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EUROSAFE - Forum für nukleare Sicherheit

31.10.2001


EUROSAFE - Forum für nukleare Sicherheit bietet am 5. und 6. November 2001 in Paris eine Plattform für die Diskussion aktueller Sicherheitsfragen in Europa. Durch die Terroranschläge in den USA hat die Diskussion um die Sicherheit kerntechnischer Anlagen eine neue Dimension erreicht. EUROSAFE wird gemeinsam von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) und ihrem französischen Partner, dem Institut de Protection et de Sûreté Nucléaire (IPSN), veranstaltet.

EUROSAFE versammelt Experten aus allen Bereichen in West- und Osteuropa, die für die Sicherheit kerntechnischer Anlagen Verantwortung tragen: technische Sicherheitsorganisationen, Forschungseinrichtungen, Aufsichtsbehörden, Energiewirtschaft und Industrie, sowie internationale Organisationen, z. B. IAEO und OECD-NEA. Es werden rund 500 Teilnehmer erwartet.

Vor dem Hintergrund der politischen Fortentwicklung der Europäischen Union und deren Erweiterung auf Mittel- und Osteuropa haben sich GRS und IPSN zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit zwischen den technischen Sicherheitsorganisationen zu verbessern und die Sicherheitspraktiken in Europa weiter anzunähern. EUROSAFE ist ein konkreter Schritt, diese Ziele umzusetzen. Daher wurden in die Vorbereitung des Forums weitere technische Sicherheitsorganisationen einbezogen: SKI (Swedish Nuclear Power Inspectorate - Schweden), HSE (Health & Safety Executive - Großbritannien), CSN (Consejo de Seguridad Nuclear - Spanien), AVN (Association Vinçotte Nucléaire - Belgien).

EUROSAFE befasst sich am ersten Tag im Rahmen von zwei Round-Table-Gesprächen mit dem nuklearen Risikomanagement.

Im ersten Round-Table-Gespräch geht es um die technischen, organisatorischen und gesellschaftlichen Aspekte: Wo stehen wir heute mit unserer Störfallvorsorge und wie kann die Sicherheit weiter verbessert werden? Dieses Thema hat vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse eine besondere Bedeutung.

Im zweiten Round-Table-Gespräch geht es um die radiologischen Risiken aus dem Normalbetrieb. Hieran sind auch Interessengruppen beteiligt.

Am zweiten Tag stellen GRS und IPSN neue Ergebnisse vor, die sie zum Teil gemeinsam oder mit anderen europäischen Partnern erarbeitet haben. Themen sind die technische Sicherheit und die Entsorgung sowie Umwelt- und Strahlenschutz. Erstmals ist ein Seminar der Sicherung von Kernmaterial und kerntechnischen Anlagen gewidmet, d. h. dem Schutz gegen Einwirkungen Dritter (Angriffe von innen und außen).

Mit EUROSAFE wird eine neue europäische Publikation gestartet, "EUROSAFE Tribune". Sie soll die wissenschaftlichen Diskussionen aufgreifen und künftig publizistisch begleiten.

Das Programm von EUROSAFE ist im Internet unter www.eurosafe-forum.org verfügbar. Informationen zur GRS sind zu finden unter www.grs.de und zum IPSN unter www.ipsn.fr.

Hintergrund

Die GRS (Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mbH) ist eine technisch-wissenschaftliche Forschungs- und Sachverständigenorganisation. Sie stellt interdisziplinäres Wissen, fortschrittliche Methoden und qualifizierte Daten zur Verfügung, um die Sicherheit technischer Anlagen zu bewerten und zu verbessern und den Schutz von Mensch und Umwelt vor Gefahren und Risiken solcher Anlagen weiterzuentwickeln. Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit. Hier ist die GRS Deutschlands zentrale Fachinstitution.

Die GRS unterhält vielfältige internationale Kooperationen und hat enge Beziehungen zu verschiedenen ausländischen Organisationen. Dieses Engagement schlägt sich in zahlreichen bilateralen Kooperationsabkommen sowie in der Mitwirkung an einer Vielzahl von Aktivitäten der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Europäischen Union nieder. Zu den internationalen Beziehungen zählt insbesondere die Partnerschaft mit dem französischen Institut de Protection et de Sûreté Nucléaire (IPSN), die ein breites Spektrum gemeinsamer Aktivitäten umfasst. RISKAUDIT, eine gemeinsame Tochterorganisation von GRS und IPSN, bietet eine Schnittstelle für gemeinsame Auftraggeber. Sie ist gleichzeitig die Geschäftsstelle des europäischen Verbunds technischer Sicherheitsorganisationen (TSOG, Technical Safety Organisation Group), der sich mit den Fragen der nuklearen Sicherheit auf europäischer Ebene auseinandersetzt.

Die GRS ist gemeinnützig. Ihre Aussagen sind allein technisch-wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet. Sie stützen sich maßgeblich auf Wissen und Erfahrung aus eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, vertieften Sicherheitsanalysen mit Prototypcharakter, umfangreichen Auswertungen von Betriebserfahrungen sowie aus langjährigen internationalen Kooperationen.

Die GRS hat ihren Sitz in Köln und weitere Standorte in Garching bei München, in Braunschweig und in Berlin. Die mit ihrem französischen Partner IPSN gegründete Tochterorganisation RISKAUDIT ist mit technischen Büros in Paris, Moskau und Kiew vertreten. Die GRS hat rund 500 Mitarbeiter. Davon sind 350 hochqualifizierte Ingenieure und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen des Ingenieurwesens, der Physik, Chemie, Geochemie, Geophysik, Mathematik, Informatik, Biologie, Meteorologie und Rechtswissenschaft.

Die GRS finanziert sich über Aufträge. Das jährliche Auftragsvolumen liegt derzeit bei etwa 100 Millionen Mark. Hauptauftraggeber sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Weiterhin bearbeitet die GRS Aufträge von Landesbehörden, dem Umweltbundesamt und dem Auswärtigen Amt. Wichtigster ausländischer Auftraggeber ist die Europäische Kommission.

IPSN (Institut de Protection et de Sûreté Nucléaire) führt Forschungsarbeiten und Expertenbeurteilungen auf allen Gebieten durch, die für die Beherrschung von nuklearen Risiken und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt notwendig sind. In seiner Rolle als technische Hilfsorganisation für die Behörden betrifft sein Aufgabenfeld in erster Linie die Anlagensicherheit, die Vermeidung und Untersuchung von Störfällen, den Schutz von Mensch und Umwelt, die Transportsicherheit, die Sicherung von Kernmaterial sowie die Organisation und die Ausbildung für das Krisenmanagement. IPSN hat auch den Auftrag, die Öffentlichkeit zu informieren. Seine Fachleute nehmen an vielen internationalen Projekten teil, sowohl im Rahmen von Forschungsaufträgen als auch im Rahmen von Sicherheitsmissionen.

IPSN hat etwa 1 300 Mitarbeiter, hauptsächlich Ingenieure und Forschungspersonal, aber auch Ärzte, Agronomen, Tierärzte und Epidemiologen. Seine Belegschaft verteilt sich über etwa zehn verschiedene Standorte in Frankreich. Auch in Kiew (Ukraine) und Moskau (Russland) ist IPSN durch RISKAUDIT, das mit seinem Partner GRS gegründete gemeinsame deutsch-französische Tochterunternehmen, vor Ort vertreten.

IPSN setzt sich aus sechs Abteilungen zusammen: der Abteilung Sicherheitsbewertung (Département d’Evaluation de Sûreté - DES), der Abteilung für die Vermeidung und Untersuchung von Störfällen (Département de Prévention et d’Etude des Accidents - DPEA), der Abteilung Umweltschutz (Département de Protection de l’Environnement -DPRE), der Abteilung für Gesundheitsschutz und Dosimetrie (Département de Protection de la Santé de l’Homme et de Dosimétrie - DPHD), der Abteilung Sicherheitsforschung (Département de Recherches en Sécurité - DRS) und der Abteilung für die Sicherung von Nuklearmaterial (Département de Sécurité des Matières Radioactives - DSMR).

Um sein hohes Niveau an Sachverstand und Kompetenz zu halten und noch auszubauen, fördert das Institut entsprechend seinem Gesamtauftrag die weitere Entwicklung seines Know-how und seiner Werkzeuge (z. B. Analysemethoden und Computersimulationen), besonders auf dem Gebiet der Unfallverhütung und der Störfallbeherrschung. Diese Arbeiten werden typischerweise im Rahmen internationaler Zusammenarbeit durchgeführt.

Heinz-Peter Butz | ots

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