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Operieren via Internet: Eine medizinische Revolution

15.11.2001


Wie kann man Patienten über eine Distanz von mehreren Tausend Kilometern operieren? Antwort gibt die 65. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

Eine medizinische Revolution wird auf der 65. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie vom 14.- 17.11.01 im Internationalen Congress Centrum (ICC) Berlin präsentiert: die Möglichkeit, einen Patienten über eine Distanz von mehreren Tausend Kilometern via Internet zu operieren.

Auf einer Geschäfts- oder Urlaubsreise erleidet man einen Unfall. Eine Operation ist erforderlich. Im Krankenhaus des Reiselandes gibt es keinen Spezialisten für den nötigen, unaufschiebbaren Eingriff. Menschen, die geschäftlich oder privat um den Globus jetten, werden sich dieses Szenario schon einmal vorgestellt haben.

Die Entwicklungen auf dem Gebiet der Telekommunikation haben auch zu bahnbrechenden neuen Möglichkeiten im Bereich der Medizin und speziell auch der Chirurgie geführt. "Bereits heute werden erste Operationen per Roboter durchgeführt, den der Chirurg aus großer Entfernung fernsteuert", erklärt Prof. Dr. med. Michael Nerlich, Leiter der Abteilung für Unfallchirurgie der Klinik und Poliklinik für Chirurgie der Universität Regensburg. Doch noch sind einige Hürden auf dem Wege zum virtuellen Arzt und virtuellen Patienten zu nehmen.

Die momentan noch begrenzenden technologischen Faktoren, wie mangelhafte Bandbreite, unzureichende User-Interfaces und Störanfälligkeit der Technologie, werden Nerlichs Ansicht nach nicht die limitierenden Faktoren für die Entwicklungen sein. Der Experte für Telemedizin fordert, "das, was technisch möglich ist, auch für die tägliche Nutzung anwendbar zu machen."

Auch müssen gemeinsame Standards für die Durchführung entsprechender Teleoperationen geschaffen werden, rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte bedürfen der Klärung. "Darüber hinaus gilt es, die momentane und kommende Medizinergeneration im Umgang mit diesen neuen Technologien auszubilden", erklärt Nerlich.

Auf der 65. Jahrestagung werden aktuelle Informationen zu dieser technologischen Revolution und weiteren medizinischen Innovationen zugänglich gemacht, die nicht nur für die Kongreßteilnehmer von Interesse sind.

Vom 14.-17. November 2001 treffen sich Unfallchirurgen aus Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern im Internationalen Congress Centrum (ICC) Berlin zur 65. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie unter der Präsidentschaft von Prof. Dr. med. Peter Kirschner. Über 2500 Teilnehmer und mehr als 600 Referenten diskutieren unter dem Motto Unfallchirurgie im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Erfolg über unfallchirurgische Schwerpunkte.

Esther K. Heyer | ots
Weitere Informationen:
http://www.dgu2001.de

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