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Konservative und interventionelle Behandlungsstrategien in der Kardiologie

29.05.2002


Eine Hauptsitzung, neun Symposien und ein Workshop beinhaltet die wissenschaftliche Veranstaltung "Konservative und Interventionelle Behandlungsstrategien", die Prof. Gerhard Schuler und Prof. Friedrich W. Mohr vom Herzzentrum Leipzig durchführen. Drei Schwerpunkte stehen auf der Tagesordnung: Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankungen und Rhythmologie.

Eine Hauptsitzung, neun Symposien und ein Workshop beinhaltet die wissenschaftliche Veranstaltung "Konservative und Interventionelle Behandlungsstrategien", die Prof. Gerhard Schuler und Prof. Friedrich W. Mohr vom Herzzentrum Leipzig durchführen. Drei Schwerpunkte stehen auf der Tagesordnung: Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankungen und Rhythmologie.

Zeit: 31.05 - 01.06. 2002
Ort: Herzzentrum Leipzig

Chronische Herzinsuffizienz ist eines der Krankheitsbilder, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Eine der Ursachen dafür ist, so widersinnig das klingt, der medizinische Fortschritt. Immer mehr Patienten überleben z.B. den Herzinfarkt aufgrund hervorragender intensivmedizinischer Maßnahmen, behalten aber einen schwer geschädigten Herzmuskel zurück. Vernarbte Stellen oder einfach nachlassende Kontraktionsfähigkeit verringern die Leistungsfähigkeit des Herzens und führen zu beträchtlichen Einschränkungen der Lebensqualität des Betroffenen und in besonders schweren Fällen zum Tode.

Im fortgeschrittenen Stadium beschränkt sich die Krankheit nicht mehr nur allein auf das Herz, sondern alle Organe des Körpers werden in Mitleidenschaft gezogen und tragen dann zu dem Krankheitsbild bei. Erst in den letzten Jahren konnten die der Herzinsuffizienz zugrundeliegenden Mechanismen teilweise geklärt werden, wodurch sich neue therapeutische Möglichkeiten erschlossen haben. Neben der medikamentösen Behandlung werden auch chirurgische Methoden und neue, experimentelle Verfahren, wie die Stammzelltherapie diskutiert.

Das zweite große Thema sind die koronaren Herzerkrankungen. Diese äußern sich meistens in einem Gefäßverschluss, der sogenannten Stenose. Die traditionelle Behandlung besteht in der Katheter-Implantation einer netzartigen Gefäßstütze, von den Medizinern Stent genannt, der den Gefäßverschluss zunächst beseitigt. Was nicht beseitigt wird, ist die Ursache, so dass die Krankheit über kurz oder lang wieder auftritt - das Gefäss setzt sich wieder zu, meist unmittelbar an derselben Stelle. Dem versuchen die Kardiologen entgegen zu steuern durch die Verwendung von Stents, deren spezielle Beschichtung eine Restenose verhindern soll. Auf der Tagung wird eine Studie, die Ravel-Studie, vorgestellt, die die Wirksamkeit dieser Beschichtung nachweist. "In den meisten Fällen verhinderte die Beschichtung einen erneuten Gefäßverschluss", konstatiert Prof. Schuler.

Wenn ein Verschluss nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kommt es zum Herzinfarkt. Hier sieht Prof. Schuler großen Handlungsbedarf bei der Früherkennung und Frühbehandlung. "Je früher die Behandlung einsetzt, desto günstiger die Prognose", meint Schuler. Eine auf der Veranstaltung vorgestellte Leipziger Studie beweise dies.

Vorgestellt wird die Krankengeschichte von rund 100 Herzinfarktpatienten, die eine prähospitale Behandlung erfahren hatten. Die Kardiologen verstehen darunter eine Behandlung, die bereits auf dem Weg ins Krankenhaus, also im Krankenwagen, einsetzt. Voraussetzung dafür ist die Ausstattung der Rettungswagen mit Fibrinolyse-Inhibitoren, die die Blutgerinnung verhindern - die erste Voraussetzung für die Beseitigung der Gefäßverstopfung. Im Krankenhaus wird dann der Gefäßverschluss über einen Katheter beseitigt. Wenn das in einem bestimmten Zeitraum geschieht, kann eine Schädigung des Herzmuskels durch Unterversorgung mit Blut weitgehend verhindert werden. "Wenn der Infarkt sich richtig ausprägen kann, kostet das den Patienten fünf bis zehn Jahre seines Lebens", mahnt Schuler.

Der dritte große Schwerpunkt der Veranstaltung ist die Rhythmologie. Hier geht es vor allem um das Vorhofflimmern, in der Regel eine harmlose Rhythmusstörung, die aber mit großem Leidensdruck für den Patienten verbunden ist. Relativ neu ist die Beseitigung der Störung über einen Herz-Katheter. Darüber haben wir vor einiger Zeit schon berichtet.

Alle Vorträge werden durch Live-Übertragungen aus dem Katheterlabor bzw. aus den Operationssälen praktisch unterlegt. Vorgeführt wird z.B. eine Stenose der Halsschlagader, eine minimalinvasive Bypass-Operation und die Beseitigung des Vorhofflimmerns via Katheter.

weitere Informationen: Prof. Dr. Gerhard Schuler
Telefon: 0341 865 14 28

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/veranst/m0502.htm#31

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