Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Physikerinnen tagen an der Elbe

14.11.2001


Schülerinnen für die Physik zu begeistern, ist ein Hauptanliegen der 5. Deutschen Physikerinnentagung, die vom 15. bis 18. November 2001 an der Technischen Universität Dresden stattfindet.

Ob in der Vorlesung, im Labor oder Lehrstuhl - Physikerinnen sind im Kreis ihrer männlichen Kollegen die Ausnahme. Während sich jede Studienanfängerin den Hörsaal üblicherweise mit drei oder vier Kommilitonen teilt, gehören dem Kollegium der Professorinnen und Professoren mit seinen bundesweit rund 1.500 Physik-Dozenten nur etwa sechzig Frauen an. In der Physik sinkt der Frauenanteil mit steigender Karrierestufe. Eine gerade abgeschlossene Untersuchung bringt es auf den Punkt: Zumindest in der öffentlichen Forschung scheint es um die Chancengleichheit von Physikerinnen und Physikern nicht zum Besten bestellt. Frauen bekleiden seltener Leitungspositionen als ihre Kollegen und ihre Einkommen sind geringer. In Dresden werden die vollständigen Ergebnisse der Studie erstmals präsentiert. Zum Kongress an der Elbe reisen über 200 Physikerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland an. Den Eröffnungsvortrag "Physics, Faith and Feminism" hält die in den USA tätige Publizistin Margaret Wertheim. Die Physikerinnentagung steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, und wird unterstützt vom Arbeitskreis Chancengleichheit (AKC) der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG).

Die Tagung verfolgt das Ziel, den Gedankenaustausch zwischen den Frauen in der Physik zu fördern - über Generationsgrenzen, Fach- und Berufsgebiete hinweg. Deshalb sind in Dresden neben Studentinnen, Wissenschaftlerinnen, Physikerinnen aus der Wirtschaft und Lehrerinnen auch Mädchen willkommen: Denn die Tagung möchte insbesondere Schülerinnen für die Naturwissenschaften begeistern und zu einem Physik-Studium motivieren. So richten sich mehrere Beiträge besonders an sie. Darunter ein Vortrag im Rahmen der öffentlichen Reihe "Physik am Samstag", der sich mit neuesten Entwicklungen in der Mikroelektronik beschäftigt.

Weitere Akzente hat das Organisationskomitee durch zahlreiche Fachvorträge gesetzt. Auf dem Programm stehen Berichte über Quantencomputer, Nanotechnologie, die Entwicklung von Solarzellen und beispielsweise auch zur Astrophysik. Dabei wird - anders als bei üblichen Fachtagungen - Wert darauf gelegt, dass die Vorträge auch für Zuhörende ohne Detailwissen verständlich sind. Dies ermöglicht allen Teilnehmerinnen einen umfassenden Einblick in aktuelle Forschungsthemen jenseits ihres eigenen Fachgebiets.

Den dritten Programmschwerpunkt bilden gesellschaftspolitische Fragen rund um den Komplex "Frauen in der Physik". Vorträge und Workshops geben Einblick in verschiedene Berufsfelder, greifen das Thema "Kind und Karriere" auf, behandeln das Bild der Physikerinnen in den Medien und befassen sich unter anderem mit geschlechtergerechten Physik-Unterricht. In dieses Themengebiet fällt auch die öffentliche Podiumsdiskussion "Karriereleiter - jede Sprosse eine andere Stadt", an der Physikerinnen aus Forschung und Industrie teilnehmen. Die Veranstaltung im Hörsaalzentrum der TU (Hörsaal H02) beginnt am Freitag, 16. 11., um 17:00 Uhr.

Der vielleicht prominentesten Dresdner Absolventin, Maria Reiche, ist am Freitagnachmittag ein eigener Vortrag gewidmet. Mit einem Staatsexamen in Mathematik, Physik, Geographie, Philosophie sowie Pädagogik in der Tasche wanderte sie 1931 nach Südamerika aus. Jahre später wurde Maria Reiche durch die Entdeckung der Scharrbilder in der peruanischen Nazca-Wüste weltberühmt. Eleonore Trefftz berichtet außerdem von ihrer ganz persönlichen Geschichte: sie ist die erste Frau, die an der TU Dresden in Physik promovierte. Ihre Doktorprüfung legte sie im Oktober 1945 ab.

Die Physikerinnentagung setzt ein Zeichen, um die Existenz der Physikerinnen im allgemeinen Bewusstsein zu verankern, denn von der Öffentlichkeit werden selbst herausragende Naturwissenschaftlerinnen kaum wahrgenommen. Zu sehr gilt die Physik als Männerdomäne. Dabei leisten Frauen entscheidende Beiträge zur Physik, wie etwa die Wanderausstellung "Von der Antike zur Neuzeit - der verleugnete Anteil der Frauen in der Physik" vor Augen führt. Während der Tagung sind die Exponate im Hörsaalzentrum der TU zu sehen.

Anlässlich der Tagung findet ein Pressegespräch statt, zu dem Journalisten herzlich eingeladen sind. Der Termin:

Donnerstag, 15. November, um 14:00 Uhr
TU Dresden
Willers-Bau (Raum C207)
Zellescher Weg 12-14
01069 Dresden

Dr. Marcus Neitzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.physikerinnentagung.de/
http:///www.dpg-fachgremien.de/akc/start.html
http://www.physics.ucla.edu/~cwp/

Weitere Berichte zu: Hörsaalzentrum Physikerinnentagung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Ballungsräume Europas
26.04.2017 | Frankfurt University of Applied Sciences

nachricht 200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin
26.04.2017 | AiF Projekt GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie