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10th International Conference on Behcet’s Disease

11.06.2002


Die 10. Internationale Konferenz für den Morbus Behçet findet vom 27. bis zum 29. Juni 2002 in Berlin, am Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität und damit erstmalig in Deutschland statt. Die 201 wissenschaftlichen Beiträge aus 24 Ländern und Teilnehmer aus über 50 Ländern machen die Konferenz zum bisher größten wissenschaftlichen Zusammentreffen über diese Erkrankung überhaupt.

Beim Morbus Adamantiades-Behçet handelt es sich um eine Erkrankung, bei der Entzündungen der Gefäße (Vaskulitis) verschiedener Organe auftreten. Vorwiegend sind Haut und Schleimhäute, Augen und Gelenke betroffen, es kommen aber auch Beteiligungen größerer Arterien und Venen (Thrombosen, Verschlüsse, Blutungen) und des zentralen Nervensystems vor. Die Ursache der Erkrankung ist letztlich noch nicht bekannt, man vermutet neben einer gewissen genetischen Veranlagung (die Erkrankung ist am häufigsten in Ländern entlang der früheren "Seidenstrasse") auch Infekte und Umweltfaktoren. In Deutschland ist der Morbus Adamantiades-Behçet eher selten (ca. 2.3 / 100.000 Einwohner) und wird deshalb häufig spät erkannt und behandelt. Die Therapie richtet sich nach Art und Schwere der Organmanifestation und besteht aus Immunsuppressiva oder sogenannten immunmodulatorischen Substanzen. Die Erkrankung erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten und Forschern verschiedenster Fachdisziplinen und ist ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit einer überregionalen interdisziplinären Versorgung von Patienten mit selteneren Systemerkrankungen (zum Beispiel im Rahmen von Netzwerken).

Seit vielen Jahren bemüht sich das Deutsche Register Morbus Adamantiades-Behçet in Berlin (seit 2001 unter dem Status eines gemeinnützigen e.V.) Daten zu dieser Krankheit zusammenzutragen, Ärzte zu schulen, wissenschaftlich aufzuklären und Patienten zu informieren. Die Patienten mit Symptomen dieser Erkrankung wissen oft nicht an wen sie sich wenden sollen, zumal ihre Symptome meist erst spät als gemeinsame Zeichen eines bestehenden Morbus Adamantiades-Behçet diagnostiziert werden. Der "Deutsches Register Morbus Adamantiades-Behçet e.V." arbeitet eng mit der Selbsthilfegruppe "Leben mit Behcet" zusammen. Am parallel zu der 10. Internationale Konferenz und am gleichen Ort stattfindende 2. Internationale Konvention für Patienten möchten Ärzte und Patienten aus Deutschland und der ganzen Welt die Öffentlichkeit und den Vertretern des Gesundheitssystems auf diese schwere Erkrankung aufmerksam machen.

Da die Erstmanifestation der Erkrankung in 75-80% der Fälle an der Haut oder den Schleimhäuten manifestiert, sollten die Dermatologen ein Hausarzt für die Haut sein. Notwendig sind dabei genaue Kenntnisse der auftretenden Symptome, diagnostische und therapeutische Leitung des Patienten in einem von Dermatologen geführten interdisziplinären Netzwerk vor Ort, Zusammenarbeit mit Kliniken, die sich mit diesem Krankheitsbild schwerpunktmäßig beschäftigen und Information betroffener Patienten, Selbsthilfegruppen und der Öffentlichkeit.

Die 10. Internationale Konferenz für den Morbus Behçet steht unter der Schirmschaft der International Society for Behçet’s Disease und wird durch den Deutsches Register Morbus Adamantiades-Behçet e.V., die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Berliner Stiftung für Dermatologie (BSD) unterstützt.

Katrin Pommer | idw
Weitere Informationen:
http://userpage.fu-berlin.de/~zoubbere/
http://www.behcet.de

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