zwei Vertragsstaatenkonferenzen in Bonn eröffnet


Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat sich für einen weltweit verbesserten Schutz von wandernden wild lebenden Tierarten ausgesprochen. "Die schätzungsweise 5000 bis 6000 wandernden Tierarten wie Zugvögel, aber auch Wale, Robben und Fledermäuse, die teilweise um den halben Globus ziehen, sind besonderen Gefährdungen ausgesetzt. Ihr Schutz setzt eine enge internationale Zusammenarbeit voraus, um ihnen angemessene Lebensbedingungen in allen Teilen der Welt zu gewährleisten und diese Arten als Teil der biologischen Vielfalt zu erhalten. Der Erhalt bzw. die Schaffung adäquater Lebensräume entlang der Zugrouten bringt nicht nur den grenzüberschreitenden Natur- und Artenschutz voran, sondern dient zugleich der Verbesserung der Umweltsituation für viele Menschen - gerade auch in weniger entwickelten Ländern", sagte der Minister heute in Bonn zur Eröffnung der 7. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention (CMS) und der 2. Vertragsstaatenkonferenz des Regionalabkommens zum Schutz afrikanisch-eurasischer Wasservögel (AEWA).

Die 2. VSK zur Bonner Konvention, die bis zum 24. September in Bonn tagt, hat sich vor allem das Ziel gestellt, weitere Tierarten in das Übereinkommen einzubeziehen, die Strategie der Konvention bis 2005 fortzuentwickeln, Impulse für weitere Regionalabkommen und Schutzmassnahmen für besonders bedrohte Tierarten zu geben sowie einen neuen Informations- und Managementplan zu erarbeiten. Auf Antrag Australiens sollen 6 Großwalarten (Antarktischer Zwergwal, Breitwal, Finnwal, Seiwal, Zwergglattwal sowie der Pottwal) in die Konvention aufgenommen werden. Ein Regionalabkommen für Meeressäuger im Südpazifik soll folgen. Mit der dabei angestrebten Ausweisung eines Schutzgebiets könnte im Rahmen der Bonner Konvention ein Ziel des Artenschutzes erreicht werden, das bei der Internationalen Walfang-Kommission bislang nicht die notwendige Unterstützung gefunden hat.


Deutschland wird auf dieser Konferenz drei Resolutionsentwürfe einbringen: Der erste Antrag hat das Ziel, den Schutz von Großvögeln vor Stromtod an Mittelspannungsleitungen zu verbessern, in dem die Masten künftig vogelsicher konstruiert werden sollen. Dies ist in Deutschland seit April dieses Jahres durch das neue Bundesnaturschutzgesetz vorgeschrieben. Der zweite Resolutionsantrag beschäftigt sich mit der Windkraftnutzung auf See und fordert die nähere Untersuchung von Auswirkungen großer Windparks auf ziehende Vogelarten, Seevögel und Meeressäuger. Der dritte Antrag behandelt die Gefahren für Tiere, die von Öl bzw. Ölprodukten, die ins Meer gelangt sind, ausgehen können. Hier soll u.a. ein Überwachungssystem geschaffen werden, das die Verursacher illegaler Einleitungen besser identifizieren hilft. Darüber hinaus sollen Kapazitäten zur Bekämpfung von Ölverschmutzungen vorgehalten werden.

Neben diesen Resolutionen wird im Rahmen der VSK dem Sekretariat der Bonner Konvention eine von Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz entwickelte Datenbank, das globale Weltregister für wandernde Arten, übergeben. Darüber hinaus wird die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Gila Altmann heute (18 Uhr) ein Memorandum of Understanding zum Schutz der Großtrappe unterzeichnen. Von diesem Vogel gibt es in Deutschland nur noch Reliktvorkommen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Das Memorandum soll den Erfahrungsaustausch zum Erhalt dieser vom Aussterben bedrohten Art fördern und die erheblichen Anstrengungen zum Schutz dieser Tiere in Deutschland unterstützen.

Im Mittelpunkt der 2. Vertragsstaatenkonferenz zum Schutz der afrikanisch-eurasischen Wasservögel (AEWA) vom 25. bis 27. September 2002  wird die Aufnahme weiterer Wasservogelarten -- vorwiegend aus Südafrika -- stehen. Ferner soll erörtert werden, alle Wasservogelarten unabhängig von ihrer Gefährdung in das Abkommen einzubeziehen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat darüber hinaus angekündigt, ein großangelegtes Schutzprojekt für diese Wasservogelarten, das von mehreren internationalen Organisationen und dem AEWA-Sekretariat getragen wird, von 2004 bis 2008 mit insgesamt 1 Million Euro zu fördern.

Michael Schroeren | BMU-Pressedienst

Weitere Berichte zu: Vertragsstaatenkonferenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht International führende Informatiker in Paderborn
21.08.2017 | Universität Paderborn

nachricht Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik
21.08.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik