Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFN-Verein präsentiert Projekte aus seinem Forschungs- und Entwicklungsprogramm

14.11.2001


Zu einem vom Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes e.V. ausgerichteten Symposium über Fragen der wissenschaftlichen Netznutzung treffen sich Computerwissenschaftler, Informatiker und Netzwerkspezialisten am Montag und Dienstag kommender Woche im Konrad-Zuse-Zentrum Berlin. Das Symposium soll erörtern, welche Forschungs- und Entwicklungsaufgaben auf deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Bezug auf netzgestütztes Arbeiten und Forschen zukommen werden. In Ergänzung zu der Diskussion über die zukünftigen Arbeitsschwerpunkte präsentiert der Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes e.V. - DFN-Verein - Ergebnisse seines laufenden F&E-Programms.

Etwa 150 Wissenschaftler, die sich vornehmlich mit Fragen der Konzeption, des Auf- und des Ausbaus innovativer Kommunikationsnetze befassen, werden sich am Montag, dem 19. November und am darauffolgenden Dienstag im Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) zusammenfinden, um im Rahmen eines DFN-Symposium Möglichkeiten und Erfordernisse netzgestützten wissenschaftlichen Arbeitens zu erörtern und sich über Ergebnisse ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit auszutauschen. Im Rahmen des zum zwölften Mal stattfindenden Treffens präsentiert der DFN-Verein am ersten Tag Ergebnisse seines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bmb+f geförderten Forschungs- und Entwicklungsprogramms. "Dabei soll es sich vorrangig um Projekte handeln, die einen großen Nutzerkreis ansprechen bzw. über den DFN-Bereich hinaus ihren Erfolg gezeigt haben", so Dr. Peter Kaufmann, verantwortlich für den Entwicklungsbereich im DFN-Verein. Zu den Vortragenden des Symposiums gehört auch Dr. Uwe Thomas, Staatssekretär im Forschungsministerium, mit einem Beitrag über das "Internet als Großgerät" für Forschung und Wissenschaft.
Schwerpunkt der Präsentation bilden neue Formen netzbasierten Arbeitens, die über die heute verbreiteten Konzepte der Internet-Nutzung hinausgehen. So etwa das Paderborner Open-Source-Projekt Open sTeam, das sich zum Ziel gesetzt hat, die "passive" Form der Netznutzung, bei der das Netz lediglich zum Abruf von Daten via WWW oder FTP verwandt wird, durch eine Vereinfachung "aktiven" Arbeitens im Netz zu bereichern. Die Paderborner Informatiker um den vormals in Berlin lehrenden Professor Reinhardt Keil-Slawik haben zu diesem Zweck eine Plattform geschaffen, die ermöglicht, Dokumente, Bilder und andere Artefakte virtuell und in Gruppen zu bearbeiten, Seminare im Cyberspace zu organisieren oder einfach einen öffentlichen Raum einzurichten, der von beliebig vielen Surfern "betreten" werden kann.
Weit jenseits üblicher Netzaktivitäten liegen auch die Grand-Challenge-Projekte TIKSL (Tele-Immersion: Kollision Schwarzer Löcher) und GRIKSL (Gridsimulation: Kollision Schwarzer Löcher), die in Zusammenarbeit zwischen dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam und dem Konrad-Zuse-Zentrum in Berlin durchgeführt werden. Als Beitrag für die Erschließung von Netzen für die Wissenschaft werden Messdaten aus der Astrophysik an entfernt liegende Großrechner übertragen und nach ihrer Weiterverarbeitung in einem Grid-Verbund an eine Vielzahl von Workstations gesandt, wo sie zu eindrucksvollen Simulationen verarbeitet werden. Die Datenmengen, die im Rahmen solcher Simulationsrechnungen das Netz passieren, bringen bisher selbst Großrechenanlagen wie den Potsdamer Supercomputer Cray-xxx an seine oberen Leistungsgrenzen. "In Zukunft", so Dr. Peter Kaufmann, "werden derartige Operationen verstärkt aufgesplittet und auf eine Vielzahl kleinerer Rechner verteilt. Leistungen, die heute noch im Innern eines einzigen Rechners mit hunderten, parallel arbeitenden Prozessoren erbracht werden, werden künftig über das Internet an verschiedenen Standorte abgewickelt und anschließend wieder zusammengeführt." Das vom DFN-Verein betriebene Gigabit-Wissenschaftsnetz ermöglicht hierbei Transferraten, die bis zu 40.000 mal größer sind als die Übertragungsleistungen via ISDN.
Gleichwohl wird das Internet in Zukunft immer mehr von jenem Datenverkehr übernehmen, der heute auf wenigen Zentimetern Kabelverbindung im Innern eines Rechners bzw. im LAN einer wissenschaftlichen Einrichtung fließt. Der in der Wissenschaft deutlich spürbare Trend zu Formen des "verteilten Rechnens" könnte in der Zukunft auch die private Nutzung betreffen, etwa, wenn ein Videoschnittprogramm nicht mehr auf der heimischen Festplatte installiert wird, sondern von beliebigen Endgeräten aus über das Netz angesteuert wird.
Die Themen des im Anschluss an die Projektpräsentation stattfindenden Symposiums, an dem sich Grundlagenforscher, Informatiker und Experten für technische Kommunikation beteiligen, kreisen unter anderem um die Frage, welche Technologien für das "Next-Generation-Internet" entwickelt werden müssen. Im Gegensatz zu den derzeit am IT-Markt angebotenen "Best-Effort" Internet-Diensten, die zwar sehr leistungsfähig sind, die aber keine Garantien für eine einwandfreie Übertragung geben können, bedarf es z.B. für das verteilte Arbeiten via Internet größerer Dienstgüte. "Quality of Service ist eines der großen Themen der Zukunft. Denn 99,9 % Erfolgsquote sind zu wenig, wenn es um die Übertragung sensible Daten geht", so Dr. Bernd Rauschenbach, DFN-Experte für QoS und Ipv6. Als sensibel sind dabei nicht allein wissenschaftliche Rechenoperationen anzusehen, sondern auch Video-Streaming im Rahmen telemedizinischer Zusammenarbeit mehrerer Chirurgen an unterschiedlichen Kliniken oder die simple Übertragung persönlicher Informationen im Rahmen der geplanten Virtualisierung der Verwaltungen.
Weitere Themen des Symposiums betreffen Sicherheitsfragen im Netzverkehr und zukünftige Dienste, die über das Internet angeboten werden, wie etwa hochqualitative Videokonferenzdienste oder Peer-to-Peer-Netze für die Kommunikation und den Informationsaustausch über das Internet.
Die DFN-Projektpräsentation und das anschließende DFN-Symposium, finden am Montag, dem 19. November 2001 ab 10.45 Uhr bzw. am Dienstag, dem 20.11.2001 ab 9:00 Uhr im Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) in der Takustr. 7 in Berlin-Dahlem statt.
Die Teilnahme am DFN-Symposium ist unentgeltlich und für alle Interessierten offen.

Kai Hoelzner | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfn.de/projekte/symposium/

Weitere Berichte zu: DFN-Symposium DFN-Verein Konrad-Zuse-Zentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie