Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

12. Euroanalysis findet in Deutschland statt

30.08.2002


In der analytischen Chemie schreiten Miniaturisierung und Automatisierung voran.

An der Universität Dortmund findet vom 8. bis 13. September die 12. Euroanalysis statt, ein Treffen analytischer Chemiker aus ganz Europa, das von der analytischen Sektion der Föderation Europäischer Chemischer Gesellschaften (FECS) initiiert wurde. Die Organisation liegt in diesem Jahr bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Beiträge aus allen Bereichen der analytischen Chemie werden von Vertretern aus dem akademischen Bereich, aus der Industrie und den Behören diskutiert. Ziel ist es, auf so wichtigen Gebieten wie der Grundlagenforschung, der Prozesskontrolle, der Umweltanalytik, der medizinischen oder biochemischen Analytik neue Methoden vorzustellen und zur Diskussion zu stellen.

Ein Höhepunkt der Tagung ist die FECS Lecture 2002, die der Biochemiker Professor Ed Southern von der Universität Oxford (GB) zum Thema "DNA Microarrays: Small Chemistry, Big Biology" zur Eröffnung am 9. September hält. Hier stellt er die von ihm entwickelten Techniken zur Gen-Analyse vor, die in vielen Forschungsvorhaben in der Biologie und Medizin Eingang fanden. Die FECS Lecture gilt als eine der höchsten europäischen wissenschaftlichen Auszeichnungen.

Eine national bedeutende Auszeichnung ist der Bunsen-Kirchhoff-Preis für analytische Spektroskopie. Er wird von dem in der GDCh beheimateten Deutschen Arbeitskreis für Angewandte Spektroskopie vergeben. Professor Dr. Jürgen Popp von der Universität Jena erhält den Preis in Dortmund für seine Arbeiten zur Spektroskopie an Mikropartikeln.

Die Entwicklung der Lebenswissenschaften bringt einen ungeheuren Bedarf an Analytik, die extreme Anforderungen erfüllen und meist auch automatisierungsfähig sein muss. Als Beispiel sei auf die DNA-Sequenzierung verwiesen. Im Zusammenwirken von Mikrobiologie, Biochemie und Chemie mit den grundlegenden Prinzipien der Analytik werden hier große Fortschritte erzielt, die bis in die Medizin und den Umweltschutz hineinreichen. Durch Miniaturisierung und viele andere Verfahrensverbesserungen haben aber auch die klassischen Methoden der Labor- und Prozessanalytik neue Anwendungen erschließen sowie die Messungen in Bezug auf Richtigkeit und Genauigkeit noch weiter verbessern und vielfach automatisieren können.

Besonders herausgestellt muss werden, dass die Wissenschaftler den im Biobereich besonders hohen Anforderungen an Selektivität und Separation immer mehr nachkommen können und dass sie Nachweisstärken bis hin zur Untersuchung von Einzelmolekülen erzielen. Ein wichtiges Gebiet ist auch die Werkstoffanalytik geworden, insbesondere für die Werkstoffe in der Mikroelektronik, an die besonders hohe Anforderungen an die Reinheit gestellt werden.

Auf der Euroanalysis in Dortmund geht man neben Forschungs- und Entwicklungsthemen auch der Frage nach, wie man die Lehre und das Erlernen der analytischen Chemie noch interessanter gestalten kann, um mehr Studenten für das Fach analytische Chemie zu begeistern. Der Workshop zum "Teaching" zeigt das Bemühen um neue Formen der Lehre und das Bestreben, eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung mit attraktiven und zugleich herausfordernden Beispielen aus dem modernen gesellschaftlichen Umfeld zu verbinden.

Die Euroanalysis 12 wurde maßgeblich von Wissenschaftlern des Instituts für Spektrochemie und Angewandte Spektroskopie (Berlin/Dortmund) vorbereitet, das mit einer Festsitzung am 11. September das Jubiläum seines 50jährigen Bestehens feiert.

Dr. Kurt Begitt | idw

Weitere Berichte zu: Euroanalysis FECS GDCh Spektroskopie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von festen Körpern und Philosophen
23.02.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Spannungsfeld Elektromobilität
23.02.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics