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Statusseminar Arthroseforschung

22.11.2001


Einladung zum Statusseminar Arthroseforschung in Deutschland

Ort:
Berlin,Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften,Plenarsaal, 1. Stock, Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin

Datum:
23.-24. November 2001

Veranstalter:
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Arbeitskreis Arthrose, in Kooperation mit dem Arbeitskreis Bindegewebe und Arthrose der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 23. und 24. November 2001 findet in Berlin ein Statusseminar Arthroseforschung in Deutschland statt.

Grundlagenforscher und klinisch tätige Ärzte werden hier aktuelle Erkenntnisse zur Entstehung und neue Ansätze zur Behandlung der Arthrose als häufigster Gelenkerkrankung vorstellen.

Interessierte möchten wir herzlich zu dem Seminar einladen. Daten und Fakten zum Thema Arthrose und einige "Highlights" des Seminars entnehmen Sie bitte dem folgenden Pressetext.

Prof. Dr. Gerd-Rüdiger Burmester, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, Berlin

Volkskrankheit Arthrose: Gezielte Strategien im Visier

5 Millionen Menschen in Deutschland - das sind 6 % der Bevölkerung - leiden an einer Arthrose, der häufigsten Gelenkerkrankung. Da die degenerative Gelenkerkrankung mit dem Alter korreliert, ist in den nächsten Jahren mit einer rapiden Zunahme zu rechnen: Experten schätzen, dass im Jahr 2010 bereits jeder Fünfte betroffen sein wird. Der schmerzhafte Verschleiß der Gelenkknorpel ist eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung. Nach Berechnungen des Zentralinstituts für Krankenkassen in München kostet die Arthrose die Kranken- und Rentenkassen jährlich mehr als 16 Milliarden Mark.

Trotz substanzieller Fortschritte in der Grundlagenforschung ist die Entstehung der Arthrose noch weitgehend unverstanden. Man weiß lediglich, dass mechanische Faktoren wie Überlastung und Trauma, genetische und endokrine Faktoren sowie entzündliche Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten eine Rolle spielen. "Ohne Kenntnis der Ursache und ohne klares Verständnis des Krankheitsprozesses aber bleiben therapeutische Ansätze zumeist empirisch", betont Privatdozent Dr. med. Bernd Swoboda, Abteilung für Orthopädische Rheumatologie der Universität Erlangen-Nürnberg. Daher beschränkt sich die Behandlung der Arthrose bisher zumeist auf die symptomatische Linderung der Beschwerden. Die rasche Weiterentwicklung im Bereich der Molekularbiologie, der Genetik und des "Tissue Engineerings" (Gewebezüchtung) rückt jedoch gezielte, präventiv oder kausaltherapeutisch wirksame Strategien in greifbare Nähe.

Einen Überblick über den aktuellen Stand gibt das "Statusseminar Arthroseforschung in Deutschland", das die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) am 23. und 24. November in Berlin veranstaltet . Wissenschaftler aus allen Bereichen der Arthroseforschung präsentieren hier ihre jüngsten Forschungsergebnisse. Einige der "Highlights" des Seminars möchten wir im Folgenden kurz vorstellen:

  • Eine Arbeitsgruppe aus Ulm präsentiert mit der "Ulm Osteoarthritis Study" neue Daten zur klinischen Epidemiologie. Die Studie an mehr als 800 Patienten mit schwerer Hüft- oder Kniegelenksarthrose bestätigt die große Bedeutung des (mechanischen) Risikofaktors Übergewicht für die Entwicklung einer Arthrose. Gefährdet sind vor allem die Kniegelenke als gewichtstragende Gelenke. Das Risiko für eine beidseitige Kniearthrose ist bei stark übergewichtigen Menschen mehr als 8fach erhöht. Darüber hinaus deckt die Studie Stoffwechselfaktoren auf, die eine Arthrose zu begünstigen scheinen, z. B. erhöhte Cholesterin- oder Harnsäurewerte im Serum.
  • Kieler Forscher vermuten, dass auch die Ernährung die Entwicklung der Arthrose beeinflusst. Da freie Radikale, vor allem hochreaktive Sauerstoffverbindungen, bei der Zerstörung des Gelenkknorpels nach mechanischem Trauma eine wichtige Rolle spielen, könnten Antioxidantien präventiv wirksam sein. Im Tiermodell bremst eine Ernährung, die reich an Vitaminen und Spurenelementen wie Selen ist, die Arthroseentstehung bei den Versuchstieren erheblich.
  • Moderne Methoden der Gewebezüchtung ermöglichen ganz neue Formen der Behandlung von Knorpeldefekten, über die Wissenschaftler aus Berlin, Aachen, Freiburg und Heidelberg berichten. Methoden der dreidimensionalen Knorpelzüchtung aus mesenchymalen Stammzellen versprechen für die Zukunft die Herstellung passgenauer Ersatzteile. Im Tierversuch bereits erprobt wird die Transplantation autologer Knorpelzellen auf Trägergerüsten, die eine immunologisch verträgliche und mechanisch stabile "Reparatur" von Knorpeldefekten erlaubt. Es zeichnen sich somit Möglichkeiten ab, den bisher nur als sehr eingeschränkt regenerationsfähig geltenden Knorpel in vivo doch "reparieren" zu können. Bis zur routinemäßigen Anwendung all dieser Methoden am Menschen dürften aber noch einige Jahre ins Land gehen.

Ansprechpartner für Rückfragen:

PD Dr. Bernd Swoboda
Sprecher des Arbeitskreises Arthrose der DGRh
Abteilung f. Orthopädische Rheumatologie
Orthopädische Klinik der Universität
Waldkrankenhaus St. Marien
Rathsberger Str. 57
91054 Erlangen
Tel. 09131 822-285 oder -906 oder -0

Dr. Julia Rautenstrauch | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgrh.de

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