Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesumweltminister reist zum Weltgipfel

28.08.2002


Trittin will sich in Johannesburg für weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzen


Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat an die Staatengemeinschaft appelliert, auf dem Weltgipfel in Johannesburg verbindliche umwelt- und entwicklungspolitische Ziele und Maßnahmen festzulegen. "Um der Armut wirkungsvoll begegnen zu können brauchen wir neue, anspruchsvolle Zielsetzungen. 1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung, 2 Milliarden Menschen keinen Stromanschluss. Die ausreichende Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser und Energie ist unmittelbar mit Entwicklung verbunden und gehört zu den großen globalen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen," sagte der Minister vor seiner Abreise nach Johannesburg. Trittin nimmt von Freitag bis nächsten Dienstag an der Konferenz teil.

Bundesumweltminister Trittin betonte, dass sich die Energieprobleme ohne einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien nicht lösen lassen. Die Bundesregierung will sich deshalb zusammen mit den anderen Eu-Ländern dafür einsetzen, dass der Anteil der erneuerbaren Energien von heute rund 13 Prozent bis 2010 weltweit auf 15 Prozent erhöht wird, wobei diese die Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen sollen. Die OECD-Staaten sollen sich verpflichten, ihren Anteil an nachhaltig genutzten erneuerbaren Energien jeweils um mindestens 2 Prozentpunkte bis 2010 anzuheben. Alle drei Jahre soll über die erzielten Fortschritte berichtet werden. Trittin: "Die Bundesregierung hat die Energiewende eingeleitet, wir haben gezeigt, dass eine Energiewende auch in einem großen Industrieland möglich ist." Die Bundesregierung sieht das Umsteuern in Richtung einer nachhaltigen Energieversorgung weltweit auch mit Blick auf den Klimaschutz als eines der prioritären Themen des Gipfels an.


Zusätzlich stellt die Bundesregierung in den nächsten fünf Jahren rund 1 Milliarde Euro für nachhaltige Energieprojekte in Entwicklungsländern zur Verfügung. Diese Projekte werden im Rahmen verschiedener Initiativen abgewickelt.

Die Bundesregierung und die EU-Partner wollen sich auch für folgende Zielsetzungen einsetzen: Halbierung des Anteils der Bevölkerung, die noch nicht über Zugang zu
sanitärer Grundversorgung (u.a. Abwasserreinigung) verfügt, bis 2015 sowie Umkehr des Trends beim Verlust von natürlichen Ressourcen bis 2015 und entsprechende spezielle Zielsetzung für Biodiversität bis 2010. Vor allem die USA lehnen es ab, sich in Johannesburg auf konkrete, verbindliche Ziele zu verständigen. Sie mussten inzwischen aber schon ein verbindliches Zeitziel für den Erhalt der Weltfischbestände akzeptieren.

Neben einer politischen Erklärung und dem Aktionsplan sollen in Johannesburg auch Partnerschaften und Initiativen, die der konkreten Umsetzung des Aktionsplans dienen sollen, verabschiedet werden. Diese Initiativen sollen nach Auffassung der Bundesregierung die multilateralen Vereinbarungen ergänzen, keinesfalls ersetzen. An diesen Partnerschaftsprojekten beteiligen sich  die Privatwirtschaft, Umweltverbände, andere Nichtregierungsorganisationen, Regierungen etc. Deutschland startet beispielsweise mit Partnern aus 16 Ländern und in Zusammenarbeit mit der GEF (Global Environment Facility) eine Markteinführungsstrategie für solarthermische Kraftwerke.

Rund 60.000 Vertreter aus fast 190 Staaten beraten seit Montag in Johannesburg, auf der bisher größten Konferenz in der Geschichte der Vereinten Nationen. Im Mittelpunkt der Konferenz, die bis zum 4. September dauert, stehen die Themen Globalisierung und nachhaltige Entwicklung, Armutsbekämpfung und Umwelt, Energiepolitik und Wasserwirtschaft, Ressourcenschutz und --effizienz sowie nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster.

Hinweis: Zum Johannesburg-Gipfel ist auch ein BMU-Hintergrundpapier im Internet (www.bmu.de) abrufbar. Die Berichterstattung  über die Konferenz kann im Internet unter www.iisd.ca/linkages/2002/wssd   sowie www.un.org/events/wssd verfolgt werden.

Michael Schroeren | BMU Pressediens

Weitere Berichte zu: Bundesumweltminister Weltgipfel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?
23.04.2018 | Technische Universität Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe

23.04.2018 | Förderungen Preise

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics