Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Tagung: Algen als biologische Ressource erforschen und nutzen

27.08.2002


Chlorococcum sp.- eine einzellige grüne Bodenalge


Apatococcus lobatus, eine luft-lebende Grünalge, wie sie beispielsweise auf Dachziegeln und Gebäuden zu finden ist.


Algenforscher aus aller Welt am Göttinger Albrecht-von-Haller-Institut zu Gast


Die Erhaltung der Artenvielfalt von Mikroalgen, deren sachgerechter Bewahrung sowie Fragen der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzung von Algen sind Themen einer internationalen Tagung vom 2. bis 6. September 2002 an der Georg-August-Universität Göttingen. Etwa 50 Experten aus der ganzen Welt treffen sich zum Informationsaustausch am Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften, wo sich die Sammlung von Algenkulturen Göttingen (SAG) befindet. Mit 2.100 Kulturstämmen gehört die SAG zu den größten Sammlungen weltweit.


 Schätzungen gehen aber davon aus, dass es etwa 400.000 verschiedene Algenarten gibt, wobei erst circa 20 Prozent entdeckt und beschrieben sind, teilen die Veranstalter mit. Rund 160 Algen-Arten würden, beispielsweise in Arzneimitteln, Kosmetika und als Lebensmittelkomponenten, kommerziell genutzt. Algen hätten auch eine enorme Bedeutung im Ökosystem und für das Klima. So würde jedes zweite Sauerstoffmolekül der Erdatmosphäre von Algen gebildet, die sich in gewaltigen Mengen im Meer und an den Küsten befinden. Mikroalgen bauen während ihres Stoffwechsels Schadstoffe ab und könnten zur Gewässerreinigung, Rekultivierung von Ödland und Energiegewinnung eingesetzt werden.


"Trotz ihrer besonderen ökologischen und ökonomischen Bedeutung werden Algen als wichtige biologische Ressourcen heute immer noch zu wenig genutzt," sagt der Biologe Prof. Dr. Thomas Friedl, Leiter der SAG. Um die Eigenschaften von Algen erforschen zu können, müssten "reine" Kulturen angelegt und erhalten werden. Welche Erfahrungen in der Konservierung von Algenkulturen mit der neuartigen "Kryokonservierung", dem Einfrieren der Kulturen in ultra-tiefen Temperaturen, gemacht werden, wird ein Thema der 35 Vorträge auf der Tagung sein. Außerdem gehen die Experten der Frage nach, wie sich die Vielfalt (Biodiversität) der verfügbaren Kulturen erhöhen ließe. "Algenkulturensammlungen als Genressourcen zu erhalten, macht nur in einem international vernetzten Forschungsverbund wirklich Sinn," so Prof. Friedl. Die Einrichtung internet-basierter Kataloge für die verschiedenen Algensammlungen auf der Basis gemeinsamer Qualitätsstandards wird deshalb ebenfalls zur Sprache kommen. Ein besonderes Symposion ist Ernst Georg Pringsheim (1881-1970), gewidmet, der 1954 die Göttinger Sammlung gründete. Drei bedeutende europäische und die größte amerikanische Sammlung gehen auf den Pionier der Algenforschung zurück, der bis zu seinem Tod an der Georg-August-Universität Göttingen forschte und lehrte.


Kontaktadresse:
Prof. Dr. Thomas Friedl, 
Georg-August-Universität Göttingen, 
Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften,
 Tel. (0551) 39-7868, 
Fax (0551) 39-7871, 
E-Mail: epsag@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de/~epsag/phykologia/epsag.html

Weitere Berichte zu: Albrecht-von-Haller-Institut Pflanzenwissenschaft SAG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie