Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Soziale Sicherheit im Europa der Zukunft

12.08.2002

Kongress zur EU-Osterweiterung vom 3.-5. Oktober an der Universität Jena

Obwohl auf dem Papier längst beschlossen, lässt die Osterweiterung der Europäischen Union (EU) auf sich warten. Inzwischen wachsen im Westen wie im Osten die Zukunftsängste. Konkurrenz durch billige Arbeitskräfte, importierte Armut und zunehmende Kriminalität sind die Schreckensbilder vieler Westeuropäer. Eine sachliche Bilanz von Risiken und Chancen der EU-Osterweiterung unter dem Aspekt der sozialen Sicherheit will die Jahrestagung des European Institute of Social Security (E.I.S.S.) bieten, die vom 3.-5. Oktober 2002 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattfindet.

Zu dem internationalen Kongress werden deutlich über 100 Experten aus Ost- und Westeuropa erwartet. Auf der Tagung werden sie aus erster Hand Informationen über den Stand der Beitrittsverhandlungen erhalten und die Folgen der Osterweiterung erörtern: Was bedeutet zum Beispiel die Arbeitsmarkt-Öffnung für die europäischen Sozialkassen? Ein Schwerpunktthema werden die Auswirkungen des Beitritts neuer EU-Mitglieder auf die Wirtschaft der Grenzregionen sein: Werden etwa deutsche Autoproduzenten demnächst ihre Produktionsstätten nach Tschechien verlagern? Werden sich Österreicher ihre Zähne in Ungarn behandeln lassen, während Polen deutsche Krankenhäuser für schwierige Operationen aufsuchen? Weitere Programmpunkte werden Antworten auf viele brennende Fragen geben, wie: Wird der Rechtsradikalismus in der EU aus Angst vor größeren Migrantenzahlen zunehmen? Werden Deutschland oder Österreich tatsächlich von Minderheiten wie Roma oder Sinti überlaufen werden?

"Wir stehen vor einer Herausforderung wie in den 1920er Jahren", sagt Prof. Dr. Eberhard Eichenhofer. "Die Osterweiterung der EU berührt nicht allein die soziale Sicherheit des Westens", macht der Jenaer Rechtswissenschaftler deutlich, der als designierter E.I.S.S.-Vizepräsident die Tagung organisiert. "In den Beitrittsländern, die sich für die Aufnahme in die Union schwierigen Wirtschaftsreformen unterziehen müssen, haben viele Menschen schon seit Jahren mit Armut, Arbeitslosigkeit und gesellschaftlichem Abstieg zu kämpfen", so der Spezialist für Sozialrecht und Bürgerliches Recht. In Jena sollen die Erfahrungen und Erwartungen beider Seiten ein Forum finden.

Die Wahl des Tagungsorts ist daher nicht zufällig auf die Stadt an der Saale gefallen: "Viele soziale und wirtschaftliche Probleme, die Europa mit der EU-Osterweiterung ins Haus stehen, hat Deutschland seit der Wiedervereinigung im kleinen Maßstab schon kennen gelernt. Jena ist der Beweis dafür, dass die Integration von Ost und West gelingen kann", unterstreicht Prof. Eichenhofer, der außerdem auf die kulturelle Brückenfunktion der Stadt und ihrer Universität hinweist: "Jena war ein Zentrum des mitteleuropäischen Kulturraums, den die Teilung unseres Kontinents nie ganz zerschnitten hat. In den Beitrittsländern wird der Name Jenas noch immer mit dieser Tradition in Verbindung gebracht, von der in Zukunft wieder verstärkt Impulse für die europäische Identität ausgehen werden."

Das 1968 gegründete E.I.S.S. ist ein internationaler "Think Tank", in dem sich rund 500 Juristen, Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen und Verwaltungsexperten aus Ost- und Westeuropa zusammengeschlossen haben. Die Institution hat sich zum Ziel gesetzt, hochrangige Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung wissenschaftlich fundiert zu allen Aspekten des Themas soziale Sicherheit zu beraten.

 

Kontakt:
Prof. Dr. Eberhard Eichenhofer
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942150
Fax: 03641 / 942152
E-Mail: ee@recht.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.recht.uni-jena.de/z11/eiss2002/eiss2002.htm

Weitere Berichte zu: EU-Osterweiterung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Speicherdauer von Qubits für Quantencomputer weiter verbessert

09.12.2016 | Physik Astronomie