Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bayreuther Geowissenschaftler nehmen das "Raumschiff Erde" öffentlich wirksamer ins Visier

19.04.2002



Die Geowissenschaften der Universität Bayreuth, die dort einen der Schwerpunkte in Forschung und Lehre bilden, entwickeln in Zusammenhang mit dem Jahr der Geowissenschaften 2002 und dem Tag der Erde am 22. April mit zahlreichen Aktivitäten Informations- und Aufklärungsarbeit zu unserem "Raumschiff Erde".

Durch das "Jahr der Geowissenschaften" und den Tag der Erde (22.4.) angeregt
Geowissenschaftler nehmen das "Raumschiff Erde" öffentlich wirksamer ins Visier


Öffentliche Vorträge, Exkursionen, Aktionen und Publikationen
Bayreuth (UBT). Unser "Raumschiff Erde" gerät durch zwei aktuelle Anlässe derzeit in den Blickpunkt des Interesses: einerseits ist es das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufene "Jahr der Geowissenschaften 2002" und andererseits der "Tag der Erde", der alljährlich weltweit am 22. April begangen wird. Die Geowissenschaften der Universität Bayreuth, die einen der Schwerpunkte in Forschung und Lehre bilden, entwickeln in diesen Zusammenhang mit zahlreichen Aktivitäten Informations- und Aufklärungsarbeit.
Im Jahr der Geowissenschaften sollen die teilweise spektakulären Ergebnisse der Erdwissenschaften (z.B. Meteorologie, Geologie, Geophysik, Geoökologie, Geographie) der Öffentlichkeit in einer breiten Sequenz von Veranstaltungen, die in der ganzen Bundesrepublik angeboten werden, veranschaulicht werden. Eindrucksvolle Phänomene wie Vulkanismus und Erdbeben, Bodenerosion und Meeresströmungen, Ozonloch und Abholzung des tropischen Regenwaldes, aber auch Verwundbarkeit sozialer Gruppen unter extremen Umweltbedingungen in der Dritten Welt, Folgen der Globalisierung auf die Standorte der High-Tech-Industrie, Planung von Konzepten eines ländlichen Tourismus oder die Optimierung von Standorten zur Güterversorgung im Nahbereich von Städten sind eine Fülle Beispiele für die Forschung der Geowissenschaften. Sie sind damit sowohl als Naturwissenschaften als auch als Kultur- und Sozialwissenschaften ausgerichtet, und sie interessieren sich besonders für die Verträglichkeit, Schadfolgen und die wechselseitigen Einflüsse der räumlichen Umwelt im Spannungsfeld zwischen natürlichen Ressourcen und menschlicher Nutzung.

Die Initiative zum "Tag der Erde" der am kommenden Montag zum 32. Mal weltweit begangen wird, kommt, wie so vieles, aus den USA. Er soll zum Nachdenken über die Erde, über ihren Zustand und über den Umgang der Menschen mit ihr anregen.
Beide Ereignisse schlagen sich bundesweit in über 350 öffentlichen Veranstaltungen von Geowissenschaftlern  nieder. Natürlich werden auch in Oberfranken Beiträge zur Sensibilisierung und zur kritischen Beschäftigung mit den Problemen auf dem "Planet Erde" geleistet. So wird etwa in vielen Schulklassen vor allem in dem geowissenschaftlichen Zentrierungsfach Erdkunde, der Tag der Erde zum Anlass für kleinere Aktionen und Projekte genommen.
Und die Bayreuther universitären Geowissenschaftler haben sich dazu entschieden, ihre Aktivitäten nicht auf einen einzigen Tag, nämlich den Tag der Erde am Montag, zu konzentrieren, sondern vielmehr in zahlreichen Veranstaltungen über das gesamte Jahr der Geowissenschaften zu strecken, um mehrerer Zielgruppen anzusprechen. "Wir wollen die oberfränkische Öffentlichkeit ganz konkret eingeladen, an unterschiedlichen Beiträgen der Geowissenschaftler der Universität Bayreuth in den nächsten Monaten teilzunehmen bzw. sie zu verfolgen", fordert der derzeitige Fachgruppensprecher der Geowissenschaftler, der Bayreuther Lehrstuhlinhaber für Stadtgeographie und Geographie des ländlichen Raumes, Professor Dr. Popp, die Bevölkerung zur Aufmerksamkeit auf.
So haben die Wissenschaftler eine eigene Vortragsreihe als Ringvorlesung konzipiert, die an acht Montagabenden (jeweils um 19.15 Uhr im Hörsaal H 8 des Gebäudes Geowissenschaften) von Ende Mai bis Anfang Dezember teilweise brisante Themen präsentiert. Da geht es etwa um die EU-Osterweiterung und ihre Auswirkungen auf Nordostbayern, um die bereits wahrnehmbaren Klimaänderungen in Oberfranken, um Wasserknappheit in dieser Region, um mögliche Wasserkriege als Konfliktfaktor im Vorderen Orient, da wird gefragt, ob die Freizeit möglicherweise Medizin für "sterbende Innenstädte" darstellt und wird auf den Wüsten- und Abendteuertourismus in Nordafrika ebenso eingegangen wie auf bodengeographische Forschungen in den Hochgebirgen der Erde und die weitere Frage, ob die Wüste Namib schon immer so trocken war. Deutlich wird dabei, dass das Rahmenthema (Geowissenschaften - Lösungen umweltbezogene Probleme von der lokalen zur globalen Ebene) den Bogen vom lokalen Ereignis bis zur globalen Auswirkung abdeckt. Mit diesem Zyklus will die Universität interessierten Bürgern in sachgerechter, aber zugleich allgemein verständlicher Form mit einigen zentralen Fragen der Geowissenschaften sowohl im oberfränkischen Nahraum als auch in fernen Kontinenten der Erde insgesamt vertraut machen.
Auch die turnusmäßig jedes Semester angebotene Vortragsreihe "Kolloquium zur Geographie und Raumplanung", die jeweils am Dienstag Abend (18.15 Uhr, Hörsaal H 6, Gebäude Geo) stattfindet, steht in den bevorstehenden Sommermonaten unter dem Motto des Jahres der Geowissenschaften. Bestritten werden die Beiträge von auswärtigen Referenten, so etwa am 11. Juni von Professor Dr. K.-D. Jäger (Universität Halle), der über den Zusammenhang zwischen nacheiszeitlichen Klimaschwankungen und den ur- und frühgeschichtlichen Besiedlungsablauf in Mitteleuropa berichten wird; oder Mitte Juli Professor Dr. A. Pertsik von der Universität Moskau, der über Raumordnung und Raumplanung im Oblast Moskau sprechen wird. Die einzelnen Beiträge beider Vortragsreihen werden jeweils in den Medien öffentlich angekündigt.
Darüber hinaus wollen die Geowissenschaftler in mehreren Exkursionen für die Öffentlichkeit den oberfränkischen Nahraum, insbesondere Bayreuth und Umgebung, den Bürgern vertraut machen. So mancher Alteingesessene dürfte hier gänzlich neue Aspekte kennenlernen, die er bisher noch überhaupt nicht bedacht hat. Über die Medien wird zu gegebener Zeit auch zu diesen Exkursionen eingeladen werden.
Die Schulen Oberfrankens, allen voran die Gymnasien, werden seit Wochen bereits mit eigenen Präsentationstagen für Schüler versorgt, bei denen sie durch Vorträge, Besichtigungen der Universität und Informationen sowie Diskussionen die Schulen in das Jahr der Geowissenschaften aktiv einbezogen werden. Mehrere weitere derartige eintägige Veranstaltungen werden in den kommenden Monaten noch stattfinden.
Schließlich werden die vielfältigen Forschungen der Bayreuther Geowissenschaften in leicht verständlicher Darstellung im neuesten Heft der Bayreuther Universitätszeitung "Spektrum" geschildert. Das 80 Seiten umfassende, in Vierfarbdruck gehaltene Heft kann kostenlos in der Pressestelle der Universität (Tel. 0921/55-5324; e-mail: Kerstin.Wodal@uvw.uni-bayreuth.de ) bestellt werden.

Jürgen Abel M. A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.planeterde.de

Weitere Berichte zu: Aufklärungsarbeit Geowissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie