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Weltkongress für Biomagnetismus vom 10.-14. August an der Uni Jena

06.08.2002


Körperstrom exakt messen und medizinisch nutzen

Jeder "betriebsbereite" Organismus sendet biomagnetische Signale aus, etwa wenn die Muskeln aktiviert werden. Allerdings sind die Ströme so gering, dass sie nur mit großem technischen Aufwand zu messen sind. Welche Fortschritte es in der Technologie, der Analyse der Daten und der medizinischen Anwendung gibt, wird ab dem 10. August an der Friedrich-Schiller-Universität Jena präsentiert. Bis zum 14. August treffen sich dort rund 700 Wissenschaftler aus aller Welt zum 13. Internationalen Kongress für Biomagnetismus. Die alle zwei Jahre durchgeführte Tagung in englischer Sprache wird auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

"Die Vergabe dieser internationalen Konferenz ist eine Auszeichnung für Jena", freut sich Dr. Jens Haueisen. "Wir konnten uns gegen Bewerber aus den USA und Japan durchsetzen", erläutert der Tagungspräsident und Leiter des Biomagnetischen Zentrums der Universität Jena. Grundlage für diese Auswahl sind neben den guten Tagungsbedingungen in Jena auch die hervorragenden Forschungsleistungen auf dem Gebiet des Biomagnetismus, die das Jenaer Zentrum aufgrund seiner Ausstattung mit zwei Biomagnetometern ermöglicht. So werden Jenaer Wissenschaftler zum einen neue Erkenntnisse zum medizinischen Einsatz der Magnetokardiografie (MKG) in der vorgeburtlichen Diagnostik vorstellen, die etwa eine wesentlich genauere Vorhersage des Geburtsgewichts erlaubt. Ein Highlight des Kongresses wird die Präsentation des weltweit ersten fötalen Magnetokardiografen mit aktiver Abschirmung sein. Das Hightech-Gerät erlaubt es ohne die übliche Abschirmkammer - also in fast jedem Krankenzimmer -, die Herzsignale des Fötus im Mutterleib zu messen und daraus medizinische Therapieentscheidungen abzuleiten. Welcher große technische Aufwand dahinter steckt wird deutlich, wenn man bedenkt, dass alleine das Herz der Mutter rund 50 Mal größer als das Embryoherz ist. Mutters Signale müssen also ebenso herausgefiltert werden wie die Ströme, die die medizinische Apparatur, das Telefon oder die Steckdose ausstoßen - all diese Signale sind um ein vielfaches stärker als die fötalen Herzströme. "Diese Anforderungen haben wir erfüllt und arbeiten mit unseren Partnern nur noch an der Verbesserung des Gerätes und einer Überführung in die Serienreife", sagt Dr. Haueisen.

Das Spektrum der Kongressthemen ist noch weit größer. "Biomagnetische Forschung reicht von den Grundlagen etwa zur Funktion des Gehirns bis zu klinischen Anwendungsgebieten wie der Herzinfarktdiagnostik", beschreibt der Jenaer Tagungspräsident, der das Ereignis seit 1998 mit seinem Kollegen Dr. Hannes Nowak vorbereitet. Das interdisziplinäre und innovative Fachgebiet führt daher Wissenschaftler aus der Biologie, Physiologie, der Medizin sowie aus physikalischen und technischen Bereichen zusammen.

Und selbst Interessierten, die nicht nach Jena kommen können, wird per Internet eine interaktive Teilnahme an der Konferenz ermöglicht. "Wir werden live im Internet übertragen und schaffen somit eine Kombination aus realer und virtueller Konferenz", erläutert Haueisen.

Kontakt:
Dr. Jens Haueisen


Biomagnetisches Zentrum, Klinik für Neurologie der Uni Jena
Philosophenweg 3
07743 Jena

Tel.: 03641 / 935338
Fax: 03641 / 935355
E-Mail: haueisen@biomag.uni-jena.de
oder biomag2002@uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://biomag2002.uni-jena.de/

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