Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zum Weltgipfel in Johannesburg: GDCh legt Positionspapier vor

25.07.2002


Zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung vom 26. August bis 4. September 2002 in Johannesburg hat die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)ein Positionspapier erarbeitet. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung begrüßt diese Initiative.

Im Vorfeld des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung vom 26. August bis 4. September 2002 in Johannesburg (Rio + 10) hat die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ein Positionspapier erarbeitet, das den teilnehmenden Staaten vorgelegt werden soll. Der von der Bundesregierung eingesetzte Rat für Nachhaltige Entwicklung begrüßt und unterstützt diese Initiative der GDCh, die insbesondere der Fortschreibung des Kapitels 19 der Agenda 21 dienen soll.

Das Kapitel 19 der Agenda 21 enthält Handlungsaufträge zum umweltverträglichen Umgang mit toxischen Chemikalien einschließlich Maßnahmen zur Verhinderung des illegalen internationalen Handels mit toxischen und gefährlichen Produkten. Es enthält im Wesentlichen das, was viele Menschen als bedrohliche Seite der Chemie empfinden. Zu kurz kommen zukunftsfähige Konzepte und die positiven Beiträge der Chemie zu einer nachhaltigen Entwicklung. Deshalb muss Kapitel 19 inhaltlich erweitert werden.

Der Rat für Nachhaltigkeit hebt in seiner Stellungnahme zum GDCh-Papier hervor, dass die GDCh auch die Entwicklung neuer Prozesse für Basischemikalien oder deren Substitution durch neue Basischemikalien, die ressourcenschonend und umweltverträglich produziert werden können, für erforderlich hält. Das gilt insbesondere dann, wenn bei den Produktionsprozessen große Mengen von nicht verwertbaren Nebenprodukten entstehen. In ihrem Papier appelliert die GDCh an die Regierungen, die Förderung der notwendigen, grundlegenden Untersuchungen zu intensivieren. Es gelte, entsprechende privatwirtschaftliche Forschungsaktivitäten verstärkt zu stimulieren, damit nachhaltigere Substitutionsprozesse und -produkte rechtzeitig zur Verfügung stünden.

Die GDCh setzt sich nachdrücklich dafür ein, toxische Chemikalien, bei denen eine nicht vertretbare Gefahr für Umwelt und Gesundheit wissenschaftlich nachgewiesen ist, durch weniger schädliche Substanzen zu ersetzen oder durch geänderte Verfahren entbehrlich zu machen sowie die Rückgewinnung und Verwertung chemischer Grundstoffe zu optimieren. Die Produkte der chemischen Industrie müssen auch umweltverträglich weiterverarbeitet werden können.

Die GDCh fordert die Regierungen auf, alle Regelungen, die die Substitution nicht-nachhaltiger durch nachhaltigere Prozesse und Produkte behindern, möglichst rasch aufzuheben. Anreize zur Förderung der Substitution sind einzuführen und in den kommenden zehn Jahren nach "Johannesburg" umzusetzen. Die öffentlichen Mittel zur Förderung von Projekten zur Umsetzung der Grundsätze von Rio und der Agenda 21 sind in erheblichen Umfang zu erhöhen.

Die GDCh entwickelt in ihrem Papier keine konkreten Handlungsanweisungen, sondern gibt richtungsweisende Orientierungspunkte vor und sie macht auch deutlich, dass im Politikfeld "Nachhaltige Entwicklung" überzogenen, unrealistischen Forderungen Einhalt geboten werden müsse.

Über ihr Beratergremium für Altstoffe (BUA) ist die GDCh an der weltweiten Prüfung und Beurteilung von in großen Mengen hergestellten Chemikalien beteiligt. Die BUA-Arbeit muss auch in Zukunft durch politische und finanzielle Unterstützung sichergestellt werden, heißt es in dem Papier.

Dr. Kurt Begitt | idw

Weitere Berichte zu: GDCh Weltgipfel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise