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Neue Wege in der Schlaganfall-Therapie in der Diskussion

18.02.2002


Aktuelle Erkenntnisse zu Krankheitszeichen und Risiken des Schlaganfalls sowie neue Therapieansätze werden vom 20. bis 23. Februar auf einem internationalen Thrombose-Kongress in Erfurt vorgestellt.

Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) diskutiert hier auf ihrer 46. Jahrestagung über den Schlaganfall, den jährlich rund 250.000 Bundesbürger erleiden. Ein Drittel von ihnen stirbt, ein weiteres Drittel bleibt schwer behindert. Damit ist der „Infarkt im Gehirn“ eine der häufigsten Todesursachen in den Industriestaaten. Jedoch könnte die Todesrate nach Ansicht der Experten bei einer rechtzeitigen Behandlung um 20 Prozent gesenkt werden, die der schweren Behinderungen sogar um 25 Prozent.

Vom Schlaganfall betroffen sind meist ältere Menschen. Doch auch Kinder mit einer genetischen Veranlagung dafür oder junge Erwachsene – nach einem Sportunfall zum Beispiel – kann es treffen. Manchen fällt etwas aus der Hand, bei anderen sind Arme und Beine plötzlich taub. Wieder andere können nicht mehr sprechen oder sehen Doppelbilder. All dies können Vorboten für einen Schlaganfall sein. Sie werden jedoch oft nicht als solche erkannt.

Verursacht wird ein Schlaganfall entweder von einer Hirnblutung durch ein geplatztes Blutgefäß oder von einer verstopften Arterie, die den Blutfluss im Gehirn unterbricht. In beiden Fällen kommt es zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn und in der Folge zu einem Absterben der Gehirnzellen. Hält der Sauerstoffmangel länger an, kann es zu den schweren, oft nicht mehr zu behebenden Folgebehinderungen wie etwa einer halbseitigen Lähmung oder einem Sprachverlust kommen.

Der Münchener Neurologe Prof. Dr. Roman Haberl mahnt deshalb: „Wenn eine verstopfte Arterie die Ursache ist, muss die Behandlung innerhalb der ersten drei Stunden nach dem Anfall beginnen.“ Doch der Experte weiß auch: Leider vergehen im Durchschnitt rund acht Stunden, bevor ein Schlaganfallpatient in die Klinik kommt. Und selbst wenn er rechtzeitig dort eintrifft, wird er oft nicht effektiv behandelt. Deshalb werden neue Konzepte in der Schlaganfalltherapie, wie sie zum Beispiel in speziellen Stationen – den so genannten Stroke Units – verwirklicht sind, auf dem Kongress vorgestellt. Auch eine Studie zur Kombinationsbehandlung mit verschiedenen Wirkstoffen, von der sich die Forscher große Fortschritte versprechen, wird präsentiert. Nicht zuletzt ist die derzeit viel diskutierte Reisethrombose ein aktueller Schwerpunkt des Kongresses.

mc | GTH

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